Freitag, 13. Dezember 2013

Männertour ... Umzug nach Sylt ...

... darf ich EUCH ein Kapitel aus meinem Buch 

"Männertour ... Umzug nach Sylt"

vorstellen ...?

 

Vielleicht gefällt es EUCH ... ich würde mich sehr freuen ... !






Auf geht’s

>>Warum sollte ich aufgeregt sein?<<
>>Weil es ein besonderer Tag für dich ist.<<
>>Ach was, ich muss doch nur vorlesen.<<
>>Nun tu mal nicht so cool. Ich kenne dich und ich weiß, dass Du aufgeregt bist.<<
>>Bin ich nicht Britta.<<
>>Und warum hast Du jetzt schon die zweite Papierserviette in kleine Teile zerpflückt? Also, die zweite, seitdem ich hier bin. Der Stapel da drüben ist doch aber bestimmt auch von Dir. Oder?<<
>>Na ja, vielleicht bin ich ein kleines Bisschen aufgeregt.<<
Britta antwortete nicht und komischer Weise hörte ich auch kein Lachen der anderen. Wahrscheinlich wussten sie nur zu genau, wie es tatsächlich in mir aussah. In meinem Magen grummelte es und meine Hände zitterten schon, seitdem ich aufgestanden war.

Nachdem auch Britta und Mich gefrühstückt hatten, wurde der Sekt geöffnet.

Alle bis auf zwei stießen auf mich an und tranken. Allerdings bekamen Lina und ich nichts davon mit. Wir hatten uns bereits vor zehn Minuten zum Strand verabschiedet und saßen zusammen vor ihrem Kunstwerk und verzierten es mit Muscheln.

Ich genoss es, nicht über meine Lesung reden zu müssen. Keine Fragen darüber zu beantworten, tat mir gut. Lina hatte die Lesung in diesem Moment gar nicht auf der Rechnung. Schließlich war sie erst heute Nachmittag und für ein Kind war die Zeit bis dahin noch eine Ewigkeit.

Für mich nicht. Ich sah ständig auf die Uhr und die Zeiger liefen unaufhaltsam weiter.

Hatte ich mich gut genug vorbereitet? Wäre es nicht besser gewesen, wenn ich mir die Sachen noch häufig angesehen hätte?
Aber jetzt war es sowieso zu spät und eigentlich hatte ich auch genügend geübt. Aber waren Sätze mit einem eigentlich, nicht eigentlich total albern? Ich grinste, als ich an meinen „Eigentlich“ Satz dachte und war mir sicher, Lina nun erklären zu müssen, warum ich es tat.
Doch Lina erwiderte mein Grinsen einfach nur und ich war froh, hier mit einem Kind sitzen zu dürfen. Kinder stellen zwar häufig Fragen, die für einen Erwachsenen, zumindest für mich, schwierig zu beantworten waren. Dafür stellten sie aber auch einige Fragen nicht. Ich wette, dass ich bei einem Erwachsenen jetzt mein Grinsen hätte erklären müssen.



Erst gegen vierzehn Uhr ging ich mit Lina zurück in die Wohnung.
Die anderen waren bereits ausgeflogen. Nachdem Lina und ich noch ein Brötchen mit Käse gegessen hatten, machten wir uns ebenfalls auf den Weg zum Strand.
Als wir gerade die Promenade betreten hatten, drehten wir wieder um und gingen zurück in die Wohnung.
Nein, ich hatte keine Angst bekommen. Ich wollte mich auch nicht vor der Lesung drücken. Leider hatte vor lauter Aufregung meine Mappe vergessen, aus der ich lesen wollte.
Endlich waren wir da. Es war nur noch eine halbe Stunde, bis die Lesung begann. Alle anderen standen bereits vor der Musikmuschel auf der Promenade und warteten gespannt.

Nicht gespannt auf mich, aber gespannt darauf, dass es endlich fünfzehn Uhr wurde.

Britta stelle mir die anderen Autoren vor und als wir dabei waren, den endgültigen Ablauf zu besprechen, war meine Aufregung plötzlich komplett verschwunden. Es war irgendwie ein merkwürdiges Gefühl, hier vor der Musikmuschel zu stehen und zu wissen, dass ich in wenigen Augenblicken darin sitzen würde.
Früher, als kleines Kind, hatte ich häufig mit meinen Eltern vor der Muschel gesessen und den Musikern zugehört. Heute sollte ich in der Muschel sein und andere Menschen wollten bei mir zuhören. Irgendwie schnallte ich es erst jetzt so richtig.

Statt Angst, kam ein wenig Stolz in mir hoch.


Franky stand neben mir vor der Muschel und gab mir letzte Tipps. Lina saß bei allen anderen und hatte auf dem Schoß von Carlos einen tollen Überblick auf alles, was so passierte.
>>Noch fünf Minuten.<<, hörte ich Franky flüstern.
>>Okay, dann werden wir mal starten.<<
>>Warte kurz Nick.<<
>>Was ist?<<
>>Fast nichts.<<, Franky kam ein Schritt auf mich zu und nahm mich in den Arm.

Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass mich viel mehr Arme, als nur die beiden von Franky umschossen. Als ich meine Augen wieder geöffnet hatte sah ich, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Carlos und Lina standen ebenfalls um mich herum und umarmten mich. Lina bekam einen Kuss auf ihrer Stirn Als ich beim losgehen, Carlos einen Klapps auf die Schulter gab, hielt er mich kurz fest.
>>Vor einigen Jahren habe ich da unten auf dem Wasser mein Ding gemacht und Du hast mir die Daumen gedrückt. Heute bist Du dran und ich drücke dir meine Daumen.<<
>>Danke.<<
>>Los jetzt Nick, rocke die Muschel.<<
>>Mache ich.<<, mit diesen Worten ging ich und machte mich auf den Weg in die Muschel.

Abwechselnd wurde gelesen. Wobei vor der eigentlichen Lesung eine kurze Vorstellungsrunde gemacht wurde.
Es war total ungewohnt in ein Mikrofon zu sprechen, doch es klappe erstaunlich gut. Nach der Vorstellung kam für mich die Zeit des Wartens. Ich war als letzter an der Reihe und durfte mir Auszüge aus den Büchern meiner beiden Mitleserinnen anhören. Jede war zehn Minuten an der Reihe und diese zwanzig Minuten waren gefühlte zwei Stunden für mich. Ich wollte auch endlich dran sein. Am liebsten wäre ich einfach dazwischen gegangen und hätte drauflos geplappert. Doch ich blieb brav.

Endlich. Ich war an der Reihe und dufte zum Stehpult gehen. Diesen kurzen Gang konnte ich gleich zweimal machen, da ich meine Lesemappe auf meinem Tisch liegengelassen hatte. Doch es gibt schlimmeres dachte ich mir und nutzte diese Kleine Panne als kleinen Gag für die Einleitung.

Ich fand mich richtig gut und hatte nicht einen einzigen Versprecher.
Als ich fertig war und tatsächlich Applaus bekam, fühlte es sich toll an. Am liebsten hätte ich direkt weitergelesen, musste das Mikro aber wieder übergeben und weitere zwanzig Minuten darauf warten, erneut lesen zu dürfen.

Diesmal verging die Zeit schneller.
Zuerst stand Franky vor der Muschel und gab mir Zeichen. Wenn ich sie richtig deutete, wollte er mir mitteilen, dass ich meinen Kopf öfters heben sollte. Er fand, ich musste mehr Kontakt zu den Zuhörern suchen.

>>Was für ein Witzvogel. Soll der sich doch hier hinstellen.<<, dachte ich mir. Trotzdem nahm ich mir vor, seinen Tipp während meiner nächsten zehn Minuten zu berücksichtigen.
Da ich noch weiter auf meinen Einsatz warten musste, begann ich damit, die Zuhörer zu zählen. Vor der Muschel standen Unmengen von Bänken. Sie waren hintereinander und aufsteigend angebracht, so dass es wie in einem Konzertsaal aussah.

Fast verpasste ich meinen Einsatz. Hätte ich nicht zufällig meinen Namen gehört, hätte ich ihn tatsächlich verpennt. Mit dem Zählen musste ich kurz vor dem zweihundertsten Besucher aufhören und es waren noch einige, die ich nicht gezählt hatte. Hinzu kamen noch die, die sich keinen Platz auf einer Bank gesucht hatten, sondern am Rand standen und zuhörten.


Ich war erstaunt und erfreut zugleich. Leider vergaß ich aber auch bei meinem zweiten Gang zum Mikrofon meine Lesemappe und als ich, jetzt mit Mappe am Pult stand, sah ich Lina und Carlos lachen.
Ich weiß nicht, ob es auch andere Zuhörer mitbekommen hatten und es war mir auch egal. Entscheiden für mich war, meinen zweiten Stepp ebenso erfolgreich wie den ersten zu gestalten. Nach einem kurzen Augenblick vielen mir Frankys Zeichen ein und ich versuchte, meinen Kopf öfters mal anzuheben und die Besucher anzusehen.
Als ich fertig war, sah ich Franky gehobenen Daumen und wusste, dass ich seinen Rat gut umgesetzt hatte.

Auf nochmaliges Zuschauerzählen hatte ich keine Lust und so sah ich mir, während meiner nächsten Pause die Zuhörer genauer an. Irgendwie war jedes Alter vertreten und die meisten hörten tatsächlich ganz gespannt zu.

Als Applaus erklang, wollte ich gerade aufspringen. Ich hatte sogar an meine Mappe gedacht, konnte mich aber gerade eben noch bremsen.
Es hätte ansonsten einen kleineren Stau am Mikrofon gegeben, da ich noch gar nicht an der Reihe war. Ich war noch für weitere zehn Minuten zum Zuhören verdammt, bevor ich mit meinem dritten und letzten Stepp an der Reihe war.

Endlich. Ich stand am Rednerpult und tat so, als ob ich meine Lesemappe auch bei meinem dritten Auftritt vergessen hatte. Einige Zuhörer registrierten es und als sie damit begannen zu lachen, zog ich die Mappe unter meiner Jacke hervor.
Jetzt hatte ich tatsächlich die Lacher auf meiner Seite.

Wieder schaffte ich es, ohne Versprecher durch meine zehn Minuten zu kommen. Doch ich hätte lieber einen kleinen Versprecher während meiner Lesung gehabt, anstatt diesem peinlichen Ding bei meiner Verabschiedung.

Auch hier war ich als letztes an der Reihe und nachdem ich mich bei allen bedankt hatte, sagte ich,

>>Es war schön, heute hier auf Westerland in Sylt gewesen zu sein.<<



 

Tja, dass war meine Lesung auf Sylt in der Muschel ...!

Ich freue mich schon auf die nächste Lesung und werde bis dahin noch weitere Bücher für EUCH schreiben ...

 

Falls IHR mögt, zu erwerben sind die Bücher überall ... ABER mit Widmung nur bei mir direkt ... oder über den Traumstunden Verlag Essen ...

Einen tollen Abend wünscht

 

Ben

 

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