Montag, 13. Februar 2017

Unsere Dauerschleife :-)

... also eine Dauerschleife!

UND wenn sie dann noch ins Herz geht, hat man alles erreicht um glücklich zu sein ...!

Etwas größeres gibt es nicht im Leben ...!!!

Genau aus diesem Grund haben sich Kerry und ich mit diesem Thema beschäftigt ... Beschäftigt ...? Nein, es ist Roman daraus geworden ... und wir sind mächtig STOLZ darüber, dass dieser Liebesroman so toll angekommen ist ... !!!

Ein DICKES ...
... dafür ...!

Wie wäre es mit einer kleinen Leseprobe ...?

Viel Freude wünschen
Kerry & Ben


Ich saß in der Sonne vor dem Café Lenny und wurde mit jeder Minute, die verstrich, nervöser. Alle paar Sekunden holte ich mein Handy aus der Tasche und sah auf die Uhr. Ich war ein wenig zu früh dran und versuchte krampfhaft, ruhig zu bleiben. Aber das war gar nicht so einfach. Meine Hände zitterten, und ich knibbelte ständig an meinem Daumennagel. Die Angst, er würde doch nicht auftauchen, machte sich in mir breit, und ich versuchte, sie so gut es ging zu ignorieren. Als der Kellner kam und mich fragte, was ich denn trinken wollte, schickte ich ihn erst einmal weg. Ich wollte warten, bis Nico auch hier wäre.
Endlich war es so weit. Schon von Weitem konnte ich sehen, wie er die Straße entlanggehetzt kam. Die blauen Augen strahlten mich an, als er mich entdeckte und auf meinen Tisch zukam. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich, wie er aussah. Sein Gesicht war dreckverschmiert und sein ehemals weißes T-Shirt zierten zahlreiche schwarze Schlieren. Im ersten Moment dachte ich, er käme direkt von der Arbeit – eine Autowerkstatt oder so –, aber dann fiel mir wieder ein, warum er in der Kanzlei Klient war. Daran konnte es also nicht liegen.
Während ich ihn musterte und versuchte, mir einen Reim auf sein Auftreten zu machen, fragte er, ob er sich setzen dürfe. Völlig automatisch antwortete ich, aber er saß noch nicht ganz, da sprang er schon wieder auf und entschuldigte sich auf die Toilette.
Während er weg war, kam der Kellner zurück, und ich bestellte zwei Milchkaffee für uns.
Ein paar Minuten später stand Nico wieder neben mir und sah mich an, als würde er auf etwas warten. Ich hatte nur keine Ahnung worauf. Unser Kaffee kam, und endlich setzte Nico sich auf seinen Platz. Sekundenlang schauten wir uns nur an. Ich wollte in seinen Augen versinken. Dieses strahlende Blau, so unglaublich.
Ein kleines, leicht schiefes Lächeln umspielte seine Mundwinkel, und ich hatte das Gefühl, er war ein wenig unsicher. Zumindest wirkte es so auf mich.
Erneut ließ ich meinen Blick über ihn gleiten. Das Gesicht und die Hände waren frisch gewaschen und sauber, nur beim T-Shirt konnte er nicht viel ausrichten. Das würde er vermutlich nur noch wegschmeißen können.

„Ja, also … Äh, sorry, dass ich hier so auftauche. Ich hatte ein kleines Problem mit meinem Fahrrad und …“ Er hob ein wenig hilflos die Hände und brach ab.
Ich musste grinsen, als ich ihn ansah, und Erleichterung durchströmte mich. Nico gehörte eindeutig nicht zu der typischen Hamburger Schickeria. Das zeigte nicht nur seine Reaktion auf sein Aussehen, sondern schon sein Klamottenstil; Jeans, T-Shirt und Sneakers, entsprach nicht dem Klischee der geschniegelten Anzugtypen, mit denen ich ja so gar nichts anfangen konnte.
Er war ein Mann, der anscheinend wusste, wozu er seine Hände gebrauchen konnte, außer sie maniküren zu lassen. Wie es aussah, konnte er anpacken und hatte dabei auch keine Angst, sich schmutzig zu machen. Das gefiel mir ausnehmend gut und machte ihn sofort noch viel sympathischer, als er auf den ersten Blick eh schon war.
Ich atmete tief durch. Auf einmal fiel alle Schüchternheit, die ich sonst in Gegenwart Fremder hatte, von mir ab. Entspannt griff ich nach meinem Milchkaffee und lehnte mich zurück.
„Ich hoffe, du konntest das Problem lösen?“, fragte ich und lächelte ihn an. Oh Mann … Der hatte aber auch Augen. Und nicht nur das, der ganze Mann war dermaßen heiß, eben weil er nicht aussah wie tausend andere. Er war anders, er war ein eigener Typ, das merkte man sofort, und genau das machte ihn für mich wahnsinnig attraktiv. Ich musste wirklich aufpassen, dass ich ihn nicht zu offensichtlich anstarrte. Das wäre dann wohl ziemlich peinlich – zumindest, wenn er mich dabei ertappt. Mein Herz schlug locker doppelt so schnell, und sobald unsere Blicke sich trafen, machte es kleine – na ja, eher größere – Hüpfer. Ich musste mich wirklich zusammenreißen, nicht bereits jetzt, nach nur wenigen Minuten zusammensitzen, näher an ihn heranzurücken.
„Nein, leider nicht. Meine Fahrradkette hat den Kampf gegen mich gewonnen und deshalb … tja, sehe ich so aus.“
Er zeigte auf sein Shirt, und seine Wangen färbten sich leicht rot. Mein Herz machte einen weiteren Freudensprung bei dem Anblick. Ganz kalt ließ ihn unser Treffen also auch nicht, was mich umso mehr freute, da ich bis eben gerade noch ein reines Nervenbündel gewesen war.
„Bist du immer so ein Chaoskopp?“, fragte ich und merkte gleichzeitig, wie frech meine Frage eigentlich war. Super, Christiane! Erst denken, dann reden! Kurz hielt ich die Luft an, in Erwartung, dass er jetzt sauer werden würde, aber er lachte nur. Das Geräusch ging mir durch und durch und hinterließ ein sehnsüchtiges Kribbeln in meinem Bauch – ich wollte es am liebsten sofort wieder hören. 
„Tut mir wirklich leid. Normalerweise geh ich schon vernünftig angezogen und vor allem sauber aus dem Haus. Aber ich hab mit der blöden Fahrradkette so die Zeit verdaddelt, und dann hatte ich es wahnsinnig eilig, noch pünktlich hier zu sein. Da ist mir gar nicht aufgefallen, wie ich mich eingesaut habe“, versuchte er zu erklären, und mit jedem Wort, das er sprach, entspannte ich mich mehr. Ich fühlte mich einfach nur wohl in seiner Gegenwart.
Grinsend beugte ich mich vor, streckte die Hand aus und zeigte auf sein Shirt.
„Na ja … Ganz öffentlichkeitstauglich bist du so jedenfalls nicht. Ich würde mal sagen, wir haben jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder wir gehen shoppen, oder wir suchen uns einen ruhigen Platz, wo es egal ist, dass du aussiehst wie frisch durchs Schmierfett gezogen.“ Ein wenig erschrocken sah er mich an und ich lachte lauthals los.
„Schon klar, Männer und shoppen. Okay, Vorschlag: Was hältst du davon, wenn wir unseren Kaffee hier schnell austrinken, beim nächsten Bäcker ein paar Brötchen und was zu trinken holen und uns an den Elbstrand zurückziehen? Das Wetter ist großartig und da können wir uns ganz entspannt in die Sonne legen.“
Nico nahm einen Schluck von seinem Kaffee und sah mich nachdenklich an. Mit so einer Reaktion von mir hatte er wohl nicht gerechnet.
„Coole Idee!“ Ein strahlendes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus.

Eine halbe Stunde später hatten wir unseren Plan in die Tat umgesetzt und suchten uns, mit einer großen Tüte vom Bäcker und ein paar Flaschen Bier bewaffnet, ein ruhiges Plätzchen am Strand. Es war erstaunlich wenig los, wenn man bedachte, dass es solche schönen, heißen Tage, wie wir sie hier im Moment hatten, in Hamburg eher selten gibt. Lag aber vielleicht auch daran, dass an einem Montagabend nach Feierabend die wenigsten Leute Lust hatten, noch mal rauszugehen.
Ich ließ mich in den warmen Sand fallen und zog meine Chucks aus, ich wollte den Strand zwischen meinen Zehen spüren. Kurz zögerte Nico, dann setzte er sich zu mir und legte sich zurück auf die Ellenbogen.
„So, jetzt verrat mir doch mal, wie deine Freundin mich gefunden hat.“ Auffordernd lächelnd sah er mich an.  
„Na ja … eigentlich war es gar nicht Sina, die dich gefunden hat. Es war Jennifer, meine Arbeitskollegin, die mir dein Facebookprofil geschickt hat. Ich hab mich nur nicht getraut, dich anzuschreiben.“ Verdammt, Christiane! Das hatten wir doch eben schon mal! Erst denken, dann reden!
Ich spürte, wie ich rot wurde, und wandte mich ab. Ich sah den Strand hinunter und beobachtete die Wellen, die, aufgeworfen von einem vorbeiziehenden Frachter, auf den Sand schlugen. Ein paar Möwen kreisten über uns und kreischten auf der Suche nach Fressen. 
Eine Hand legte sich an meine Wange, und sanft drehte Nico meinen Kopf herum, bis ich ihn ansah. Seine Augen strahlten mich an und wieder versank ich in diesem Blick, vergaß Zeit und Raum um mich herum.
„Du hast mich gesucht?“, fragte er. Ich wollte seinem forschenden Blick ausweichen, aber ich konnte es nicht. Ein wenig verlegen und hilflos zuckte ich nur mit den Achseln. Er war mir plötzlich so nah, und das machte mir Angst. Angst, dass er mich auslachen würde, Angst, dass ich mich in ihm verlieren würde, Angst, dass ich nur eine von vielen für ihn war. Denn eines wurde mir in diesem Moment klar: Er war nicht nur meine Dauerschleife im Kopf, er war auch meine Dauerschleife ins Herz und ich hatte mich in ihn verliebt. Ich wollte mehr von ihm. Ich wollte alles!
Mein Fluchtinstinkt schlug unbarmherzig zu und meine Schüchternheit war plötzlich wieder da. Am liebsten wäre ich aufgesprungen und ganz schnell, ganz weit weggelaufen, bevor meine Gefühle mich überwältigen. Gleichzeitig hätte ich aber auch nichts lieber getan, als ihn einfach geküsst. Ich wollte diese verführerischen Lippen auf meinen spüren, ich wollte ihn schmecken, wollte fühlen, dass er endlich real war. Doch ich tat weder das eine noch das andere. Bewegungslos blieb ich sitzen und konnte mich nicht rühren, war wie paralysiert.
„Hey …“ Seine Stimme klang so sanft, als würde er ganz genau spüren, was gerade in mir vorgeht. Wie hin- und hergerissen ich innerlich war. Aber das konnte nicht sein. Er kannte mich doch gar nicht.
Nico legte seine Arme um mich und zog mich vorsichtig zu sich hinüber. Eine Hand an meinem Hinterkopf in meinen Haaren vergraben, legte er meinen Kopf an seine Schulter.
„Ich hab dich auch gesucht. Ich konnte dich einfach nicht vergessen. Seitdem ich dein Lächeln am Bahnhof gesehen habe, bist du mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.“

Ich konnte seinen Herzschlag unter meinem Ohr hören. Schnell und fast ein wenig unregelmäßig. War er etwa genauso aufgewühlt wie ich?

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