Sonntag, 8. Dezember 2013

Männertour ...

... aber anders ...!!!


Mein erster Roman, der im Traumstunden Verlag Essen veröffentlicht wurde ...

Drei Freunde ... eine Idee ... ein Wohnmobil ... eine Tour ...

und plötzlich DREI NEUE LEBEN ...!!!

Seid IHR NEUGIERIG geworden?


Hier könnt ihr ein Kapitel lesen ...



Die Sterne


Antje und ich waren alleine und ich räumte den Tisch ab, während Antje einen großen Becher Tee für jeden von uns kochte. Als wir beide fertig waren, setzten wir uns nebeneinander auf einen Liegestuhl und blickten hinaus auf das Meer.

Es war dunkel und wir konnten, weit draußen auf dem Meer, einige Lichter erkennen, die zu vorbeifahrenden Schiffen gehörten. Über uns leuchteten die Sterne und ich erkannte den Stern von Bibi und mir, da er am hellsten von allen Sternen leuchtete. Die Stille war fast unheimlich, auf dem Campingplatz hatten auch die letzten Camper bereits ihre Wohnwagen geschlossen und die Lichter ausgemacht.

Obwohl es kalt war, empfand ich es nicht so und trank langsam meinen Tee. Ich war über mich selbst erstaunt, dass ich eben nur kurz an Bibi und an unsere gemeinsame tolle Zeit gedacht hatte und meine Gedanken jetzt wieder im Alex waren. Ich dachte an den Tag, als mich Antje dort ansprach und ich nicht wusste wer sie war. Ich überlegte, weshalb wir hier nebeneinander saßen, obwohl ich mich an unser erstes Treffen beim Lotto-Konzert nicht erinnern konnte und ich mich bei unserem Treffen im Alex wie ein Arschloch benommen hatte. Eine Erklärung, weshalb ich mich im Alex so benommen hatte, habe ich bisher nicht gefunden und ich glaubte, dass Anton Recht hatte und es wirklich daran lag, dass ich vorher, beim Verlassen meiner Wohnung, das Türschild mit Bibis Namen darauf gelesen hatte.

>>Wenn unsere Tour vorbei ist, werde ich dieses Schild sofort entfernen.<<, waren meine Gedanken und gleichzeitig wurde mir klar, dass bereits über ein Viertel der Tour vergangen war. Einen kurzen Moment hatte ich Angst vor der Zukunft, denn wieder in den normalen Alltag eintauchen wollte ich nicht. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich es überhaupt wieder konnte. Leider hatte ich aber bisher keine Alternative zum tristen Alltag gefunden und irgendwoher musste mein Geld ja schließlich kommen.
Ich schob meine Gedanken beiseite und versuchte an etwas anderes zu denken und mich darüber zu freuen, dass wir noch fast drei Viertel der Tour vor uns hatten.

>>Ist Dir auch kalt?<<, fragte ich Antje, ohne mich dabei zu ihr umzudrehen. Doch Antje saß gar nicht mehr neben mir. Ich war wohl ziemlich in meinen Gedanken verloren, dass ich ihr Verschwinden nicht mitbekommen hatte.
>>Antje?<<, sagte ich nun etwas lauter.
>>Ich bin im Wohnmobil.<<
>>Was machst Du dort?<<
>>Bin gleich wieder bei Dir.<<

Antje kam mit frischem Tee auf mich zu.
>>Ist Dir nicht kalt?<<, fragte mich Antje.
>>Langsam schon.<<
>>Wollen wir lieber rein gehen?<<
>>Nein, hier ist es so schön. Halt mal meinen Becher, ich hole schnell etwas aus dem Wohnmobil.<
Nun ging ich ins Wohnmobil und kam mit einer Wolldecke sowie meiner Bettdecke wieder heraus. Ich legte die Wolldecke auf die Liege und deckte Antje mit meiner Bettdecke zu.
>>Besser?<<
>>Fast perfekt.<<
>>Nur fast? Ich bin enttäuscht.<<
Antje hob die Bettdecke an und machte ein Zeichen, dass ich auch zu ihr unter die Decke kommen sollte. Nachdem ich ebenfalls unter der Decke lag, sagte Antje,
>>Jetzt ist es perfekt.<<

Mir ging ein Lied von Ina Müller durch den Kopf, in dem sie davon sang, dass tausend Sterne leuchten. Ich war mir aber leider nicht sicher, ob es für diesen Moment das Richtige Lied ist, da ich nicht Textsicher genug war. Ich glaubte zu wissen, dass irgendwie auch die Strophe „ich sitze hier ganz allein“ darin vorkommt.
>>An was denkst Du?<<, wollte Antje wissen.
>>Willst Du eine ehrliche Antwort?<<
>>Klar.<<
>>An Ina Müller.<<
>>Na toll, wir sitzen hier unter dem Sternenhimmel, liegen zusammen unter einer Bettdecke und Du denkst an Ina Müller.<<, wir lachten.

Ich erzählte Antje jetzt genauer, an was ich eben gedacht hatte. Sie kannte das Lied, wusste den genauen Inhalt allerdings auch nicht. Wir gingen jetzt alle möglichen Lieder durch, die etwas mit Sternen zu tun hatten und einigten uns darauf, dass wir selber ein Sternenlied schreiben wollten.

>>Sag mal, dass Buch auf dem Bett von Anton, ist das selber geschrieben?<<
>>Ja. Warum fragst Du?<<
>>Berufskrankheit.<<
>>Schreibst Du auch?<<
>>Nein. Dafür hätte ich zu wenig Fantasie. Mein Buch hätte höchstens zwanzig Seiten.<<
>>Was machst Du dann?<<
>>Ich arbeite in einem Verlag.<<
>>Interessanter Job.<<
>>Sag mal, ob ich das Buch mal lesen darf?<<
>>Klar, warum solltest Du es nicht lesen dürfen. Es ist ja schließlich dafür geschrieben worden.<<

Anton kam zurück und Antje verabschiedete sich von uns. Wieder durfte ich sie nicht bringen, da sie mit dem Fahrrad da war und schnell nach Hause und ins Bett wollte. Aber bis zum Fahrrad durfte ich sie immerhin begleiten. Nach fünf Metern waren wir am Rad angekommen, da es hinter dem Wohnmobil stand.
>>Ich fahr dann los.<<
>>Fahr vorsichtig.<<
>>Klar.<<
Antje stieg aufs Rad und fuhr los.
>>Antje.<<, rief ich und sie hielt an.
>>Was ist?<<
>>Ich möchte Dir noch was sagen.<<
>>Was gibt’s?<<
>>Danke für den Abend.<<
>>Gern geschehen.<<
>>Der Abend war sehr schön.<<
>>Das fand ich auch. Gute Nacht Nick.<<, Antje fuhr los.

Anton hatte uns als gute Nacht Getränk noch ein Bier geöffnet. Während wir es tranken, und uns gegenseitig die Ohren über Anna und Antje vollschwärmten, sprang ich plötzlich auf.
>>Was hast Du?<<
>>Bobby. Ich habe Bobby vergessen rein zu bringen.<<
Wir suchten alles ab. Knieten auf dem Boden, krabbelten über den Rasen und krochen auf allen Vieren durchs Gebüsch. Kurz dachte ich darüber nach, wie ich Bibi erklären sollte, dass Bobby weggelaufen war, schob diesen Gedanken aber schnell wieder fort.
>>Scheiße, Scheiße, Scheiße.<<, sagte ich, während Anton, zum inzwischen achten Mal, an Bobbys Lieblingsplatz nachsah.
Mit den Worten, >>ich hole eine Taschenlampe.<<, ging Anton ins Wohnmobil und kam kurze Zeit später, mit zwei Erdbeerlimes in der Hand, wieder zu mir hinaus.
>>Hier, nimm.<<
>>Ich kann keinen Kurzen trinken während ich Bobby suche.<<
>>Dann höre auf mit der Sucherei.<<

Ich wollte Anton gerade einen Vortrag halten, wie viel mir meine Schildkröte bedeutete und er dies doch eigentlich wissen müsste, als ich kapierte.
>>Ist Bobby in ihrem Gehege?<<
>>Ja.<<
>>Wer hat sie reingesetzt?<<
>>Keine Ahnung. Ist ja auch egal. Hauptsache, sie ist da. Trinkst Du den Kurzen jetzt mit mir?<<
>>Gerne!<<
>>Prost.<<, sagten wir beide und verschwanden anschließend in unseren Betten.

Ich lag noch länger wach und schaute durch das Fenster hinaus um die Sterne zu betrachten. Den kleinen Wagen konnte ich erkennen. Ansonsten hatte ich aber nicht viel Ahnung von Sternenbildern.

Meine Gedanken waren bei Antje und bei unserem heutigen schönen Abend. Schon lange hatte ich mich in der Nähe einer Frau nicht so wohl gefühlt wie heute Abend. Neulich bei der Strandparty war dieses Gefühl bereits vorhanden, allerdings noch nicht so stark. Ich hatte immer abgeblockt, wenn ich merkte, dass eine Frau mehr von mir wollte, oder wenn ich mich dabei erwischte, selber Gefühle für eine Frau zu entwickeln. Für eine Beziehung fühlte ich mich nicht bereit. Zu stark war Bibi noch in meinem Herzen. Dies dachte ich noch bis vor kurzer Zeit. Doch seit einigen Tagen wurde mir deutlich, dass sie gar nicht mehr in meinem Herzen, sondern lediglich in meinem Kopf geblieben war.

Klar hatte ich Frauengeschichten. Aber nur solche, wo ich wusste, ich würde mich nicht verlieben. Es waren viele schöne Frauen dabei, viele mit Humor und viele mit Geld. Aber keine war wie Bibi. Klar sollte eine Frau schön sein und natürlich musste man zusammen lachen können. Das Geld war für mich völlig uninteressant, meinetwegen hätte sie gar kein Geld haben brauchen. Wichtig war das Besondere an einer Frau. Sie musste einfach etwas Besonderes haben, irgendetwas, was mich faszinierte. Immer wenn mich Anton oder Carlos fragten, was denn dieses Besondere ist und ich es beschreiben sollte, konnte ich es nicht. Es ist nicht zu beschreiben, es ist einfach da. Bibi hatte etwas Besonderes und neulich auf der Strandparty und heute Abend auf der Liege unter der Bettdecke, da habe ich dieses Besondere auch entdeckt. Ja, auch Antje hatte dieses Besondere. Zumindest für mich.

Ich hätte Antje heute gerne so viele Sachen gesagt, habe es aber nicht hinbekommen. Es ist so einfach, einer Frau, mit der man einen netten Abend verbringen möchte, schöne Dinge zu sagen. Aber bei einer Frau, für die ich mehr empfinde, da kann ich es nicht so leicht. Ich ärgerte mich über mich selbst und nahm mir vor, es bei meinem nächsten Treffen mit Antje erneut zu versuchen.

Meine Augenlider wurden immer schwerer und nach einem letzten Blick, zu Bibis und meinem Stern, fielen mir meine Augen zu.

Geweckt wurde ich von frischem Kaffeeduft. Anton saß auf meiner Bettkante und hielt mir einen Becher vor die Nase.
>>Aufstehen.<<
>>Wie spät ist es?<<
>>Neun Uhr. Hier, nimm den Becher.<<
>>Danke.<<
>>Habe ich gern gemacht.<<
>>Ich meinte nicht den Kaffee.<<
>>Nein? Was denn dann? Ich habe doch heute sonst noch gar nichts gemacht.<<
>>Danke, dass Du mein bester Freund bist. Du hattest auch Recht mit dem Namensschild, ich nehme es in Hamburg gleich ab.<<

Wenn IHR hier angekommen seid, kann es nicht ganz schlecht gewesen sein ... ;-)

 

Falls IHR mehr aus diesem Buch lesen möchtet ... meldet EUCH bei mir, beim Traumstunden Verlag, oder im Buchladen EURES VERTRAUENS ...

 

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Ich würde mich freuen ...

 

Liebe Grüße

Ben


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