Donnerstag, 2. Juni 2016

Was genau ist FAIR?

Fair sein

... klar muss man das!

Aber wirklich immer?
Selbstverständlich sagt ihr jetzt: Ja!
Ich würde die Frage normalerweise ebenfalls mit einem Ja beantworten.
Doch ich habe Hintergrundwissen.

Zumindest weiß ich schon, auf was ich hinaus möchte.
Eines meiner Lieblingsthemen ist die Liebe. Wobei ich gerade am Überlegen bin, ob es eines meiner Lieblingsthemen oder mein absolutes Lieblingsthema ist.
Wie auch immer. Ich fühle mich gerade dazu berufen, darüber etwas zu schreiben.

Ich möchte gerne versuchen, zu beweisen, dass es dieses Fair-Sein in der Liebe nicht zwingend geben muss.
Vielleicht werden mir einige am Ende meiner Ausführung sogar zustimmen.


Zunächst aber muss folgendes geklärt werden:
Zu wem muss ich fair sein? Zu der Person, die mich darum bittet? Oder in erster Linie zu mir selbst?
Wenn um das Ende einer Beziehung gebeten wird, die Person keinen Kontakt mehr möchte, man aber dann trotzdem in die Kneipe rein marschiert, den anderen in den Arm nimmt und küsst, als wäre nichts passiert. Ist das dann fair oder unfair?

Zeigt es dem anderen Menschen nicht, dass man ihn noch immer liebt?
Vielleicht ist diese Geste genau die Geste, die sich die andere Person erhofft hat? Vielleicht zeigt man durch diese Geste sogar, dass die andere Person einen Fehler gemacht hat?

Wenn du gebeten wirst, keine Nachrichten an deinen Ex zu schreiben, du es aber dennoch tust. Zeigst du in dem Moment deinem Lieblingsmenschen, dass du noch da bist? Dass du ihn noch immer liebst? Dass du noch immer diesen gemeinsamen Traum hast?
Bin ich unfair, da sich die andere Person etwas anderes gewünscht hat?
Oder bin ich fair? Fair mir selbst gegenüber?
Fair, da ich nicht anders kann und ansonsten kaputt gehen würde?

Ich glaube, ein passendes Wort dafür lautet Zwickmühle.
Vielleicht gibt es aber ein noch passenderes Wort. Welches Wort ich meine?
Liebe natürlich!
Oder ist es vielleicht Egoismus?

Ich glaube, die Antwort darauf, ob es Liebe oder Egoismus ist, wird jeder von uns anders geben.

Selbstverständlich hängt es auch mit der Ausgangssituation zusammen. Es ist abhängig von den Gründen, weshalb man sich getrennt hat.
Klar ist, dass man eine Person, der man Schaden zugefügt hat, die man verletzt hat, oder mit der es keinen gemeinsamen Weg gibt, loslassen muss. Dieser Weg ist beendet. Da gilt auch kein Egoismus!

Aber wenn die Trennung aus Nichtigkeiten oder aus Angst vor der eigenen Courage ausgesprochen wurde, dann finde ich, dass man gerne kämpfen darf; dass man in diesen Fällen unfair sein darf!

Was meint Ihr?

Kommentare:

  1. Ist es Liebe, zu einem Menschen zu halten, weil er mich braucht (wie auch immer), auch wenn alles in mir zur Zeit verschüttet ist und ich nichts mehr fühlen kann, nicht einmal mehr Trauer? Fair mir gegenüber ist es nicht. Oder vielleicht doch? Nicht einfach zu beantworten, finde ich.

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  2. Spannendes Thema :-)
    wenn ich einen Menschen "bedingungslos" liebe, dann bedeutet dies für mich in erster Linie, dass ich ihn und seine Aussagen (und vor allem seine nonverbale Aura) vollkommen so annehme, wie sie sich mir zeigen. Und dann kommt für mich die Fairness "in`s Spiel" - nämlich, dass ich auf mein akzeptiertes Gegenüber auf diejenige Weise reagieren darf / kann, wie es meinem inneren Empfinden entspricht. Aufgrund der Tatsache, dass ich den anderen sowieso nur dann voruteilsfrei lieben kann, wenn ich dies bereits für mich selbst kann, ergibt sich für mich, dass mein / sein Verhalten immer in eine wohlgeordnete Richtung geht, ganz unabhängig davon, ob es meinem Kopfdenken entspricht oder nicht..... Liebe ist einfach :-) wenn man sie lässt. Liebe Grüße, Gabriele

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