Donnerstag, 16. Juni 2016

Endstation

Das war es dann

… für mich!

Kennt ihr, oder?
Habt ihr nicht auch schon häufig diese Entscheidung getroffen? Eine Feststellung, bei der ihr euch ganz sicher gewesen seid und die durch nichts auf der Welt umgestoßen werden konnte?

Ich kenne diese Haltung von mir.
Du bist dir nicht sicher, ob etwas richtig oder falsch ist. Du weißt nicht, ob du es machen musst. Vielleicht machst du es auch gar nicht für dich selbst, sondern für einen anderen Menschen.

Es gibt diese Situationen, in denen du meinst, dass du einen Schlussstrich ziehen musst. Zumindest hast du das Gefühl, dass dieser Moment gekommen ist und bevor du tausend Mal hin und her überlegst, möchtest du eine Entscheidung treffen.
Du erhoffst dir, dass es dir damit besser geht und wünschst dir, dass es dem anderen damit auch besser geht.

Doch wenn wir ganz ehrlich sind, ist es gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Zumindest dann nicht, wenn wir vorher - wie eben beschrieben- in einem Wechselbad der Gefühle waren.
Irgendwie sagt uns dieses Wechselbad doch auch, dass wir uns nicht sicher sind, wie es weitergehen soll.
Wir befinden uns irgendwo dazwischen.


Tja, und dann machen wir etwas, wozu wir gar nicht zu 100 Prozent stehen. Wir machen es, obwohl wir uns nicht sicher sind.

Warum wir es machen?
Ich glaube, weil wir abschließen möchten. Nicht mit der anderen Sache, nicht mit der anderen Person.
Nein, wir machen es nur aus einem Grund: Weil wir nicht mehr leiden möchten.

Später kommt dieser Satz ins Spiel:
Das war es dann für mich!

Dieser Satz kann befreien, er kann dafür sorgen, dass wir uns etwas besser fühlen. Die Frage ist allerdings folgende:
Machen wir die Kehrtwendung wirklich aus Überzeugung?

Wenn es so ist: Herzlichen Glückwunsch!
In diesem Moment haben wir alles richtig gemacht. Weshalb sollten wir uns weiterhin quälen, wenn es auch anders geht?
Doch treffen wir die Entscheidung zu diesem Satz „Das war es dann für mich“ ‚nur so’, können wir sie uns direkt sparen.
Eigentlich ist dann nichts geklärt.
Die Entscheidung ist nicht aus Überzeugung gefallen.
Die Überzeugung spielt eine große - wenn nicht sogar die größte - Rolle. Bin ich von einer Sache nicht überzeugt, kann ich sie auch gleich lassen!

Warum?
Ganz einfach. Ich möchte es anhand einer kleinen Geschichte beweisen:
Stellt euch einmal vor, ihr habt euch verliebt. Ihr seid im Urlaub und lernt dort die Liebe eures Lebens kennen. Doch der Urlaub ist nicht das richtige Leben. Ihr habt im Urlaub eine wahnsinnig tolle Zeit. Alle Probleme sind zuhause geblieben. Ihr seid frei, so frei wie ihr es euch wünscht. Nach dem Urlaub seht ihr euch weiterhin. Ab und zu genießt ihr die gemeinsame Zeit und doch bemerkt ihr, dass es Dinge gibt, die noch geklärt werden müssen, die zwischen euch stehen. Dinge, die gar nicht groß sind, die aber auch nicht so klein sind, dass man darüber hinwegsehen kann.
Beide Personen leiden unter der Situation und ihr beginnt zu zweifeln.
Ihr beendet etwas, weil ihr euch sagt: „Das war es dann für mich!“

Doch da man sich immer mindestens zwei Mal im Leben sieht, weiß man, dass dieser Satz spätestens dann hinfällig ist, wenn man der anderen Person wieder in die Augen blickt. Wenn man wieder dieses Lachen und Strahlen live erleben darf.

Wisst ihr, was ich meine?
Ihr habt es ohne Überzeugung gemacht. Nur, um für euch Klarheit im Kopf zu erlangen. Doch wenn das Herz eine andere Meinung zu diesem Thema hat, könnt ihr euch den Satz immer wieder sagen.

Er wird euch nicht helfen!


1 Kommentar:

  1. Ja und manchmal ist es so, dass eine Entscheidung einerseits für einem gut ist, aber der Gedanke, dem anderen grossen Schmerz zuzufügen, einem doch nicht glücklich werden lässt und man es deswegen sein lässt. Ich selbst weiss zur Zeit nicht, wo ich stehe.

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