Donnerstag, 5. Juli 2018

Passt das?

Liebe

und Erwartung


Die Liebe und die Erwartung begegneten sich eines Abends zufällig am Strand. Sie wollten - jeder für sich - den Sonnenuntergang genießen, saßen nebeneinander im Sand und schauten auf's Meer.

Beide könnten unterschiedlicher nicht sein.

Auf der einen Seite die Liebe, die mit ihren Eigenschaften Herz, Gefühl, Glück und Geben täglich versuchte, die Welt zu bereichern und besser zu machen, ohne bewusst etwas dafür zu verlangen.

Auf der anderen die Erwartung, die den Menschen täglich suggeriert, was sie oder andere tun sollten - und die Konsequenz, die aus diesem ihrem Handeln dann entstehen könnte.

"Sind wir eigentlich Fremde oder Freunde?", fragte die Erwartung die Liebe. "Das ist eine gute Frage", antwortete die Liebe, "ich glaube, dass wir Fremde sind, so lange du der Meinung bist, dass ICH an DICH geknüpft bin."

Die Erwartung überlegte einen Moment. "Du meinst, wir sind Fremde, weil ich glaube, dass ich ein Teil von Dir sein sollte? Warum denkst Du das?"

"Ja", antwortete die Liebe schlicht. "Ich versuche, mit viel Herz und Gefühl die Menschen dazu zu bewegen, sich zu öffnen, zu vertrauen, vor allem aber BEDINGUNGSLOS zu geben! Liebe & Gefühle OHNE DICH zu äußern, ist meiner Meinung das Schwierigste überhaupt für die Menschen. Ich werde versuchen, es Dir zu erklären.

Siehst Du das Pärchen dort drüben bei den Dünen? Schau Dir die Frau an: Sie lächelt und blickt ihn verliebt an, während er ihr liebevoll hilft, auf die Düne zu gelangen, damit sie nicht stürzt. Man erkennt, dass sich beide lieben.

Sie liebt ihn von Herzen, weil er sie glücklich macht. Tief in ihr kämpft sie jedoch ab und an mit DIR, liebe Erwartung, da sie sich von ihm natürlich wünscht, dass er sie genauso liebt, sie genauso verwöhnt, ihr genauso liebe Worte sagt & schreibt, wie sie es oft für ihn macht. Er hingegen zeigt ihr eher mit Gesten, wie sehr er sie schätzt und liebt. Sieh ihn Dir an - er hält ihre Hand, küsst sie liebevoll auf ihre Nase & hält sie ganz fest. Er beschützt sie, damit ihr nichts passiert, sie nicht fällt oder stolpert. Sein Blick und seine Haltung sind voller Liebe und Zuneigung für sie.

Und trotzdem macht es sie in manchen Momenten traurig, so dass sie sich dann für MICH nicht ganz öffnen kann. Deshalb schicke ich ihr immer wieder positive Gedanken und Hinweise. Sie liebt es, ihn zu verwöhnen, und freut sich so sehr darüber, dass es ihm gefällt und er glücklich (darüber) ist. DAS ist das Wichtigste! Geben ist seliger denn nehmen - Du kennst sicher das alte Sprichwort, liebe Erwartung. Und zum Glück kann ich ihn ihrem Blick und ihrer Haltung erkennen, dass ICH für sie wichtiger bin als DU. Und deshalb sind wir beide, liebe Erwartung, in solchen Augenblicken Fremde."

Die Erwartung blickte die Liebe traurig an.

"Ich möchte gerne Dein Freund sein. Du hast so viele positive Eigenschaften, die ich toll finde, und die mir helfen, Dinge viel klarer zu sehen. Ich habe verstanden, dass wir beide nicht aneinander geknüpft sein dürfen. Ich habe meine Berechtigung - so, wie Du auch. Aber nicht, wenn es um Dich geht, das ist mir nun klar."

Die Liebe stand auf und klopfte sich den Sand den Beinen und sagte: "Morgen ist ein neuer Tag und ein guter, um mit schönen Gedanken zu starten - und um zu lieben!", lächelte und umarmte die Erwartung herzlich, „und vielleicht können wir dann morgen Freunde sein.“

Übrigens … ich erwarte nicht, dass ihr das eBook kauft … Aber schön wäre es :-)



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