Sonntag, 19. Juni 2016

Ist Hoffnung das?

Ist Hoffnung

... unerschöpflich?

Manchmal kommt es uns so vor, als wäre die komplette Hoffnung aufgebraucht. Wir zweifeln an der Hoffnung. Vielleicht zweifeln wir, besser gesagt, ganz bestimmt tun wir es, weil wir selbst nicht mehr an die Hoffnung glauben mögen.

Doch dies ist eine Momentaufnahme, es ist nur ein Augenblick, eine Situation. Es gibt etwas, das uns gerade so sehr beschäftigt, dass wir keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Allerdings werden uns die klaren Gedanken einholen. Sie werden uns schon bald wieder begleiten, uns unterstützen. Ja, sie werden uns wieder auf unseren Weg bringen und uns auf diesem Weg auch nicht wieder verlassen.


Aber was ist eigentlich diese Hoffnung?
Sie bringt uns eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung. Eine positive Erwartungshaltung ist etwas Wünschenswertes. Etwas, das in der Zukunft eintritt. Die Hoffnung ist auch eine der drei christlichen Tugenden. Sie wird ergänzt von Glaube und Liebe.
Da man unter der Tugend eine hervorragende Eigenschaft versteht, sollten wir doch an unsere Tugenden glauben und auch in den nicht so schönen Zeiten an ihnen festhalten!

Selbstverständlich ist es erlaubt, die Hoffnung infrage zu stellen. Aber erstens bedeutet ‚erlaubt sein’ nicht, dass man etwas machen muss und zweitens dieses Infrage stellen nur eine Momentaufnahme sein.
Wir sehen andere glückliche Menschen und vergleichen uns mit ihnen.
Wenn man sich zu dieser Zeit jedoch in einem Tief befindet, wird man alles besser, schöner und größer finden, was andere Menschen haben oder machen. In unserem Kopf schwirren die Fragen: „Woher schöpfen die anderen diese Kraft, diese Hoffnung, diese Stärke? Warum können andere sich neu auftanken? Warum kann ich es nicht?“

Und wisst ihr was?
Diese Fragen sind, auch wenn es gerade nicht wirklich zu passen scheint, lustig.
Nein, nicht wundern. Ich werde gleich die Antwort darauf geben, warum ich es ‚lustig’ finde.

Genau die Menschen, die ihr bewundert, ziehen ihre Kraft, ihren Mut, ihre Hoffnung, vielleicht gerade aus euch.
Sie sehen euch bei einem Tee in einem Café sitzen. Vielleicht habt ihr sogar ein Buch dabei. Die Menschen denken in diesem Moment: „Die oder der hat es gut. Diesen Moment hätte ich gerne!“

Was ist in diesem Moment passiert? Diese anderen Menschen haben sich Hoffnung auf eine schöne Zeit gemacht. Oder auch ihr habt ihnen die Hoffnung gegeben.
Schon am nächsten Tag, vielleicht auch erst am übernächsten, sitzen sie ebenfalls dort. Vielleicht in einem anderen Café, vielleicht mit einem Kaffee, und anstatt einem Buch haben sie eine Zeitung dabei.

Warum sollten wir das nicht auch können?
Wir müssen die Augen aufhalten, erkennen, was wir wollen und es dann auch machen. Es müssen ja nicht gleich riesige Dinge sein. Lasst uns mit kleineren beginnen und wir werden erleben, wie gut es funktionieren wird. Dann versuchen wir es anschließend, nach und nach, auch mit größeren Wünschen.

Warum die anderen es machen, ist ganz einfach zu erklären: Weil wir ihnen den Mut gegeben haben. Weil wir dafür gesorgt haben. Ja, weil wir ihnen -ohne es zu wissen- Hoffnung gegeben haben!

Man kann sich die Hoffnung auf Neues, auf die Zukunft, ja sogar für die Gegenwart, überall holen.
Die Hoffnung in uns wird niemals sterben. Vielleicht müssen wir sie manchmal neu entdecken. Aber sie ist da!
Das Schöne ist, dass wir sie selbst aufbauen können. Wir benötigen keine anderen Menschen, um an die Hoffnung zu gelangen.
Wir müssen uns lediglich selbst unser Vertrauen schenken.

Wenn wir in der Sonne auf unserem Balkon sitzen, die großen und kleinen Wolken beobachten, sind wir glücklich. Dann sind wir dort, wo wir uns wohlfühlen, machen etwas, das uns gut tut. Wenn wir mit Menschen schreiben, Unterhaltungen führen, erleben, dass es Menschen gibt, die uns und unser Tun mögen: Dann geht es uns gut. Vielleicht sogar sehr gut!
Warum sollten wir also an irgendwelchen anderen Dingen zweifeln?
Warum sollten wir an der Hoffnung zweifeln?

Die Hoffnung wird uns nicht im Stich lassen. Sie ist unser Begleiter. Wir müssen sie lediglich erkennen und nutzen!
Und jetzt schreibe ich das Wort, das ich nur hätte als Antwort schreiben können.

Auf die Frage, ob die Hoffnung unerschöpflich ist, hätte ein NEIN genügt!

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