Dienstag, 1. April 2014

Männer & Frauen ... (Die Tour auf Sylt)


... passen nicht wirklich zusammen ...

... Oder doch ...?


Was so alles passieren kann, wenn man nebeneinander auf dem Campingplatz steht ...
Aber sind es wirklich drei Frauen ...?

Oder haben wir mal wieder maßlos übertrieben? Bekommen wir etwa tatsächlich ÄRGER? So richtigen meine ich ?

Schaut doch mal, was so alles passieren kann ...




Fast drei Stunden verbrachten wir auf dem Wasser. Als wir dabei waren, unser Material zurück zum Wohnmobil zu bringen, erkannten wir, dass unsere Nachbarn jetzt ebenfalls Zuhause waren und vor ihrem Wohnmobil saßen.

Kuchen stand auch auf dem Tisch und ein leckerer Kaffeeduft kroch ganz langsam in unsere Nasen hinein.
„Wie cool.“, sagte ich.
„Was?“
„Na, was wird Nick wohl meinen? Ach Franky, Du musst noch so viel lernen.“

Carlos lachte und begrüßte unsere Nachbarn mit einem freundlichen,
„Holla Mädels. Alles gut? Wie lieb von Euch, ein Kaffee ist jetzt echt genau das Richtige. Drei Stunden auf dem Meer sind schon anstrengend und ein wenig kalt wird einem auch. Nur mit Milch bitte.“
Schon saß Carlos am Tisch der beiden Mädels und noch bevor einer der Frauen etwas sagen konnte, griff er nach dem, auf dem Campingtisch stehenden, Kuchen.
„Ich darf doch?“, die Frage war albern, da er das Stück schon in seiner Hand hielt und ein Teil davon, garantiert noch vor der Antwort, in seinem Mund verschwinden würde. Trotzdem bekam er eine Antwort. Sogar eine sehr gute.

„Wenn Du magst. Darf ich eventuell auch noch auch für dich Angeln gehen und Dir heute Abend einen Fisch grillen. Sag nur rechtzeitig Bescheid, ich muss mir dann noch schnell eine Angel kaufen. Mache ich aber natürlich gerne für dich. Ich muss nur wissen, was für Fisch Du gerne isst. Ich will ja nicht mit ner Scholle ankommen, wenn Du einen Hering essen möchtest.“

Nicht schlecht die Antwort dachte ich und freute mich, so witzige Campingnachbarin zu haben. Franky sah ebenfalls erstaunt zu den Mädels. Nur Carlos brauchte nicht zu überlegen, wie es weitergehen sollte. Er haute spontan eine Antwort raus.
„Oh, wie lieb von Dir. Aber eine Angel brauchst Du dir nicht extra kaufen. Du kannst meine geliehen haben.“
„Das würdest Du machen?“
„Ja klar. Für eine so schöne Frau doch immer.“
„Und sonst alles gut? Oder kann ich noch was Gutes für dich tun?“
„Kaffee. Aber das hatte ich ja eigentlich schon erwähnt.“
„Aber natürlich, wie unaufmerksam von mir. Warte, geht gleich los.“

Carlos sah zu Franky und grinste. Irgendwie standen wir etwas blöde daneben, waren aber so erstaunt von Carlos Frechheit, dass uns noch nichts eingefallen war, was wir hätten sagen können. Das Zuhören machte einfach Spaß. Carlos hatte eine gute Gegnerin gegenüber sitzen. Die sich jetzt zur Seite drehte und ins Wohnmobil rief,
„Hey Horst, hier sitzt ein junger Mann und will nen Kaffee. Kannst Du ihm mal einen bringen? Mach mal, sonst werde ich den Typen gar nicht mehr los.“

Nicht nur Carlos blickte verwirrt. Auch Franky und ich sahen, nennen wir es mal netterweise, leicht bedröppelt aus der Wäsche.
Irgendwie hatten wir alle drei nicht wirklich damit gerechnet, dass ein Mann im Wohnmobil stehen könnte.
Ich dachte, die beiden Mädels würden alleine in ihrem Wohnmobil hausen und genau den gleichen Gedanken hatte Franky auch. Carlos sowieso, sonst hätte er diese Show garantiert nicht abgezogen.

Franky hatte sich bereits auf den Weg zu unserem Wohnmobil gemacht und auch Carlos war im Begriff aufzustehen. Er sagte dabei,
„Sorry, ich muss auch los. Das mit dem Kaffee, ja äh… Also, es war nur Spaß. Ein Witz sozusagen. Gar nicht ernst gemeint. Und der Kuchen… Echt lecker! Danke nochmal… „

Selten hatte ich Carlos so sprachlos und stotternd erlebt. Wobei selten? Noch nie passte besser.
Ich hätte gerne einfach losgelacht, war mir aber nicht sicher, ob es gepasst hätte. Immerhin konnte Horst ja auch ein zwei Meter Bulle sein, der in seiner Freizeit nichts anderes als Sport machte. Nicht Surfen oder Fußball, sondern Krafttraining oder irgendwelche Kampfsportarten. Vielleicht war er ja auch irgendein verrückter, der gleich total sauer mit ner Baseballkeule aus dem Wohnmobil springen würde.

Es gab auch noch die berechtigte Variante, dass sich neben Horst auch noch Peter im Wohnmobil befand und Peter die gleichen Hobbys und Ansichten wie Horst hatte.
Sollte es tatsächlich eine ganz andere Männertour werden? Eine Tour, bei der wir unsere Sachen direkt am ersten Tag wieder einpacken konnten. Auf Nachbarschaftsstreit hatte ich nun echt keinen Bock und darauf, ne Keule über den Schädel zu bekommen erstrecht nicht.
Ich fand die Kombination zwei Mädels und Horst schon merkwürdig. Oder Horst lässt die Mädels für sich laufen. Also, er Lude und die Girls seine Nutten.
Nein, diesen Gedanken verwarf ich wieder. Die beiden Mädels waren zwar sehr schön, sahen aber so gar nicht billig aus. Auf mich machten Sie nicht den Eindruck, dass sie im horizontalen Gewerbe arbeiten könnten.

Wobei, wenn ich in meiner Heimatstadt Hamburg über den Kiez gehe, sind dort auch viele Frauen, die sehr schön sind und wenn ich sie nicht dort in ihrer Arbeitskleidung sehen würde, sondern irgendwo in der City, würde ich sie auch nicht für Nutten halten.
Wie sagt Franky immer so schön? „Wenn sie hässlich wären, hätten sie nen normalen Job“

Allerdings wäre es mal eine neue Erfahrung.

Zusammen mit meinen verrückten Freunden hatte ich nun wirklich schon viel erlebt und keines meiner, besser gesagt unsere,  Erlebnisse möchte ich missen. Es waren nicht alle Sachen wirklich toll. Und stolz bin ich auch nicht auf alles. Aber es gehört zu mir und meinem Leben dazu. Ohne diese Dinge wäre ich nicht der Nick, der ich bin und wahrscheinlich wäre ich dann jetzt auch nicht hier.
Ob es in diesem Moment vielleicht sogar besser gewesen wäre nicht hier zu sein, wusste ich nicht. Was mich komischerweise, trotz der merkwürdigen und ungeklärten Situation, nicht daran hinderte zu lachen.
„Warum lachst Du so blöd?“, das Mädel, dass eben nach Horst gerufen hatte, sah mich ziemlich ernst an.
„Nur so, musste grad an was denken.“
„Aha, an was denn?“
„Nichts weltbewegendes, hat nur was mit Kaffee zu tun.“
„Nun sag schon.“
„Na gut. Sagt eine Frau zur anderen: „Wo bekomme ich denn jetzt ne niedrigere Dose für unseren Kaffee her? Ich habe gelesen, Kaffee in hohen Dosen ist nicht so gesund.“„, ich sah sie fragend an und konnte plötzlich ein Lachen vernehmen.

Allerdings weder von ihr, noch von ihrer Freundin. Da ich eine weibliche Lache hörte, waren auch Carlos und Franky aus dem Spiel und leicht irritiert blickte ich zur Tür des Wohnmobils.
Genau in diesem Moment kam eine dritte, genauso schöne Frau heraus. In ihren Händen hielt sie ein Tablett mit sechs Kaffeebechern sowie mit Milch und Zucker.
„Darf ich bei diesem schönen Wetter im Garten servieren?“
„Ja Sie dürfen. Es wäre schön, den Kaffee im Garten kredenzt zu bekommen.“
„Für ihre Gäste habe ich auch Kaffee mitgebracht. Soll ich für die Herren auch eindecken?“
„Gerne Fräulein. Die Jünglinge dürfen selbstverständlich gerne Platz nehmen. Und ein Kuchengedeck für die Herren wäre eine gute Idee.“
„Moment gnädige Frau, ich eile.“

Nun verschwand Horst wieder im Wohnmobil Die beiden anderen Frauen verzogen keine Miene. Ganz im Gegenteil zu uns. Wir amüsierten uns prächtig und freuten uns bereits auf die Fortsetzung des Schauspiels.
Mit drei Plastikgabeln und Papptellern, vornehm auf einem Tablett, kam Horst nach kurzer Zeit wieder an den Tisch. Als der Tisch fertig gedeckt war und Horst sich setzen wollte, bekam sie die nächste Aufgabe.
„Was ist mit Servietten? Sollen wir etwa unsere schöne Kaffeetafel ohne Servietten genießen?“
„Aber die Küchenrolle, äh… ich meine natürlich die Servietten sind aus.“
„Dann lassen Sie sich gefälligst etwas einfallen. Oder meinen Sie, ich bezahle ihnen für diese Unfähigkeiten etwa auch noch Gehalt?“
„Entschuldigen Sie gnädige Frau. Es wird nicht wieder vorkommen. Ich werde sehen, was ich machen kann.“

Wieder verschwand sie im Wohnmobil und kam, einen Augenblick später, mit einer Rolle Klopapier zurück. Nachdem sie die Rolle mitten auf dem Tisch platziert hatte, sah sie zufrieden in die Runde.
"Geht doch!“
„Vielen Dank für ihr Lob gnädige Frau.“
„Wenn es angebracht ist, lobe ich gerne.“

Mit einer einladenden Handbewegung wurden wir zum Tisch gebeten.
„So die Herren, alles genehm?“
„Sehr schön. Danke übrigens und falls eine der Damen daran interessiert ist, mein Name ist Nick. Ich bin begeistert von ihrer Gastlichkeit und freue mich über die wahrscheinlich längste Serviette der Welt.“
„Yeah, vielen Dank für die Einladung mich dürft ihr Frank nennen.“
„Nun, eigentlich hört er nur auf Franky oder auf Windfinder. Solltet ihr kein Interesse an meinem Namen haben, dann schnell die Ohren zuhalten. Ich bin Carlos.“

Alle drei Mädels hielten sich demonstrativ die Ohren zu, allerdings nur zum Spaß und so konnte Horst das Wort ergreifen.
„Dann mache ich gleich mal weiter. Ich bin Manu und immer dann, wenn Bine lustig sein will, nennt sie mich Horst.“
„Tja, da kennt ihr wohl schon meinen Namen und somit kann ich mit dem Kaffeetrinken starten.“, Bine griff zum Kaffeebecher und sah ihre Freundin erwartungsvoll an.

„Ist ja gut. Bine würde jetzt Null Sieben sagen, mein richtiger Name ist aber Juli. Und bevor ihr fragt, ja genau wie der Monat. Solltet ihr weiter fragen, nein ich weiß nicht, durch was meine Eltern auf die Idee gekommen sind. Sie fanden ihn einfach gut.“
„Wir haben nicht gefragt.“, ich konnte meine Klappe mal wieder nicht halten, war mir aber gar nicht so sicher, ob Juli meinen Satz lustig fand. Aber zumindest die anderen Mädels grinsten und meine Freunde lachten sowieso. Ich hatte also einen Teilerfolg errungen.

Juli wirkte irgendwie genervt. Oder war unnahbar das bessere Wort? Ihre Freundinnen waren viel lockerer und mein erster Eindruck war, dass Juli so gar nicht zu uns passte.
Was mir in diesem Moment allerdings ziemlich egal war, da wir hier bei Kaffee und Kuchen in der Sonne saßen.
Auch ihr miesepetrige Gesichtsausdruck passte rein gar nicht zum Augenblick. Es war toll, hier mit den Mädels zu hocken und als Nachbarn hätten wir weitaus schlimmere Menschen erwischen können.

Mein Fokus war sowieso auf Manu gerichtet. Wie würde Karsten, mein ehemaliger Kumpel, so schön sagen: „Manu wäre genau mein Beuteschema“. Sie war die sportlichste von allen und hatte extrem niedliche Grübchen. Ihr Lachen war ansteckend und sie hatte eine total süße Nase. Am liebsten hätte ich gegen ihre Nase gestupst. Leider saß sie jedoch am anderen Ende vom Tisch und ich hätte aufstehen müssen, wozu ich aber viel zu kaputt war.

Carlos war in Surfgespräche vertieft. Bine hing gefesselt an seinen Lippen und hörte beeindruckt dabei zu.
Beim Thema Wellen und Wind mischte sich Franky mit ein und hielt einen sehr langen Monolog über die Windverhältnisse hier auf der Insel. Spätestens in diesem Moment dürfte auch den drei Mädels klar geworden sein, weshalb Franky von Carlos als Windfinder vorgestellt wurde.

Als ich genug gehört hatte, stellte ich die Frage, ob es noch mehr Kaffee geben würde und nachdem ich von Bine den kurzen Hinweis bekam, dass alles in der Küche im Wohnmobil zu finden sei, machte ich mich auf den Weg dorthin.
Alle Achtung war ich platt. So lange auf dem Wasser gewesen zu sein, hatte mich ganz schön fertig gemacht. Trotzdem kam ich kurze Zeit später mit sechs gefüllten Bechern zurück und sah das Grinsen auf Carlos Lippen, da Franky noch immer dabei war, über den Wind zu philosophieren.
„Ich unterbreche ja nur ungern, aber hier ist frischer Kaffee für euch.“
„Ja Danke. Und wenn der Wind dann in Böen und aus Nord-West mit Stärke Acht kommt…“, Bine unterbrach ihn.
„Dann ist es nicht Windstill.“, sie ergänzte seinen Satz und lachte.
„Lass ihn doch, es ist grade so interessant.“, Manu sah Bine an und ich überlegte, ob es ein Witz sein sollte oder tatsächlich ehrlich gemeint war.
Franky erzählte weiter und tatsächlich hörte Manu weiterhin aufmerksam zu. Erstaunt blickte Carlos zu mir. Ich erwiderte seinen Blick und zuckte, ein wenig verwundert, mit meinen Schultern.

„Ich gehe mal unter die Dusche. Bis später.“, nach meinem Satz stand ich auf und machte mich auf den Weg zu unserem Wohnmobil. Meine Freunde hatten jeweils eine Frau an der Seite, die sich ihre Surf- und Windgeschichten total aufmerksam anhörten. Sie hingen praktisch an ihren Lippen, als wenn ihnen gerade jemand etwas über das eben entdeckte neueste Weltwunder berichten würde.
Und ich? Neben mir saß eine eingebildete Tussi, die zum Lachen garantiert in den Keller ging und da das Wohnmobil keinen Keller hatte, die nächsten Tage höchstwahrscheinlich gar nicht Lachen würde.

Voll eingeseift, mit dem letzten Rest aus Frankys Duschgel, stand ich unter der Dusche. Leider hatte ich mein Duschzeug vergessen und musste seinen letzten Vorrat plündern.
Carlos hatte seine Duschsachen entweder noch nicht ausgepackt oder auch vergessen. Ich vermutete, dass es der zweite Grund war, da er damals, bei unserer Männertour, auch nie Duschgel besaß und abwechselnd das von Anton oder mir benutzt hatte.
Ich war dabei meinen Kopf zu rasieren, was auch nötig war, da ich es die letzten drei Tage nicht getan hatte. Die Haare waren bestimmt schon zwei Millimeter lang und ich fühlte mich bereits wie ein Hippy. Sie waren aus meiner Sicht so lang, dass ich bei einem ACDC-Konzert beim Headbang-Wettbewerb große Chancen auf den ersten Platz gehabt hätte.

Die Hälfte der Rasur hatte ich geschafft, als ich durch eine höhere Gewalt daran gehindert wurde weiter zu machen.
Passend zu meiner Laune passierte nämlich genau das, was passieren musste. Wenn ich vor meiner Duschaktion auch nur ein klein wenig nachgedacht hätte, wäre ich von ganz alleine darauf gekommen. Doch zum Nachdenken war ich nicht in der Lage und auch jetzt hatte ich Carlos oder Franky im Verdacht.
„Dreht den Hahn wieder auf ihr Vollpfosten. Wer von euch beiden auch immer meint witzig sein zu müssen, es ist nicht witzig. Der Gag ist einfach nur dämlich! Los, macht jetzt!“

Fünf grinsende Gesichter standen einen kurzen Augenblick später vor der Duschkabine. Sogar Griesgram-Tussi Juli hatte jetzt ein lachendes Gesicht.
„Um Dein Lieblingswort zu nutzen, sag ich einfach mal Weltklasse. Wer von uns beiden war eigentlich schon auf ner Männertour? Was biste nur für ein Honk? Ganz ehrlich, sogar ich weiß, dass Wassertanks aufgefüllt werden müssen, bevor da Wasser rauskommen kann. Wat für Idiot! Siehst aber gut aus.“, Franky lachte und Bine ergänzte,
„Aber unten ohne steht Dir gut.“

Ein Handtuch hatte ich mir natürlich auch nicht neben die Dusche gelegt. Carlos war so nett und warf mir eins zu. Abtrocknen brauchte ich mich nicht. Ich war inzwischen getrocknet

 Da nicht mein Tag war, stellte ich auch spontan die nächste blöde Frage.

„Was soll ich mit dem Handtuch? Du Witzvogel, ich bin schon trocken. Falls Du es nicht merken solltest, es kommt kein Wasser mehr aus der Leitung.“
Carlos schüttelte nur sein Kopf und verließ lachend das Wohnmobil. Die anderen lachten ebenfalls und als Bine wieder auf meine untere Körperhälfte blickte, hatte sogar ich es geschnallt. Mit einem Handtuch um meine Hüften gewickelt und einem Körper voller getrocknetem Schaum stand ich nun ganz alleine vor der Dusche und hörte mir das Gelächter der anderen an.

Erst als ich in den Spiegel sah und erkannte, wie blöd ich mit einem halbrasierten Kopf aussah, hatte ich auch endlich wieder ein Grinsen auf den Lippen.
Ich hörte die ersten Kronkorken fallen und als ich auch noch lautes Klirren vernehmen konnte, war mir klar, dass die ersten Biere geöffnet wurden. Ich war mir total sicher, dass das Anstoßen der der ersten Runde, ein Anstoßen auf mich und meine peinliche Aktion war.

„Hey Nick, komm zu uns. Du kannst bei uns drüben zu Ende duschen.“, Juli stand vor mir und lächelte.
„Danke, lieb von Dir.“
Als ich an ihr vorbei ging fühlte ich mich beobachtet. Fand es aber nur eingebildet von mir selbst, da Juli nun wirklich nicht der Typ Frau war, der einem Mann hinterher gucken würde.
„Netter Arsch.“, hörte ich Juli sagen und noch bevor ich mich umdrehte verbesserte sie sich schnell,
„Äh, ich meine Dich… Also, dich als Mann. Wollte sagen, Du bist doch ganz nett und kein Arsch…“, während Juli weiter rumstotterte ging ich unter die Dusche.

Manchmal ist es einfach besser nichts zu sagen. Und manchmal begriff sogar ich, wann ein solcher Moment war.

„Warum bist Du rot im Gesicht?“, wollte Manu von Juli wissen.
„Das ist da so was von warm in dem Wohnmobil der Jungs.“, Juli wusste, dass ihr niemand diesen Satz glauben würde. Aber alles war gut. Niemand stellte eine weitere Frage.

Zehn Minuten später stand ich abgeduscht und rasiert ebenfalls am Tisch. Ein schöner Abend nahm seinen Lauf und als der Grill anfing zu qualmen, hatten wir schon einige Biere intus.
Irgendwann ging Juli ins Wohnmobil und kam mit einer Gitarre wieder heraus. Die ersten Lieder sang sie ganz alleine, was sich aber sofort änderte, als sie „Over the Rainbow“ anstimmte.
Wir sangen alle zusammen und Juli musste diese Lied am heutigen Abend immer wieder, bis in die tiefe Nacht hinein, spielen.
Mal sangen nur die Mädels, mal wir Jungs und nachdem wir uns genug Mut angetrunken hatten, sangen wir sogar einzeln.

In dieser Nacht wussten wir noch nicht, dass dieses Lied unser Tour-Lied werden würde. Aber es war in diesem Moment auch völlig egal!
Wir hatten einen tollen Abend und fühlten uns unendlich frei.

Genau wie wir es uns gewünscht hatten.

So und nicht muss das Leben sein ...

Wir sollten jeden Tag leben, als wäre es unser letzter Tag ... Das Leben ist viel zu kurz, um es sich mit mit "Scheiße" zu versauen ...
Übrigens, die kleine Story findet IHR in diesem Buch ...

Habt ne tolle Zeit ...

Euer

Ben

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