Donnerstag, 1. Mai 2014

Tanz in den Mai ...

... eine gute Tradition ...


Finde ich ...

und daher mache ich mich heute Abend auch auf den Weg ...

Passend zu dem heutigen Tag, möchte ich euch gerne eine kleine Geschichte erzählen ...

Auf geht´s ... Viel Spaß ...!!!


Tanz in den Mai

 Nun musste ich mich aber auch beeilen. In zehn Minuten war es siebzehn Uhr und ich war um diese Uhrzeit mit Anton am Bahnhof verabredet. Als ich auf mein Handy sah, erkannte ich, dass er mir vor einer Viertelstunde eine SMS mit dem Inhalt „Bin schon da!“ geschickt hatte.
Als ich am Bahnhof ankam, saß Anton auf einem Geländer davor und hielt ein Bier in der Band. Drei weitere Bierflaschen standen auf dem Boden vor ihm und nachdem ich ihn begrüßt hatte, griff ich nach einem von ihnen. Wir tranken die erste Flasche aus und machten uns auf den Weg zum Bahnsteig.

Die Fahrt war sehr lustig, da sich auch schon andere Männer und zum Glück auch Frauen, auf den Weg zum Tanz in den Mai, auf die Socken gemacht hatten. Am Ende unseres Abteils saß eine Gruppe von Frauen, die heute ohne ihre Männer unterwegs waren und das gleiche Ziel wie wir verfolgten. Spaß haben, einige Drinks vernichten und nachher in unserer Konzerthalle im Volkspark, die leider ständig ihren Namen wechselt, beim Lotto-Konzert ordentlich abzufeiern.

Unsere Biere waren schnell vernichtet und so mussten wir uns zwangsweise bei den Getränkten der Frauengruppe bedienen. Aber die Frauen gaben gerne und ich vermutete, dass sie nicht nur gerne ihre Getränke gaben. Anton gab mir Recht, als ich ihm dies ins Ohr flüsterte und als eine der Frauen wissen wollte, was ich eben gesagt hatte, sagte ich, >>Das uns ein toller Abend mit einer netten Damenrunde erwartet.<<
>>Damen? Damen sind wir ganz bestimmt nicht.<<, bekam ich als Antwort und wurde dabei von ihr auffordernd angegrinst.

Ihr Grinsen war wirklich ein Grinsen. Auf gar keinen Fall konnte man es als Lächeln bezeichnen und als Anton fragte, weshalb sie die ganze Zeit so blöde grinst, da er ihren Satz nicht verstanden hatte, besser gesagt, er nicht zugehört hatte, flüsterte ich wieder. >>Ich glaube, es liegt an ihren Liebeskugeln, die sie vergessen hat raus zu nehmen.<<

Die Frau gegenüber von Anton hatte nun, neben den Bier- und Prosecco-Flecken auch noch Flecken von Antons Getränk auf der Hose, da Anton sich das Lachen nicht verkneifen konnte. Es störte sie allerdings ehr wenig und sie lachte mit, ohne zu wissen, warum sie eigentlich lachte.
Dann waren wir da und nach einem kleinen Fußweg erreichten wir den Buspendelverkehr, der uns zur Halle bringen sollte. Die Frauengruppe stieg ein und zog uns hinterher. So standen wir, umringt von vielen Frauen, im Bus und fuhren direkt zum Halleneingang. Den ersten Konzertbesuchern wurde schon auf der Fahrt im Bus schlecht und ich glaube nicht, dass es weder an der Hitze, noch an der Busfahrt lag.

Als wir ausstiegen, wurde auch einer Frau unserer Frauengruppe schlecht und sie lief zu dem kleinen Grünstreifen, um sich die letzten Getränke nochmal so richtig durch den Kopf gehen zu lassen. Ihre Freundinnen gingen zu ihr und Anton und ich nutzten, die sich uns gebotene Chance, um uns in die andere Richtung abzusetzen.

Am Bierstand kamen wir relativ schnell dran. Wir setzten uns, mit unserm Plastikbecherbier, auf die Treppenstufen, die zum Eingang hinauf führten. Von hier hatten wir einen guten Überblick und konnten so erkennen, dass viele Leute hier waren, die wir bereits von anderen Konzerten kannten.
>>Meinst Du, dass die aus dem Alex auch hier ist?<<
>>Antje?<<
>>Wenn sie so heißt?<<
>>Kann sein. Immerhin war sie ja auch im September bei Lotto.<<
>>Würdest Du sie gerne sehen?<<
>>Was ist das denn jetzt für eine Frage?<<
>>Ja oder nein?<<
>>Es würde schlimmeres geben, als sie hier zu treffen.<<

Anton war an der Reihe Getränke zu holen. Wir sahen auf die Uhr und es war noch genug Zeit, um ein kühles Bier vor der Halle zu trinken.
Mit vier Bieren und zwei Frauen kam er zur Treppe zurück und alle setzten sich neben mich auf die Stufen. Leider konnte ich Anton nicht heimlich fragen, wie die beiden Mädels hießen. Mir war zwar bewusst, dass ich sie schon mal gesehen hatte, wusste aber weder wo, noch kannte ich ihre Namen. Da Anton während der Unterhaltung auch keine von beiden mit Namen ansprach, wurde mir klar, dass ich mir die Frage sowieso schenken konnte.

Beide Frauen waren nicht so richtig schön. Allerdings gefiel mir eine von beiden besser, was allerdings lediglich daran lag, dass diese ihren Mund nicht so oft aufmachte. Es kam nicht durchgehend so ein Mist, anders als bei der anderen, aus ihrem Mund heraus. Die Nervige war der Typ von Frau, die drei Stunden nur über sich erzählte und anschließend, wenn sie fertig damit war, sagte, „Aber nun lass uns doch mal über Dich reden. Wie findest Du mich eigentlich?“

Mir ging schon dieses dämliche Gerrit-Gerede auf den Keks. Hast Du Gerrit dort gesehen? Wie findest Du das neue Lied von Gerrit und so weiter und so weiter.
Anton verkniff sich ihr gegenüber zum Glück die Frage, „wer dieser Gerrit eigentlich ist“ und stellte mir die Frage erst, als die beiden Mädels neue Opfer gefunden hatten.
>>Gerrit ist der eigentlich Name von Lotto.<<, antwortete ich.
>>Ach so.<<
Das Thema war gegessen und die Mädels waren zum Glück, für den restlichen Abend verschwunden.

Wir verschwanden jetzt auch, allerdings nur von draußen und machten uns auf den Weg in die Halle. In etwas weniger als einer Stunde fing das Konzert an und bevor die Schlangen am Eingang noch länger waren, gingen wir lieber jetzt hinein.
Wie immer hatten wir Karten für den Innenraum gekauft und stellten uns ungefähr dorthin, wo wir immer bei den Konzerten standen. Nicht ins ganz große Gedränge und so, dass wir relativ schnell zum Bierstand oder zum Klo kamen. Auch andere hatten anscheinend ihre Stammplätze und so kannten wir viele der Besucher, die um uns herum standen. Die Frauengang aus der Bahn ging an uns vorbei, sie erkannten uns allerdings nicht, da sie schon ziemlich betrunken und außerdem in Begleitung von neuen Männern waren.
>>Schau mal, die haben schon andere Opfer gefunden.<<, sagte Anton
>>Die armen Kerle.<<, war meine Antwort, während ich mich nach hübschen Frauen umsah.

Das Konzert ging los und wir waren bereit dafür, mit frischen Getränken in der Hand, drei Stunden Party pur zu erleben.
Schnell kam Anton mit einer anderen Frauengruppe ins Gespräch.
Ich musste plötzlich an Antje denken und sah mich um. Natürlich war sie nicht zu sehen und so ging ich einen Meter weiter nach vorne, um nachzusehen, was Anton für Frauen angequatscht hatte.
>>Ganz okay.<<, sagte ich zu Anton
>>Was?<<, schrie er mir ins Ohr.
>>Alles ist gut.<<, sagt ich und sang lieber lauthals mit, als „Wer wird deutscher Meister? Ha, Ha, Ha, HSV …“ gesungen wurde.

Ich konnte gar nicht so schnell trinken, wie von den Mädels das Bier gebracht wurde und hatte meistens zwei, manchmal sogar drei Becher in meinen Händen. Als ich ausnahmsweise mal nur einen Becher in der Hand hielt, konnte ich auf die Uhr sehen und erkennen, dass bereits die erste Hälfte des Konzertes vorbei war. Mir wurde aber auch klar, wenn wir die zweite Hälfte vom Konzert weiter mit dieser Schluckzahl bestreiten, werden wir gnadenlos abstürzen. Ich wollte Anton gerade die Info geben, dass ich mich aufs Klo verabschiede und im Restaurantbereich anschließend ein Wasser trinken werde, als mir ein neues Bier von einer der Frauen in die Hand gedrückt wurde. Nun hatte ich wieder keine Hand frei, dafür aber zwei volle Biere in den Händen.

Hinter mir standen zwei Frauen, die nicht zu unserer Frauenclique gehörten. Ich drückte einer von beiden das frische Bier in die Hand und zog meinen Plan von eben durch. Mein halbvolles Bier stellte ich vor dem Klo auf einem Bistrotisch ab und war, als ich das Klo wieder verließ, gefühlte fünf Liter leichter.
Am Tresen war es voll. Sehr voll sogar und ich kannte dummerweise niemanden von den Menschen, die vor mir standen. Ich wollte mich gerade an das Schlangenende begeben, als ein Mädel fragte, >>Was willst Du trinken? Ich bring Dir was mit.<<
>>Ein Wasser. Ich warte da am Tisch.<<
>>Okay.<<, bekam ich zur Antwort und kurze Zeit später kam sie tatsächlich, mit zwei Getränken, auf mich zu. Allerdings mit zwei Bieren.
>>Hier.<<, sagte sie und drückte mir das eine Bier in die Hand.
>>Danke. Aber hatte ich nicht Wasser gesagt?<<
>>Doch hast Du. Aber ich dachte, Du machst einen Witz.<<
>>Trotzdem Danke. Was bekommst Du ?<<
>>Nur einen Kuss.<<, sagte sie und hielt mir ihren Mund hin.

Sie bekam ihren Kuss und die ersten Schlucke aus den Bieren tranken wir gemeinsam. Ich wollte grade fragen, ob wir nicht wieder rein in die Halle gehen wollen, als sie schneller war und sagte, >>So, ich muss wieder rein. Mein Freund ist irgendwo in der Halle und wartet bestimmt schon auf mich. Viel Spaß noch.<<
>>Den wünsche ich Dir auch.<<

Noch immer über die Situation von eben grinsend, stand ich wieder bei Anton und den Frauen.
>>Was grinst Du so?<<, wollte eines der Mädels wissen.
>>Weil ich nach dem Toilettengang so erleichtert bin.<<

Jetzt drehte sie ihren Becher um und nicht ein einziger Tropfen Bier lief heraus. Es tropfte tatsächlich nicht mal ein ganz kleiner Tropfen auf den Boden. Während sie mir sagte, dass hier verdammt trockne Luft sei, fragte ich mich, wie sie einen Bierbecher so leer trinken konnte, dass kein Tropfen mehr enthalten war. Da ich nicht darauf kam, ging ich lieber zum Bierstand und holte eine neue Runde.
>>Merkst Du den Alkohol schon? Ich überhaupt nicht.<<
Verständnislos sah ich Anton an und sagte lieber nichts, es war auch nicht notwendig, da er sich bereits wieder umgedreht hatte und am Tanzen war. Sein Pegel war zwar noch nicht an der Oberkannte der Unterlippe angekommen, allerdings fehlte nicht mehr viel. Es mussten bisher schon einige Liter Bier gewesen sein, die wir vernichtet hatten. Daran lag es auch, dass die Frauen um uns herum immer schöner und attraktiver wurden.

Meistens hatte jeder von uns zeitgleich zwei Frauen im Arm. Während sich die verschiedenen Frauen der Clique, in der ersten Hälfte vom Konzert, noch abwechselnd in unseren Armen befanden, waren es jetzt nur noch die Gleichen. Die anderen hatten sich zwischenzeitlich nach anderen Männern umgesehen und waren sehr schnell fündig geworden.
Irgendwann wurde auch mit dem Knutschen begonnen und als zum Ende des Konzertes „Hamburg meine Perle“ gesungen wurde, waren wir nur noch zu viert.

Nicht nur wir hatten die Lampen an, sondern auch die Hallenbeleuchtung wurde nun eingeschaltet. Ich holte noch schnell vier Bier und nach kurzer Zeit war wieder die gesamte Frauengruppe um uns herum. Allerdings hatte jede der Frauen einen Mann im Arm oder zumindest an der Hand.
>>Ab auf den Kiez.<<, rief eine der Frauen und jede sah, den neben ihr stehenden Mann dabei an. Auch Anton und ich wurden mit diesem berühmten Dackelblick angesehen, doch wir verabschiedeten uns, da wir lieber ins Bett wollten. Immerhin ging morgen unsere Tour los.

Der Abschied von uns, fiel unseren beiden Frauen auch nicht sonderlich schwer. Zumindest nicht mehr, nachdem ich gesagt hatte, dass sie auf dem Kiez ja bestimmt nicht lange alleine bleiben werden, da es dort ja reichlich Opfer für sie geben würde. Beide waren nach meinem Satz ziemlich eingeschnappt und auf die Frage, was wir über sie denken würden, bekamen sie auch vorsichtshalber keine Antwort von uns. Wir wollten keinen Becher Bier an den Kopf bekommen und hielten vorsichtshalber den Mund, was bei uns allerdings ehr selten vorkommt.
Als wir die Halle verließen, meinte Anton noch, dass ich vielleicht nicht unbedingt hätte Opfer sagen müssen, aber es war mir rausgerutscht, da es mit meiner Drehzahl relativ schwierig war, etwas anderes zu sagen, als man gerade dachte. Außerdem gibt es doch kaum etwas schöneres, als den Frauen beim Sammeln von Erfahrungen behilflich zu sein.

>>Ein weiser Entschluss.<<, hörte ich eine Stimme sagen, als ich mit Anton noch ein letztes Bier am Stand vor der Halle trank. Ich sah Antje, sie lächelte mich an und lief los, da sie mit ihren Freundinnen, den fast abfahrenden Bus noch erreichen wollte.

Der Fahrer machte die Tür noch einmal auf und ich sah Antje nur noch im Bus verschwinden.
>>Meinte sie das Bier oder, dass wir nicht mit den anderen Frauen mitgegangen sind?<<, wollte Anton wissen.
>>Ich weiß nicht. Auf jeden Fall ist sie wirklich sehr schön.<<

Eine viertel Stunde vor Mitternacht lag ich im Bett, als eine SMS von Bibi kam.
„Hi Nick, Du bist bestimmt auch mit Anton bei Lotto gewesen. Wir fahren jetzt auf den Kiez. Kommt ihr auch? Würde mich freuen.“
Ich schrieb ihr zurück, dass ich bereits im Bett lag und dieses auch nicht mehr verlassen werde.

Noch vor gar nicht langer Zeit hätte ich mich wieder angezogen und wäre zu ihr gefahren. Ich war stolz auf mich, dass ich es heute nicht tat und überlegte, woran es wohl lag. Ich schob es auf die Weisheit des Alters und nahm mir vor, es auch zukünftig genauso zu machen. Es wurde Zeit, diesen Weg zu gehen.

Ich blickte auf die Uhr und es fehlte nur noch eine Minute bis Mitternacht. Ich musste dabei grinsen, als ich dachte, >>Es war ein schöner Abend, auch wenn er am eigentlichen Sinn, vom Tanz in den Mai, vorbei ging.<<

Tja, ein Tanz in den Mai kann auch im April änden ... ;-)
Wie auch immer ... Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Spaß an meiner kleinen Erzählung ...
Viel Spaß heute Abend ...

Übrigens, die war ein Auschnitt aus meinem Buch:

Liebe Grüße

Euer

Ben

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