Freitag, 11. März 2016

SchnuppenZeit ;-)

SchnuppenZeit?!

Was auch immer ich damit wohl meinen mag ...

Ich werde euch dann mal AUFKLÄREN ;-)

Hier kommt es schon:

Zurück in meiner Kabine machte ich mich daran, meine Sachen zu packen. Als ich fertig war, sprang ich unter die Dusche. Während ich das warme Wasser genoss, das über meine Haut lief, und mir dabei den Schweiß des Tages herunterwusch, musste ich an Malin denken. Hier unter der Dusche hatten wir ganz besonders schönen Sex gehabt. Sehr deutlich waren jetzt, da sich die gläserne Duschwand beschlug, die Handabdrücke von ihr zu erkennen. Ebenso deutlich waren meine Gedanken an diesen Moment, und als ich an mir herunterblickte, konnte ich meine Erregung nicht nur spüren, sondern auch sehen. So gut es ging, versuchte ich, diese zu unterdrücken, und legte mich, nachdem ich mich abgetrocknet hatte, auf mein Bett.
Mein Blick war bereits seit einer ganzen Weile auf die Kabinendecke gerichtet. Es ging mir schon selbst auf den Keks und doch schaffte ich es nicht, mich mit irgendetwas Vernünftigem zu beschäftigen. So konnte es nicht weitergehen. So durfte mein heutiger Abend nicht weitergehen. Nein, heute, an meinem letzten Abend auf der AIDA, durfte ich meine Zeit einfach nicht mit An-die-Decke-Starren verbringen.

Als ich das Außendeck betrat, war es bereits dunkel. Schwarz lag der Himmel über mir, der sich farblich perfekt an die Dunkelheit des Meeres angepasst hatte. Den Mond hatte ich hinter meinem Rücken am Himmel stehen, sodass ich vor mir lediglich einen wunderschönen Sternenhimmel bestaunen konnte. Die Vielfalt der Sterne war unbeschreiblich, und als ich das Gefühl hatte, dass mich einer dieser Sterne die ganze Zeit ansah, liefen mir Tränen aus meinen Augen. Nachdem ich einen kleinen Kloß hinuntergeschluckt hatte, sah ich wieder hinauf in den Himmel. Hinauf zu diesem einen Stern, der in diesem Moment der einzige Stern war, den ich wahrgenommen hatte.
„Hallo, Mama. Da staunst du wohl, dass ich gemeinsam mit Papa eine Kreuzfahrt mache. Wir haben uns zusammengerauft. Endlich haben wir das geschafft, was du dir immer gewünscht hast. Papa ist ganz anders, als ich es immer gedacht hatte.“
Ich trat an die Reling und stützte meine Hände darauf ab.
„Endlich kann ich verstehen, weshalb du niemals schlecht über ihn gesprochen hast. Du brauchst keine Angst zu haben, ich nehme dir nicht übel, dass du mir nichts über Papas Krankheit erzählt hast. Immerhin hattest du es ihm versprochen und seine Versprechen muss man halten.“ Schniefend wischte ich mir die Tränen aus den Augen, als sie mir die Sicht nahmen.
„Sicherlich hast du mitbekommen, dass Papa nun Rita geheiratet hat. Für mich war es zunächst ein kleiner Schock. Aber ich kann mir vorstellen, dass es dir ebenso ergangen war. Wenn du noch hier wärst, hätte Papa es nicht getan. Er hat es mir gesagt und ich glaube es ihm auch. Du musst dir keine Sorgen um uns machen. Ich glaube, Papa hat seine Krankheit überwunden, und auch mir geht es gut. Also ziemlich gut zumindest.“
Nachdenklich ließ ich meinen Blick über das nur vom Mond beschienene Meer gleiten, bevor ich weitersprach.
„Irgendwie hat mich die Sache mit Malin ganz schön umgehauen. Wenn du jetzt bei mir sein könntest, würdest du mich in den Arm nehmen und mich trösten. Aber ich bekomme es auch so hin. Ab morgen sind wir auf Gran Canaria, und dann sind es nur noch wenige Tage, bis ich wieder zu Hause in Hamburg bin. Mit etwas Abstand werde ich Malin auch wieder aus meinem Kopf bekommen. Wie hast du immer so schön gesagt? Das Leben geht weiter. Ich glaube, ich mache mich jetzt auf den Weg in meine Kabine und gehe ins Bett.“
Ich schluckte hart gegen den Kloß in meinem Hals an. Trotzdem hörte ich, wie brüchig meine Stimme klang, als ich mich von meiner Mutter verabschiedete.
„Papa und ich haben dich sehr lieb und denken täglich an dich. Wie schön wäre es, wenn du mir ein Zeichen senden könntest. Ein Zeichen, damit ich weiß, dass du meine Worte gehört hast. Du warst die beste Mutter, die ich mir wünschen konnte.“
Einige Minuten stand ich noch auf dem Deck und blickte zu dem Stern, über den ich mich eben mit meiner Mutter unterhalten hatte. Dann drehte ich mich um und machte mich auf den Weg.

Warum ich es tat, wusste ich nicht. Ich hatte weder ein Geräusch gehört noch einen Schatten gesehen und doch drehte ich mich nochmals um. Mein Blick war zum Horizont gerichtet. Was ich sah, sorgte dafür, dass mir erneut Tränen über die Wangen liefen. Eine Sternschnuppe fiel vom Himmel, und es sah so aus, als würde sie im Meer versinken.
Diese Sternschnuppe konnte nur das Zeichen von meiner Mutter sein, das ich mir von ganzem Herzen gewünscht hatte.

Glücklich lag ich auf meinem Bett in der Kabine und ließ mir diesen großartigen Moment von eben nochmals durch den Kopf gehen. Plötzlich kam mir eine Frage in den Sinn. Eine Frage, die ich mir selbst mit einem Ja beantwortete.


Werden aus Sternschnuppen, die vom Himmel fallen und im Meer landen, eigentlich Seesterne?


Wer Neugierig geworden ist, darf gerne noch mehr davon lesen!





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