Sonntag, 1. Mai 2016

Plötzlich weg

Fehlende Menschen

... können einen zum Nachdenken bringen.

- Viele werden diesen Text kennen. Aber es war ein Wunsch eines Bloglesers, dass ich ihn heute nochmals bringe-

Jetzt werden einige von euch aufschreien. Aufschreien und sagen.
„Nicht können sie müssen dich sogar zum Nachdenken bringen.“
Und vom Prinzip her gebe ich euch sogar recht. Aber dieses Mal ist es anders. Allerdings konntet ihr anhand meiner Überschrift ja auch gar nicht erkennen, welche Menschen ich gemeint habe.

Ich hatte nicht die Menschen gemeint, die man als Freunde oder gute Bekannte bezeichnet.
Nein, ich meinte die Menschen, die man gar nicht wirklich kennt und die einen doch eine ganze Weile begleiten.
Menschen, die einem irgendwie völlig fremd sind, die du aber trotzdem fast täglich siehst. Menschen, deren Gewohnheiten du kennst, ohne den Menschen selbst zu kennen. Menschen, über deren Macken du lachst und Menschen, um die du dir „Sorgen“ machst, wenn sie nicht da sind.


Wisst ihr schon welche Menschen ich meine? Habt ihr vielleicht schon eine Vermutung? Oder eventuell eine Idee?
Ich meine die Menschen, die wir -zum Beispiel- täglich in der Bahn, auf dem Weg zur Arbeit sehen. Die uns immer zur selben Uhrzeit, am selben Ort begegnen. Die vielleicht ebenso auf uns warten, wie wir auf sie. Die unsere Rituale genau kennen. Die sich wundern, wenn man morgens keinen Trinkbecher mit Kaffee in der Hand hält. Denen auffällt, wenn man schlecht geschlafen hat. Die, die „heimlich“ um ihre Zeitung herum luschern.

Ja, ich meine die, die immer da sind. Die dich ein Stück, manchmal ein großes Stück, deines Lebens begleiten.
Und eines Tages sind sie nicht mehr da. Zunächst vermutest du, dass sie krank sind oder
Urlaub haben. Aber nach einer Weile fehlen sie noch immer.
Dir wird klar, dass es etwas anderes sein muss. Vielleicht ein neuer Job, eine neue Arbeitsstätte, ein Umzug?
Oder ist sogar etwas Schlimmes passiert?


Fragen über Fragen aber du kannst sie nicht beantworten. Du kannst lediglich Vermutungen anstellen.
Und du kannst hoffen, dass nichts schlimmes der Grund für ihr Verschwinden aus „deinem“ Leben ist.

Wochen, Monate vielleicht sogar Jahre, hat es dich nicht wirklich interessiert, was es für Menschen gewesen sind, mit denen du jeden Morgen, zur gleichen Zeit, in der gleichen Bahn gesessen hast. Sie waren einfach immer da.
Doch wenn der Tag gekommen ist, ab dem man getrennte Wege gehen muss, wird einem klar, dass auch diese Menschen, diese „fremden“ Menschen, irgendwie ein Teil in deinem Leben gewesen sind.

Falls einer von euch diesen Beitrag gerade in der Bahn, im Bus oder irgendwo unterwegs lesen sollte, dann schaut euch um. Seht nach, welche dieser Menschen euch bereits eine kleine -oder große- Weile begleiten.

Liebe Grüße
Ben

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