Donnerstag, 3. Mai 2018

Neuigkeit(en)

Alles neu macht der Mai :-)

Auch wenn Biggi und ich bereits seit April tolle Ideen entwickeln, geht es jetzt so richtig los :-)

Derzeit haben wir ein tolles Set im Angebot:
Bestellen könnt ihr über mich. Allerdings auch gerne direkt über unsere Seite :

Ihr fragt euch, ob es unsere Werke auch getrennt gibt?
Aber selbstverständlich! Biggi hat "unendlich" viele gewerkelte Dinge  ... und natürlich häufig auch wundervolle Angebote.
Ihr findet sie hier:

... und ich kann das Stöbern (bei Biggi) ausdrücklich empfehlen!

Meine Bücher findet ihr hier auf dem Blog (unter der Rubrik XXX). Selbstverständlich bin ich aber auch auf Facebook und Instagram unterwegs:
und 

Schaut doch einfach mal vorbei. WIR, Biggi und Ich, würden uns freuen.!

Aber jetzt möchte ich noch gerne etwas näher auf mein erstes Kinderbuch hinweisen.
Es sind viele Kurzgeschichten für JUNG und ALT! Denn, wer möchte schon auf sein inneres Kind verzichten?! ;-)

Hier geht es zum E-Book:

Und hier zur Leseprobe:
Lina: Tick, du bist!
Schon vor der Schule hatte der Tag irgendwie komisch begonnen.


Als Lina morgens ihr Lieblingsshirt anziehen wollte, lag es in der Wäsche, und für den coolen neuen Rock war es heute eindeutig zu kalt. Als dann noch die Zahnpasta nicht auf der Zahnbürste blieb, sondern sich auf der Strickjacke verteilte, wäre es eigentlich der Moment gewesen, in dem Lina wieder hätte ins Bett gehen müssen.
Doch erstens hätte sie dann Ärger mit ihrer Mama bekommen, und zweitens war sie in fünf Minuten mit Emmi an der Bushaltestelle verabredet.
Während Lina auf der kleinen Sitzbank im Flur saß und dabei war, sich die Schuhe anzuziehen, riss der Schnürsenkel.


Mit einem lauten Knall flog der Schuh durch die Wohnung und traf genau die Wade ihres Vaters, der gerade mit einem vollen Kaffeebecher aus der Küche kam.
Linas Schuh hatte jetzt nicht nur einen gerissenen Schnürsenkel, sondern war auch noch voller Kaffeeflecken, die sich zudem auch noch auf dem Holzfußboden im Flur befanden. Der feuchte Wischlappen, den Linas Mutter zum Beseitigen der Flecken aus der Küche in ihre Richtung warf, traf Lina zu allem Überfluss auch noch mitten im Gesicht.


Doch zum Wischen blieb keine Zeit. Lina hatte noch immer weder Schuhe noch Jacke an und musste in einer Minute an dieser blöden Bushaltestelle sein.
Papa war am Wischen, während Linas Mutter am Küchenfenster stand und der laufenden Lina hinterher sah.
Endlich stand Lina an der Bushaltestelle und freute sich heute zum ersten Mal. Ja, Lina hatte es trotz aller blöden Umstände geschafft, vor ihrer Freundin am vereinbarten Treffpunkt zu sein.


Zumindest glaubte Lina die ersten Minuten daran. Als Emmi auch nach weiteren fünf Minuten nicht erschienen war, machte sich Lina alleine auf den Weg zur Schule.
Zum ersten Mal kam sie zu spät im Klassenzimmer an und fühlte sich ganz schön blöd dabei, sich während des bereits begonnen Unterrichtes, auf ihren Platz zu setzen.

Emmi saß bereits auf ihrem Stuhl und tat so, als wäre nichts geschehen. Nein, sie tat sogar so, als hätte Lina etwas falsch gemacht. Dabei war es doch Emmi, die Lina an der Bushaltestelle versetzt hatte. Emmi war schuld, dass Lina zu spät zum Unterricht gekommen war, und außerdem war sie sowieso keine richtige Freundin mehr.


Ganz bestimmt war es auch Emmi, die den Jungs aus der Klasse diese absolut vertrauliche Sache erzählt hatte. Nur von Emmi konnten Felix und Lenny wissen, dass Lina sich gerne mal mit ihnen verabreden würde.
Woher Lina es wusste? Sie erkannte es daran, wie die beiden Jungs sie heute angesehen hatten, als sie den Klassenraum betrat. So gucken Jungs nur dann, wenn sie etwas wussten, was sie nicht hätten wissen dürfen.
Warum hatte Emmi es nur gemacht? Niemals konnte Lina den beiden Jungs wieder ins Gesicht sehen. Nie wieder würde sich einer der beiden bei ihr melden. An Telefonieren war schon gar nicht mehr zu denken.
Es war so peinlich für sie, dass die Jungs jetzt wussten, dass sie sich gerne mit ihnen treffen würde.


Wahrscheinlich musste Lina jetzt die Klasse, wenn nicht sogar die Schule wechseln. Denn eines war ihr klar. Mit diesen beiden Jungs und mit einer blöden Petze wollte und konnte sie nicht in einer Klasse bleiben.


In der großen Pause wurde der Streit noch heftiger. Tatsächlich war Emmi nicht nur eine Petze, sondern auch noch eine Lügnerin. Sie hatte es den Jungs nicht gesagt. Zumindest behauptete sie es, als Lina allen Mut zusammengenommen hatte, um den Streit mit ihr zu klären.


 Das Schlimmste an diesem Tag stand Lina jedoch noch bevor. Heute war nach der Schule Hipp Hopp angesagt, und selbstverständlich war Emmi ebenfalls dabei. Sie hatten sich damals zusammen angemeldet.
Doch als wäre dies nicht schon schrecklich genug, musste Lina auch noch mit Emmi zusammen zum Hipp Hopp fahren.
Heute war Linas Papa dran, die Kinder zum Tanzen zu fahren, so dass Emmi direkt nach der Schule mit zu Lina kam.



Endlich war die Schule vorbei.
Als es klingelte und Linas Vater die Haustür öffnete, lief seine kleine Maus mit tränenüberfluteten Augen an ihm vorbei und knallte die Kinderzimmertür hinter sich zu.


 Kurze Zeit später klingelte es erneut.
Noch bevor Linas Vater die Tür öffnen konnte, rief Lina aus ihrem Zimmer:


„Wenn das Emmi ist, lass sie nicht rein. Niemals wieder darf diese blöde Petze unsere Wohnung betreten. Eine Lügnerin ist sie übrigens auch. Ich hasse sie für den Rest meines Lebens.“


Der Versuch, Lina zu erklären, dass er Emmi sehr wohl in die Wohnung lassen würde, scheiterte. Lina begriff in ihrer Wut nicht, dass ihr Vater auch heute die Verantwortung für Emmi hatte, da deren Eltern wussten, dass sie nach der Schule mit zu Lina ging.
Emmi betrat die Wohnung und sah völlig verwirrt aus. Sie ging zu Linas Zimmer und klopfte.


Aber Linas Tür blieb geschlossen, und auch das weitere Klopfen von Emmi blieb ohne Reaktion. Alle Worte stießen auf taube Ohren, und so gab es heute nur eine Möglichkeit - Emmi musste nach Hause gehen und sich von ihrer Mutter zum Hipp Hopp bringen lassen.


 Nach einer Weile beruhigte sich Lina wieder, und als sie neben ihrem Vater auf dem Bett saß, erzählte sie ihm die ganze Geschichte.
„Dann weißt du also gar nicht genau, ob Emmi den Jungs etwas erzählt hat?“ Etwas erstaunt fragte Linas Papa nach.


„Doch.“ Wie aus der Pistole geschossen kam die Antwort.
„Nein, meine Kleine. Du vermutest es nur.“
„Aber die Jungs haben mich so angesehen.“
„Vielleicht aber auch nur, weil du zu spät zum Unterricht gekommen bist.“
„Aber Emmi, die blöde Ziege, ist nicht zu unserem Treffpunkt gekommen.“
„Und wenn sie nur schon losgegangen ist, weil du nicht pünktlich gewesen bist?“
Einen kleinen Augenblick war es still.
„Du, Papi, darf ich ausnahmsweise jetzt schon was im Fernsehen gucken?“
„Nein, Lina. Du packst jetzt deine Sachen, und dann geht es zum Hipp Hopp.“ Mit einer Kopfbewegung deutete Linas Vater zur Tür.
„Muss ich?“
„Jep.“


 Der Wagen von Emmis Mutter stand noch nicht auf dem Parkplatz, was bedeutete, dass Emmi noch nicht da war, und so ging Lina als Erste in das Sportcenter hinein.


Als ihr Vater sich gerade auf den Weg in ein Café machen wollte, sah er Emmi. Ganz traurig stieg sie aus dem Wagen, und verschwand in der Halle, während ihre Mutter ihr achselzuckend hinterher sah.
Linas Vater drehte sich zu Emmis Mutter und sagte:
„Du kannst gerne wieder los. Ich nehme Emmi nachher mit und bringe sie nach Hause.“
„Meinst du, dass der Streit nach dem Hipp Hopp begraben ist?“ Emmis Mutter war erstaunt.
„Ich vermute, er ist es jetzt schon.“


 Eine Stunde später stand Linas Papa vor dem Ausgang des Sportcenters und wartet. Komischerweise hatte er ein komisches Gefühl im Bauch. Ob es wohl die Aufregung war? Er war sehr gespannt darauf, wie die Mädels sich jetzt verhielten.
Doch sein komisches Gefühl war von einem auf den anderen Moment verflogen. Hand in Hand und lachend kamen Emmi und Lina durch die Tür.


Wie die besten Freundinnen der Welt, strahlten sie sich an. Es war, als hätte es niemals einen Streit geben.
Auf der Rückfahrt im Auto verabredeten sich die Mädels für den nächsten Morgen an der Bushaltestelle.
„Ich werde auch pünktlich sein“, versprach Lina, und bekam zur Antwort:
„Und ich warte zur Not ein paar Minuten länger auf dich und werde nicht einfach losgehen.“


 Auf einmal klingelte Linas Handy.
„Hallo Lina, hier ist Lenny. Ich wollte dich fragen, ob wir uns morgen mal treffen können.“
„Warum hast du mich heute Morgen in der Schule so komisch angesehen?“, wollte Lina wissen.
„Na, weil du zu spät gekommen bist. Du bist doch sonst immer ganz früh in der Schule.“
„Sonst hatte es keinen Grund?“
„Nein.“


Beide schwiegen. Weshalb der Junge am anderen Ende der Leitung nichts sagte, wusste Linas Vater nicht. Was er aber wusste, war, dass Lina gerade Emmi in den Arm genommen hatte, und sich leise entschuldigte.
„Lina? Hallo? Was ist denn nun? Hast du morgen Zeit?“
„Nein, ich treffe mich mit Emmi.“, sagte Lina und zwinkerte Emmi zu.
„Ich denke, ihr habt Streit?“
„Wie kommst du denn darauf? Emmi und ich sind die besten Freundinnen der Welt. Bis morgen in der Schule, Lenny.“ Anschließend sahen sich die Mädchen an und grinsten.



Als Linas Papa Emmi zu Hause abgesetzt hatte, siegte seine Neugier.
„Sag mal, Kleine, wie habt ihr euch eigentlich wieder vertragen?“
„Als Emmi in die Umkleidekabine gekommen ist, habe ich sie angetickt und gerufen:
„TICK DU BIST!“


 Manchmal ist die Welt viel unkomplizierter, als sie scheint. Viel leichter, als wir Erwachsene denken. Da habe ich wohl eben etwas Großartiges von meiner Tochter gelernt.
Ein glückliches Lächeln lag auf dem Gesicht von Linas Papa.



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