Dienstag, 26. Januar 2016

Urlaub

Linas großer Urlaub


Ferien sind einfach cool.
Vor allem dann, wenn auch noch die beste Freundin, zur gleichen Zeit, ihre Ferien in Hamburg verbringt.

Drei lange Wochen hatten Emmi und Lina großen Spaß.
Gemeinsam wurde Eis gegessen, Fahrrad gefahren und auf der Kükeninsel gespielt.
Wasserschlachten waren ebenfalls an der Tagesordnung, da der Sommer in Hamburg, in diesem Jahr, ein richtig toller Sommer war.

Viel zu schnell vergingen die ersten drei Ferienwochen und auch, wenn Lina sich total auf den Urlaub mit ihren Eltern freute, war sie auch etwas traurig. Immerhin konnte sie Emmi, jetzt für zwei Wochen nicht sehen.
Während Emmi sich mit ihren Eltern im Wohnmobil auf die Reise machte, ging es für Lina, mit dem Flugzeug, in den Süden.

Zwei Wochen war Badeurlaub angesagt und Lina konnte es kaum erwarten, mit ihrem Papa, in den Wellen zu toben.
Nur ein Foto durfte ihr Vater, in diesem Jahr, nicht machen. Zumindest keins, auf dem sie im flachen Wasser stand und in die Kamera gucken musste.
Beim letzten Urlaub tat sie es nämlich und als ihr Papa auf den Auslöser der Kamera drückte, war von Lina nichts mehr zu sehen.


Eine riesige Welle hatte sie erwischt. Nachdem sie zunächst viel Wasser geschluckt hatte, wurde sie an das Ufer gespült und hatte vor Schreck geweint. Gemein an der Sache war allerdings, dass ihr Vater gelacht hatte, anstatt ihr zu helfen.
Nein, Wellenfotos waren in diesem Jahr absolut verboten.

Nachdem in Hamburg gestartet wurde, landete das Flugzeug, ungefähr drei Stunden später, am Urlaubsort.
Auf ihrem Schoss hatte Lina ihren kleinen Rucksack, in dem sie, neben Teddy und ihrem Kuschelkissen, auch ihre drei Lieblingsketten verstaut hatte. Ohne diese Dinge, wäre ein Urlaub kein richtiger Urlaub geworden. Das Kissen und ihren Teddy brauchte Lina zum schlafen und die Ketten waren dafür gedacht, wenn sie am Abend in die Mini-Disco gehen wollte.

Puh war es heiß. Innerhalb von wenigen Sekunden, waren Lina und ihre Eltern total nass geschwitzt. Zum Glück dauerte es noch ein paar Minuten, bevor der Bus, der sie zu ihrer Ferienanlage bringen sollte, los fuhr.
An einem Stand mit frischen Obst und kalten Getränken, wurde zunächst ein Stück Melone gegessen und sich dann, für die Busfahrt, mit kalten Getränken eingedeckt.

Die Busfahrt zum zur Ferienanlage dauerte zum Glück nur fünfundvierzig Minuten und wenn der Bus nicht so häufig an anderen Hotels gehalten hätte, wären sie noch sehr viel schneller gewesen.

Lina saß neben ihrem Papa und war ganz schön müde, da sie heute Morgen, irre früh aufgestanden war.
„Papi, gibst Du mir Teddy und mein Kissen?“
„Das lohnt sich doch gar nicht mehr. Wir sind gleich da.“
„Bitte Papi.“

Als Linas Vater sich umsah, konnte er den kleinen Rucksack nicht erkennen. Auch Linas Mutter konnte ihn nicht finden und zuckte fragend mit den Schultern.
„Bekomme ich nun Teddy?“, Lina war bereits im Halbschlaf, als sie die Frage stellte.
„Wo hast Du deinen Rucksack hingestellt?“, statt eine Antwort von seiner Tochter zu bekommen, musste Linas Papa mit ansehen, wie sein kleine Maus in Tränen ausbrach.

Erst, als der Bus bereits an der Ferienanlage angehalten hatte und die Koffer neben dem Bus standen, bekam Linas Vater eine Antwort.
„Den habe ich bestimmt am Getränkestand vergessen.“, wieder brach Lina in Tränen aus.

Ein Blick von Linas Vater genügte.
Linas Mutter wusste, was zu tun war.
Während die Koffer in die Ferienwohnung gebracht wurden, ging sie, Hand in Hand mit Lina, zum Eistresen, der sich in der Eingangshalle befand.
„Wo ist Papa?“
„Der kommt gleich wieder. Papa muss nur schnell etwas regeln.“

Der Bus fuhr wieder los.
Da die Ferienanlage von Lina und ihren Eltern, die letzte auf der Tour war, ging es für den Busfahrer zurück zum Flughafen.
Auf dem Sitz, der sich direkt hinter dem Busfahrer befand, saß Linas Vater und hoffte, dass der Rucksack noch immer am Getränkestand stehen würde.

Natürlich war die Chance nur sehr gering.
Aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert.
Ruck Zuck waren sie am Flughafen. Die Fahrt ging, ohne die Zwischenstopps an den Hotels, sehr schnell und nachdem sich Linas Vater von dem Busfahrer verabschiedet hatte, lief er direkt zum Getränkestand.

Es war kein Rucksack zu sehen. Weder vor, noch neben dem den Stand, konnte Linas Vater den Rucksack entdecken.
Doch es gab noch eine Möglichkeit. Vielleicht wurden Linas Sachen ja gefunden und abgegeben.


Leider hatte der freundliche Verkäufer Linas Sachen nicht hinter seinem Tresen liegen.
Enttäuscht wollte sich Linas Vater, gerade auf den Weg zu einem Taxi machen, als jemand hinter ihm her lief und rief,
„Warten Sie. Hallo, bitte warten Sie doch.“, eine Frau kam hinter ihm her gelaufen und fuchtelte mit ihren Armen.
„Da hinten ist eine Art Fundbüro. Schauen Sie mal dort nach.“, noch bevor Linas Vater sich bedanken konnte, war die junge Frau schon wieder im Getümmel verschwunden.“

Als das Taxi, die große Auffahrt zur Ferienanlage hinauf fuhr, stand Lina bereits, mit ihrer Mama an der Hand, am Eingang und wartete.
„Papi, lag mein Rucksack an diesem Getränkestand?“
„Nein. Am Getränkestand war nichts zu finden.“

Enttäuscht sah Lina erst ihren Vater und anschließend ihre Mama an.

Während Linas Vater seine linke Hand hinter seinem Rücken hervorzauberte, sagte er freudig und laut,
„Aber im Fundbüro habe ich ihn bekommen.“

Strahlend und glücklich sprang Lina auf Papas Arme.
„Papili, Du bist der beste Papa der Welt!“

Nachdem Lina den Rucksack überprüft und erkannt hatte, dass noch alles da war, stand einem tollen Urlaub nichts mehr im Weg.



(Ben Bertram)

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