Montag, 19. Februar 2018

Lust an Abenteuern?

Dann seid ihr genau richtig!

Begleitet Nick und seine Freunde auf eine Männertour!
Das Leben wartet auf drei Freunde und halt viele Überraschungen für sie bereit!

Das Buch gibt es hier:



Und die Leseprobe folgt auch sofort!

Auf zur Arbeit




Als ich aufwachte, blickte ich durch mein Schlafzimmerfenster direkt in die Sonne. Ich machte meine Augen schnell wieder zu und sah viele kleine bunte Punkte hüpfen und springen, aus denen sich Kreise und andere merkwürdige Symbole bildeten. Draußen war strahlend blauer Himmel, und wenn ich den Stand der Sonne richtig einschätze, musste es ungefähr acht Uhr sein. Ich überlegte kurz, ob ich dieses tolle Wetter nicht ausnutzen musste und den neuen Tag mit einer Schale Milchkaffee und einem leckeren Frühstück im Schweinske beginnen sollte, entschied mich jedoch lieber dafür, liegen zu bleiben. Ich drehte mich um und zog mir die Decke wieder bis zum Hals hoch, um zumindest noch eine Stunde zu schlafen. Der Milchkaffee und mein Frühstück konnten noch etwas auf mich warten. Als ich gerade dabei war, wieder im Land der Träume anzukommen, hörte ich mein Handy.

„Welcher Trottel schickt mir am Samstag um diese Uhrzeit eine WhatsApp?“, dachte ich und ärgerte mich, da es sich genau in diesem Moment mit dem Weiterschlafen für mich erledigt hatte.

Ich war wach und langsam kam ich auch an dem Punkt an, dass mein Gehirn in der Lage war, einigermaßen klare Gedanken zu fassen. Zunächst wunderte ich mich darüber, dass mein Kopf hämmerte und ich überlegte, weshalb ich gestern meine Rollos gar nicht runtergelassen hatte. Nach und nach erinnerte ich mich an den gestrigen Abend. Ich hatte mich mit Carlos zum Billard getroffen und die Klatsche meines Lebens von ihm bekommen. Vernichtend hatte ich verloren, und anschließend sind wir noch an die Drinks gegangen und haben uns Geschichten von früher erzählt. Wahrscheinlich waren es die Geschichten, die wir uns bestimmt schon tausend Mal erzählt hatten und die wir uns garantiert auch noch tausend Mal erzählen werden.

Okay, die Kopfschmerzen kommen vom Bacardi und die Rollos sind oben, da ich gestern zum Runterlassen wohl nicht mehr in der Lage war, dachte ich und die ersten beiden Fragen des heutigen Tages hatte ich bereits geklärt. Ich war schon ein wenig stolz auf mich.

Jetzt siegte die Neugier und ich stand auf, um mein Handy aus der Hosentasche zu holen. Ich sah mir zunächst die Gegend um mein Bett herum an, konnte meine Jeans hier jedoch nicht erblicken. Nachdem ich auch im Bad und im Wohnzimmer nicht fündig wurde, gab es nur noch die Möglichkeit, die Hose in der Küche zu finden. Ich hob sie auf und nahm das Handy aus der Tasche. Carlos hatte geschrieben und als ich den Text las, musste ich lachen.

Moin Nick, bist du gut angekommen? Ich habe einen Brummschädel und muss gleich los zum Klettern. Aber dir wird es ja nicht besser gehen, ich hoffe dein Arbeitstag wird nicht zu stressig. Gruß C.

„Oh Manno, nicht nur ich habe wohl zu tief in Glas geschaut. Carlos verwechselt sogar Samstag mit Freitag“, dachte ich und ging ins Bad, um mir mit der Zahnbürste und ganz viel Zahnpasta den ekligen Geschmack aus dem Mund zu vertreiben. So richtig half mir das Zähneputzen leider nicht, und so ging ich in die Küche, füllte den Wasserkocher und tat zwei hoch gehäufte Löffel löslichen Kaffee in meinen blauen Lieblingsbecher mit der Sylt-Kuh darauf. Kurze Zeit später duftete es nach Kaffee und außer, dass ich aus dem viel zu vollen Becher auf meinen Küchenboden kleckerte, verbrannte ich mir mit dem viel zu starken Gesöff auch noch die Zunge.

Ich ging ins Wohnzimmer und setzte mich völlig kaputt aufs Sofa. Mein Hintern hatte die Sitzfläche noch gar nicht richtig berührt, da stand ich auch schon wieder und machte mich auf den Weg zurück in die Küche, um auf mein Handy zu schauen. Nun befanden sich nicht nur Kaffeeflecken auf dem Küchenfußboden, sondern auch auf dem Holzfußboden im Wohnzimmer und im Flur. Als ich mein Handy in der Hand hielt und den Bildschirmschoner mit dem Motiv von Sergej Barbarez, der aus meiner Sicht letzten wirklichen Persönlichkeit vom HSV, beiseite gedrückt hatte, musste ich mich bei Carlos entschuldigen. Er hatte nicht den Samstag mit Freitag verwechselt. Wir hatten heute Freitag! Klar, Carlos und ich gehen immer am Donnerstag zum Billard. „Wieso komme ich da jetzt erst drauf?“, waren meine panischen Gedanken. An meinem Kleiderschrank angekommen, warf ich mich schnell in irgendwelche Klamotten. Zeit zum Auswählen hatte ich nämlich nicht, ich musste jetzt los zur Arbeit. Nachdem ich noch einen großen Schluck Kaffee genommen hatte, griff ich nach meinem Schlüssel, verließ türknallend die Wohnung und ging mit großen Schritten zum Ohlsdorfer Bahnhof.

Auf dem Weg dorthin begann ich zu rechnen, wie lange mein heutiger Bürotag werden müsste, damit ich nicht zu viele Minusstunden machen würde. Ich hätte es lieber bleiben lassen sollen, da es mir echt die Laune verdarb. So entschloss ich mich dazu, dass es mir total egal war, wie viele Minusstunden es werden, da ich bei diesem schönen Wetter spätestens um dreizehn Uhr mein Büro wieder verlassen werde.

Vom Ohlsdorfer Bahnhof dauerte die Fahrt mit der S-Bahn fünfzehn Minuten bis zum Bahnhof Berliner Tor, und so hätte ich immerhin circa dreieinhalb Stunden auf meinem Gleitzeitkonto verbuchen können. Zumindest dann, wenn diese dämliche S-Bahn das gemacht hätte, wofür sie gedacht war. Aber es wurde mal wieder gebaut oder irgendwelche Vollpfosten waren auf den Gleisen unterwegs, sodass es einen Polizeieinsatz gab. Was es auch immer war, die S-Bahn fuhr nicht und ich musste die U-Bahn nehmen. Das bedeutete, dass ich zunächst neun Stationen bis zum Bahnhof Jungfernstieg fahren konnte, dort umsteigen durfte und anschließend noch weitere zwei Stationen fahren musste, um an meinem Zielbahnhof anzukommen. Beim Bahnhofsbäcker holte ich mir noch schnell einen Cappuccino und verpasste so die Abfahrt meiner Bahn. Ist ja nicht so schlimm, dachte ich mir, da die Bahn morgens alle fünf Minuten fuhr. Pustekuchen! Morgens fährt die Bahn zwar alle fünf Minuten. Allerdings war es jetzt schon so spät, dass der Fahrrhythmus inzwischen auf zehn Minuten ausgedehnt worden war.

Angelehnt an eine Wand stand ich, mit dem Gesicht zur Sonne, auf dem Bahnsteig und trank meinen Cappuccino. Zeitgleich mit der Ankunft meiner Bahn hatte ich meinen Becher leer, und so ging mein Plan, mir die Bahnfahrt mit einem leckeren Cappuccino zu verschönern, nicht auf. Wobei dies ja nicht das Erste war, was heute nicht funktioniert hatte. Die Bahn war ziemlich gut gefüllt, und ich fragte mich, ob alle anderen Fahrgäste heute auch nicht aus dem Bett gekommen waren oder bei diesem schönen Wetter einfach nur frei hatten. Ich beschäftigte mich nur kurz mit diesen Gedanken. Stattdessen lehnte ich mich lieber gemütlich gegen die Scheibe und sah aus dem Fenster. Ich sah meine schöne Stadt an mir vorbeiziehen und blickte neidisch auf die Menschen, die es sich bereits mit Decken auf den Wiesen gemütlich gemacht hatten oder an einem der vielen Kanäle spazieren gingen.

„Hamburg ist einfach wunderschön“, dachte ich und bekam gerade noch mit, dass ich bereits am Jungfernstieg angekommen war. Ich sprang auf, stieg aus und musste mich kurz orientieren. Es war gar nicht so einfach herauszufinden, welchen Ausgang ich nehmen musste, um mit der anderen Bahn weiterfahren zu können. Unterirdisch ging ich an Kiosken und Bäckereien vorbei und war tapfer, da ich es schaffte, trotz Kaffeedurst an den Geschäften vorbei zu gehen. Ich wollte nicht noch mehr Zeit verplempern. Am Ende meines unterirdischen Weges musste ich rechtsherum und mit einer Rolltreppe zu meinem Bahnsteig hinunter fahren. Viel interessanter fand ich allerdings das Schild, das auf der linken Seite den Weg zum Jungfernstieg und zu den Barkassen anzeigte. Sehnsüchtig sah ich nach links, nahm aber den Weg nach rechts. Ich hatte mir vorgenommen, auch jetzt noch tapfer zu sein, da ich meinen eigentlichen Weg zur Arbeit fortsetzen wollte. Ich stand auf der Rolltreppe, die mich hinunter zum Bahnsteig brachte, und konnte sehen, dass meine Bahn in einer Minute ankommen sollte.

Das passte ja endlich mal gut. „Wenigstens brauche ich hier nicht noch mehr Zeit verschenken“, dachte ich, als die Bahn tatsächlich pünktlich in den Bahnhof einfuhr. Nachdem alle Fahrgäste ein- und ausgestiegen waren, fuhr die Bahn los und musste, wenn nichts Außergewöhnliches geschehen würde, in wenigen Minuten in meinem Zielbahnhof einfahren.

Allerdings ohne mich!

Ich stand zur gleichen Zeit, als die Bahn den Bahnhof Jungfernstieg verließ, auf der Rolltreppe und fuhr den Weg, den ich eben gekommen war, wieder zurück. Die Rolltreppe führte mich hinauf zum Tageslicht. Als ich oben angekommen war, nahm ich die nächste Abbiegung und folgte dem Schild zum Jungfernstieg, das mich zur Binnenalster und den Barkassen führte. Mit jeder Stufe konnte ich mehr blauen Himmel erkennen und als ich oben angekommen war, blickte ich auf die Alster, sah Segelboote, konnte auf der anderen Seite der Alster einen Reisezug erkennen und fühlte mich plötzlich frei. Es zog mich am Alsteranleger entlang zum Alex. Zu einem Lokal direkt an der Alster, von dem aus man von der einen Seite auf das Geschehen in der City und von der anderen auf die Alster blicken konnte. Ich entschied mich für den Alsterblick und hatte auch noch das seltene Glück, einen freien Strandkorb zu erwischen. Nachdem ich dort Platz genommen hatte, fiel mir ein, dass ich noch etwas zu erledigen hatte und griff zum Handy. Ich stellte mein Handy auf keine Rufnummernübermittlung um und wählte die Telefonnummer meines Chefs. Nach dem fünften Klingeln sprang sein Telefon auf einen anderen Apparat und ein Kollege nahm ab.

„Nick hier. Sag mal, ist der Dicke heute gar nicht im Büro? Ich habe schon einige Male probiert, ihn zu erreichen, hatte aber bisher kein Glück.“ Zur Antwort bekam ich, dass der Dicke heute tatsächlich nicht im Büro war, sondern einen Kundentermin hatte.

„Gibst du bitte Bescheid, dass ich heute krank bin und nicht komme“, bat ich meinen Kollegen und verabschiedete mich. Meine Hoffnung war, dass mein Kollege, die Frage der freundlichen Bedienung, nicht gehört hatte. Sollte es jedoch so gewesen sein, hätte ich es jetzt auch nicht mehr ändern können.

„Was darf es sein, brauchen Sie die Frühstückskarte?“ Diese Frage bekommt man schließlich normalerweise nicht gestellt, wenn man krank im Bettchen verweilte.



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