Montag, 10. Februar 2014

Projekt ...

... ihr glaubt nicht, wie sehr ich dieses Wort früher gehasst habe ...


"Können Sie mal in mein Büro kommen,  ich habe da ein Projekt für Sie ..."


Dieser Satz hatte die gleiche Bedeutung wie:
"Sie bekommen nen ordentlichen Batzen Arbeit extra ..."


Getoppt wurde der Satz lediglich, indem ein Wort verändert wurde ... nur ein einziges Wort wurde ausgetauscht und schon wurde aus einem Satz, der mir Mehrarbeit und vielleicht ein Dankeschön einbrachte, ein Verarschungs-Satz ...

Wenn aus ... "Ich habe da ein Projekt für Sie ..." der Satz "Ich habe da ein Projekt für UNS ..." wurde, sprangen die Alarmglocken sofort an ...
Denn dieser Satz sagte mir sofort, dass ich einen riesigen Berg Arbeit vor mir hatte und mein Chef anschließend damit auf Lob-Einhams-Tour gehen wollte ...
Das UNS sagte eindeutig aus, dass ich arbeiten durfte und er anschließend von noch höherer Stelle gelobt werden wollte ...
 

Warum einige Menschen so sind ...?
Gute Frage ... nein, nicht nur eine gute Frage ... auch eine berechtigte ...!
Aber wahrscheinlich sind einige Vorgesetzte nur Chef geworden, weil sie es auf diese Art und Weise gemacht haben ...
Hätten sie die Projekte selbst gemacht, wären sie nie so weit oben gelandet ... warum nicht? Weil sie es gar nicht gekonnt hätten ... weil sie von vielen Dingen viel zu wenig Ahnung haben ...

Darf ich euch mal mit einem Beispiel aus meinem früheren Arbeitsleben beglücken ...

Als Teamleiter durfte ich, zusammen mit meinem Abteilungsleiter, an Sitzungen teilnehmen ... wir haben uns ca. alle drei Monate mit den Wettbewerbern aus unserer Branche getroffen ... wir hatten eine ARGE (Arbeitsgemeinschaft) gegründet ...
Eine Firma musste das Protokoll der Sitzung schreiben und da diese Sitzung über drei Tage hing, wollte sich selbstverständlich jeder davor drücken ... jeder, außer meinem Abteilungsleiter,  der komischerweise sofort die Hand hob und sich bereit erkläre,  das Protokoll zu schreiben.  Während die anderen applaudierten,  wunderte ich mich ... immerhin kannte ich meinen Chef aus dem normalen Arbeitsalltag ...
Allerdings wunderte ich mich nur kurz und ärgerte mich stattdessen eine kurze Zeit später über mich selbst, da ich tatsächlich an das Gute in meinem Chef geglaubt hatte ...
Doch dann hörte ich leise die folgenden Worte ...
"Machen Sie bitte das Protokoll. Schreiben sie alles mit und denken Sie daran, auch Kleinigkeiten sind wichtig ..."
Ich durfte also 3 Tage lang den Protokoll-Affen machen ... ahnte aber in diesem Moment noch nicht, dass die Krönung noch auf mich warten würde ...
Als ich einige Tage späte, in meinem Büro,  aus der Kladde das richtige Protokoll gezaubert hatte und es zur Kontrolle in den Posteingangskorb meines Chefs gelegt hatte, klingelte kurze Zeit später mein Telefon ...
Ich durfte im Büro antanzen und verließ es gefühlte 10 Sekunden später mit folgendem Auftrag ...
Herr Bertram, bitte drucken sie das Protokoll neu aus und nehmen sie meinen Namen als Verfasser ... Wenn wir schon beide bei der Sitzung waren, sollte wegen der Wahrnehmung unserer Wettbewerber mein Name auf dem Papier stehen ...

Tja, Projekte oder andere Arbeiten ... vor allem mit einigen Vorgesetzten ... machen halt nicht immer Spaß ...

 

Idioten gibt es leider überall ...


Einen tollen Tag mit guten Projekten wünscht

Ben


1 Kommentar:

  1. Siehste und jetzt gehts andersrum: du planst die Projekte und ich darf sehen, dass ich hinterherkomm ... weil jetzt weißt du, wie´s geht! Hab eine tolle Zeit!

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