Dienstag, 9. Februar 2016

Tennis

Lina geht zum Tennis


Ein Samstag ist manchmal ganz schön langweilig. Vor allem dann, wenn niemand Zeit, hatte, Mama unterwegs war und Papa am Schreibtisch saß und arbeitete.

Mit Emmi konnte sich Lina heute auch nicht treffen, da sie mit ihren Eltern zum Tennis wollte.
Aber nicht um selbst zu spielen.
Selber spielen, wäre ja noch lustig gewesen. Aber Emmi und ihre Eltern wollten zu einem Tennisturnier gehen. Dort sollten irgendwelche Tennisstars spielen und heute war freier Eintritt.

„Warum gehst Du denn nicht mit? Oder hat Emmi dich gar nicht gefragt?“, Linas Vater war etwas verwundert.
„Tennis ist doch wohl das langweiligste, was es gibt. Da wollte ich nicht mit.“
„Aber Du hast doch noch nie beim Tennis zugeschaut.“
„Brauche ich auch nicht. Das weiß ich schon so.“


Gerade, als Linas Vater noch etwas sagen wollte, lief seine kleine Maus los. Das Telefon hatte geklingelt und Lina hoffte, dass eine Freundin anrufen würde.
Mit dem Telefon am Ohr, stand Lina wenige Augenblicke später, wieder bei ihrem Vater.
„Du Papa, Emmi ist am Telefon. Die wollen jetzt los zum Tennis und fragen, ob ich mitgehen möchte.“
„Ich denke, Du hast keine Lust?“, mit dem Zeigefinger vor ihren Lippen, deute Lina ihrem Vater an, dass er leise sein sollte.
„Darf ich mit?“
„Klar darfst Du.“

Jetzt musste sich Lina aber beeilen. In fünf Minuten sollte es losgehen und sie war noch nicht umgezogen.
„Tschüß Papi, ich muss los.“
„Ganz viel Spaß und bring einen Tennisball mit.“
„Sehr witzig.“, mehr bekam Linas Vater nicht zur Antwort, hörte aber stattdessen, wie die Haustür ins Schloss fiel.

Amüsiert darüber, dass Lina, die Tennis eben noch völlig blöd fand, sich nun auf den Weg dorthin machte, saß Linas Vater grinsend am Schreibtisch.
Dann arbeitete er weiter und bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit verging.

Als es an der Tür klingelte, erschrak sich Linas Vater so sehr, dass er mit dem Knie, voll gegen die Schreibtischkante knallte.
Vor der Tür standen Lina und Emmi, die vom Tennisturnier zurück waren und noch ein wenig zusammen spielen wollten. Beide hatten coole blaue T-Shirts an, die auf der Tennisanlage verteilt wurden.

Neugierig fragte Linas Vater wie der Tag auf der Tennisanlage gewesen war.
Er selbst war noch nie dort und es interessierte ihn schon ziemlich, wie dicht man an die Tennisspieler heran kommen konnte.
„Total toll war es.“, beide Mädels riefen es voller Freude heraus.
Linas Vater freute sich darüber, dass Emmi und Lina begeistert waren. Allerdings half ihm diese Antwort nicht wirklich weiter. Viel lieber hätte er nähere Informationen über die Spieler, die Tennisanlage und über die Ergebnisse bekommen.

Auf die Idee, dass kleine Mädchen ganz andere Sachen bei einem Tennisturnier gut finden würden, kam Linas Vater nicht und so stellte er die nächste Frage,
„Wer hat denn heute gespielt?“
„Wer hat wo gespielt?“, Lina sah ihren Vater erstaunt an.
„Da werden doch wohl welche Tennis gespielt haben. Ansonsten wäre es ja schließlich kein Tennisturnier.“
„Ja, da haben welche gespielt.“

Gespannt wartete Linas Vater darauf, dass noch mehr Informationen fließen würden. Doch für Lina war Thema nach diesem Satz abgehakt.
„Emmi, kannst Du mir sagen, wer dort Tennis gespielt hat?“
„Da waren zwei Männer auf dem Platz.“, erneut wartete Linas Vater darauf, dass er mehr erfahren würde. Doch auch Emmi war, nach diesem kurzen Satz, mit ihrer Erzählung fertig.

„Mädels, nun erzählt mir doch endlich mal, was so toll war. Ich bin doch neugierig.“, Linas Vater startete einen letzten Versuch.
„Einfach alles war toll.“, Lina war es, die geantwortet hatte. Allerdings konnte sie, an dem Blick ihres Vaters, gut erkennen, dass sie vielleicht doch besser etwas mehr erzählen sollte.
„Wir haben diese coolen T-Shirts bekommen und durften sogar eine Fanta trinken. Es gab dort leckere Burger mit Pommes und Eis haben wir auch gegessen.“, mit einem freudigen Blick sprudelte es aus ihr heraus.


Auch Emmi waren jetzt einige Dinge eingefallen,
„Man konnte sich dort schminken lassen, Lenny haben wir auch getroffen und am Eingang wurden Tennisbälle verteilt. Die haben wir aber gleich dort liegen lassen, da irgendjemand seinen Namen darauf geschrieben hatte.“

Linas Vater amüsierte sich köstlich, während er die Worte der beiden Mädchen hörte.
Als Lina und Emmi im Kinderzimmer verschwunden waren, da sie nun tatsächlich alles erzählt hatten, dachte er,
„Einen Tennisball mit einem Autogramm darauf, kann man schon mal wegwerfen. Was fällt den Tennisstars auch ein, einfach ihren Namen darauf zu schreiben.“

Dann setzte er sich wieder an seinen Schreibtisch.
Zu arbeiten, bekam er allerdings nicht hin. Er musste noch immer darüber lachen, dass Emmi und Lina, einen schönen Tag bei einem Tennisturnier hatten und alles toll fanden, was nichts mit Tennis zu tun hatte.

„Tja, so sind halt Mädchen.“, dachte er und freute sich, eine so tolle Tochter zu haben.



(Ben Bertram)

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