Montag, 24. Oktober 2016

Kuschelalarm :-)

Moin ihr Lieben.

Wie wäre es mit einem Kaffee (wahlweise einem anderen Heißgetränk) und dazu nem Keks?

Genauer gesagt, kuscheln, Kekse und Kaffee ...
Oder auch zum Kuschelkeks einen Kaffee trinken?

So, jetzt habe ich euch genug verwirrt ;-)
Auf zur Leseprobe von unserem neunen Buch "Kuschelkeks und Schneegestöber"
DANKE liebe Kerry Greine! Ich mag es so sehr mit dir zu schreiben ... Fast so wie unser GEZICKE ;-) (SPASS)

RASEND 

Nicht nur das zufällige Treffen mit meiner Vergangenheit hatte mich rasend gemacht. Auch das Gaspedal meines Autos drückte ich auf der Landstraße bis zum Anschlag durch und so raste ich auf dem schnellsten Wege nach Hause. Wenn ich nicht diese dämlichen Einkäufe in meinem Wagen gehabt hätte, wäre ich sofort in die Küche gelaufen und hätte mir ein Bier aus dem Kühlschrank geholt. Ein Bier würde diese unangenehme Begegnung mit der Frau, deren Namen ich niemals wieder aussprechen wollte, zwar nicht löschen, allerdings bestand die Möglichkeit, dass es mir anschließend etwas besser ginge. Die Kisten standen nicht nur in der Abstellkammer, ich hatte sie auch bereits geleert. Ebenso wie das erste Bier, von dem nur noch die leere Flasche auf meiner Arbeitsplatte in der Küche zu erkennen war. Schnell griff ich nach einer zweiten Flasche und hoffte darauf, dass diese irgendeine Wirkung brachte. Konnte es nicht ein Zaubertrank sein, der dafür sorgte, dass es wieder wie vor einer Stunde war? Gab es nicht die Möglichkeit, irgendetwas zu unternehmen, dass die Zeit zurückgedreht werden würde? Nur um eine einzige verkackte Stunde. Nur um sechzig Minuten, die mir genügen würden, wieder in meiner Welt zu landen. In meiner Welt, in der diese Frau absolut nichts mehr zu suchen hatte. Ich würde meine Einkaufstour anders legen. Hätte diesen Parkplatz gemieden. Vielleicht hätte ich dann den ganzen Einkauf auf morgen verschoben. Es gab circa 75 000 Einwohner in Lüneburg. Warum um alles in der Welt musste ich ausgerechnet meiner Vergangenheit über den Weg laufen? Warum konnte nicht irgendjemand auf mich aufpassen? Mir Schutz geben? Warum nur um alles in der Welt hatte jemand zugelassen, dass ich diese Frau, deren Namen ich niemals wieder aussprechen wollte, heute treffen musste?

Und Mark! Wie konnte Mark ein gemeinsames Spiel mit ihr machen? Er hatte ihr tatsächlich einen Job gegeben. Was hatte er plötzlich gegen mich? Wie konnte er mir so was antun? Was hatte ich ihm getan? „Er kennt diese Frau, die mich in meiner Vergangenheit so sehr verletzt hatte, gar nicht.“ Laut sprach ich mal wieder mit mir selbst. „Sie war es, die Mark für ihre Spielchen ausgenutzt hatte.“ Erneut sagte ich etwas, und es tat gut, mir den Frust von der Seele zu reden. „Dieses Miststück! Die ist ganz sicher nur für einen Kurztrip hierhergekommen, um mir mein Leben kaputtzumachen! Wahrscheinlich hat sie mitbekommen, dass es mir gut geht. Genau wie damals auch, gönnt sie es mir auch heute noch nicht, glücklich zu sein.“ Aber wie passt es dann, dass sie bei den Mülltonnen nach Essen sucht? Erst jetzt kam mir dieser Gedanke, doch ich schob ihn fast sofort wieder beiseite. Ich wollte nicht über sie und das, was sie tat, nachdenken. Das zweite Bier war geleert. Ob eine dritte Flasche helfen würde? Ob ich diese dumme Schlampe nach einer dritten Flasche vergessen konnte? Vielleicht war sie danach weg? Oder war sie gar nicht da? Hatte ich mir alles nur eingebildet? Vielleicht träumte ich ja auch nur? Mit meiner Faust schlug ich auf die Küchenablage. Schnell kamen Schmerzen in mir auf, und ich vergaß tatsächlich einen Augenblick lang die Gedanken an die Frau, deren Namen ich niemals wieder aussprechen wollte. Leider vergingen die Schmerzen wieder. Dafür war meine Begegnung von vorhin wieder präsent. Wahrscheinlich sogar präsenter als vor meinem Schlag.

Ich hatte mich inzwischen gegen ein drittes Bier entschieden. Alkohol konnte keine Lösung sein. Stattdessen war ich dabei, mir einen Kaffee aufzusetzen. Während das Wasser in den Filter lief, kam mir einer meiner Sätze von vorhin in mein Gedächtnis zurück. „So, so, bist du so tief gefallen, dass du jetzt Weihnachtsbäume für einen Hungerlohn verkaufen musst?“ Ich murmelte ihn vor mich hin und wiederholte ihn mehrmals. Wie konnte ich eine solche Aussage treffen? Nicht, dass es mir IHR gegenüber leidtat. Aber Mark war mein Freund. Hatte ich tatsächlich so abwertend über einen Freund gesprochen? Waren es wirklich meine Worte, die ich über die Arbeit von Mark gesagt hatte? So, so, bist du so tief gefallen, dass du jetzt Weihnachtsbäume für einen Hungerlohn verkaufen musst? Immer wieder flog dieser Satz durch meine Gedanken. Das war nicht ich. So was sagte ich niemals. Im Gegenteil, ich verurteilte alle Menschen, die solche Aussagen tätigten. Es gab keine schlechten Arbeiten. Es gab lediglich Menschen, die Schlechtes über einige Tätigkeiten sagten. Gehörte ich jetzt zu diesem Menschenschlag dazu? Außerdem hatte ich keine Ahnung, was Mark der Frau, deren Namen ich niemals wieder in den Mund nehmen wollte, bezahlte.

„Scheiße!“ Laut und deutlich sagte ich dieses Wort. Ein einziges Treffen hatte mich derart aus der Bahn geworfen. Es fühlte sich fast an wie DAMALS. Wie dieses DAMALS, das ich nie wieder erleben wollte. Kein Mensch durfte mir jemals wieder so etwas antun. Und doch war es eben passiert. Was wollte SIE hier? Wie sah ihr Plan aus? Plötzlich kam ein weiterer Satz von vorhin zu mir zurück. „Was ist mit deinem tollen, reichen Macker geschehen? Ach egal, ich will es gar nicht wissen.“ Reden befreite! Mein Kaffee war inzwischen auch fertig, und so setzte ich mich auf den Hocker, der sich in meiner Küche befand. „Ganz sicher fährt sie schon bald zu ihm zurück. Immerhin hatte sie diese typischen Angeber-Klamotten an und ein teures Angeber-Auto war sie ebenfalls gefahren.“ Langsam kam ich etwas runter. Meine Gedanken ließen sich sortieren und einordnen. „Wäre es doch mit der Buchhaltung auch so leicht, sie zu sortieren und einzuordnen.“ Ich lachte über meine Worte. Doch sofort verstummte dieses Lachen abrupt. War ich etwa für das Erscheinen von der Frau, deren Namen ich niemals wieder sagen wollte, selbst verantwortlich? War ich es nicht, der während der Buchhaltung an sie gedacht hatte? Hatte ich nicht sogar daran gedacht, dass sie hierher passen würde? Ich mache das Hotel und sie die Büroarbeit. Während ich mir diesen Satz aus der Erinnerung kramte, stieg ein Unwohlsein in mir auf. Ich hatte SIE selbst gerufen. Hatte es mir gewünscht. „Scheiße, sonst gehen Wünsche doch auch nicht in Erfüllung!“ Ich schrie diesen Satz durch das inzwischen geöffnete Küchenfenster hinaus. „Verpiss dich! Ich will dich niemals wiedersehen!“ Diese Worte schickte ich hinterher und verschloss anschließend das Fenster wieder.

Wenn sich meine anderen nicht beabsichtigten Wünsche erfüllten, musste es doch auch mit diesem funktionieren. Ich nahm mir vor, Mark über alles zu informieren. Allerdings nicht mehr heute. Nochmals wollte ich nicht über die Frau, deren Namen ich niemals wieder sagen wollte, reden. Auch nicht mit meinem Freund Mark!

Vielleicht hat euch die Leseprobe ja neugierig gemacht?
Wenn ja, hier findet ihr mehr! :-)





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