Samstag, 11. Juni 2016

Endlich MEINS :-)

Juhu ... !

Endlich kann ich mein Buch:

"Umzug nach Sylt"
selbst veröffentlichen ... :-)

Ab sofort ist es erhältlich und ich freue mich darüber es EUCH, nun endlich zu einem günstigen Preis, überlassen zu können.

Für NUR 1,49 Euro könnt ihr euch den LeseSpaß gönnen.



Es ist nicht nur für Sylt-Fans gedacht. Es ist ein Buch, dass von Freiheit, Träumen und Glück erzählt!

Hier ein kleiner Schnipsel:


Bahnhof Altona


Einige Monate später …

 Normalerweise wollte ich schon seit einer halben Stunde in der Nord-Ostsee-Bahn sitzen, meinen zweiten Kaffee getrunken haben und mich auf die Insel freuen.
Okay, zwei Kaffee hatte ich schon in mir und auf die Insel freute ich mich auch. Allerdings saß ich nicht im Zug, sondern auf dem Bahnsteig auf einer Bank. In diesem Moment war ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich mehr darauf freute, nach vielen Jahren endlich wieder nach Sylt zu fahren. Oder mich mehr darüber ärgerte, dass diese blöde Nord-Ostsee-Bahn noch immer streikte und ich so erst zwei Stunden später los konnte.

Einmal war ich kurz mit Antje auf der Insel. Aber diesen Aufenthalt hatte ich verdrängt und daher zählte er für mich nicht mit.
Vor mir standen mein riesiger Koffer und mein Rucksack, den mir Antje damals von einer ihrer Reisen mitgebracht hatte. Auf dem Schoss hatte ich eine Tiertragebox. Die Box war für Katzen, Kaninchen oder was auch immer gedacht. Ich hatte sie für den heutigen Tag etwas zweckentfremdet und so sah mich Bobby, mit lang ausgefahren Hals durch die Gittereingangstür hindurch, an.
Ohne Bobby konnte ich meine Tour nicht starten. Immer wenn ein Kind zu mir kam, um sich meine Katze anzusehen, musste ich grinsen und lachte mich darüber kaputt, dass ein Kind Auge in Auge mit meiner griechischen Landschildkröte gegenüber saß.

Den Rucksack gab es noch in meinem Leben, Antje leider nicht mehr, da sie sich, wie sie so schön sagte, anderweitig orientieren wollte und nicht mehr mit einem Träumer ohne Ziele, ihre Zeit vergeuden konnte. Konnte vielleicht schon. Wollte war ganz sicher der richtigere Ausdruck.
Antje strebte viel mehr an, endlich die nächsten Schritte ihrer Karriereleiter zu erklimmen und dabei stand ich ihr anscheinend im Weg.
Ich glaubte allerdings, dass es weniger an ihrer Karriereleiter lag, sondern viel mehr daran, was bei unserem gemeinsamen Sylt-Aufenthalt passiert war.

Wobei, war es auf Sylt?
Nun, eigentlich eher, als wir schon lange wieder zurück waren.
Wir saßen am Heiligabend, gemeinsam mit ihrer Mutter und meinen Eltern, vor dem festlich geschmückten Tannenbaum. Ich fand ihn zumindest festlich geschmückt. Als Antje mein Werk zum ersten Mal sah, fragte sie, ob es mein ernst sei. Sie fand silberne und rote Kugeln kitschig. Außerdem fehlte, dass von ihr so geliebte, Lametta am Baum.
Lametta fand ich nun wieder kitschig. Vielleicht war es auch nur die Gewohnheit, die mich daran hinderte, Lametta in einen Weihnachtsbaum zu hängen. Meine Eltern hatten es auch nie gemacht und manche Dinge übernimmt man einfach, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen.
Wir einigten uns darauf, den Tannenbaum so zu lassen. Besser gesagt, wir ließen ihn so, da wir keine Zeit mehr hatten, den Baum neu zu dekorieren. Außerdem hätte ich auch gar kein Lametta in meiner Wohnung gehabt.

Das Weihnachtsessen hatten wir schon hinter uns gebracht und irgendwann hatte ich, da es gerade begann langweilig zu werden, die Idee, unsere Videoaufnahmen aus den letzten Jahren anzusehen.
Ich hatte gefilmt, wie die Alster mit einer Eisschicht bedeckt war und Hamburg unter den Schneemassen dabei war zu versinken. Auch der Sylt-Urlaub war auf der Cassette, genau wie unser Spanienurlaub und der gemeinsame Wellnessurlaub im Herbst an der Ostsee.
Natürlich gab es auch viele Aufnahmen von unserer neuen Wahlheimat. Unsere gemeinsamen Erlebnisse auf Rügen durften auf keinen Fall fehlen.
Was auch immer alles auf dem Film drauf war, ich konnte es nicht mehr genau sagen.
Wir schafften es an diesem Heiligabend auf jeden Fall nicht, uns den Film komplett anzusehen. Antje war es, die mitten im Film aufsprang und das Video abschaltete. Sie zog die Cassette direkt aus dem Rekorder heraus. Nachdem sie den Film auf den Boden geschmissen hatte, zertrat sie die Cassette mit einem gezielten Tritt.

Wir waren gerade mitten in unserem Sylt-Aufenthalt angelangt, als der Heilige Abend plötzlich überhaupt nicht mehr heilig war. Meine Eltern gingen kurze Zeit später.
Antje und ihre Mutter sprachen kein Wort mehr mit mir und ich versuchte mich, mit dem restlichen Rotwein abzulenken.
Das mit dem Rotwein klappte. Leider so gut, dass ich mir kurze Zeit später mein Nachtlager direkt vor der Kloschüssel einrichten konnte. Nach dem Motto Strafe muss sein, hämmerte mein Kopf am nächsten Morgen extrem.
Allerdings brauchte ich mir nicht mit meinem dicken Kopf, der auch gar nicht in der Lage dazu gewesen wäre, eine Standpauke von Antje anhören.
Sie war, gemeinsam mit ihrer Mutter, noch in der Nacht abgehauen. Zusammen mit meiner Sporttasche und den wenigen Klamotten, die sie überhaupt bei mir hatte.

„So Nick, nun aber raus mit der Sprache. Was hast du Dämliches angestellt, dass Antje sich direkt und dann auch noch am Heiligabend von dir getrennt hat?“, wollte mein bester Freund Carlos von mir wissen.



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