Freitag, 6. Dezember 2013

Ben -

Wolken schmecken ...!


Es ist nicht nur ein tolles Gefühl, wenn man es schafft, die Wolken zu schmecken ...

Nein, auch mein ERSTLING trägt diesen Namen ...

 

Wenn Ihr mögt, könnt IHR hier und jetzt den Prolog meines Buches lesen ... Und glaubt mir, ich glaube an meine Träume ... ich bewahre sie mir ... kämpfe um sie ... warte für sie und irgendwann ... ja, irgendwann werden sie sich erfüllen ...

Aber jetzt hoffe ich erstmal, dass EUCH ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buch ein paar schöne Augenblicke bereiten wird ...!!!

Habt Spaß!!!




Prolog

Die Zeit ist gekommen.

Die Zeit, unsere Geschichte endlich zu erzählen!

Wir haben September und es ist einer der seltenen milden Abende hier in Hamburg. Einer dieser Abende, an denen man ohne zu frieren und in Gedanken versunken seine Träume träumen, seine Gedanken schweifen oder seine Pläne schmieden kann. Mit Absicht bin ich heute Abend hier an dieser einsamen Stelle am Alsterlauf. Ich befinde mich in der Nähe der Poppenbüttler Schleuse und nicht in einem der vielen netten Cafes, Kneipen oder anderen Lokalitäten, welche sich in Hamburg an der Alster oder Elbe befinden.
Heute bin ich nicht an den Orten, an denen man bei solch tollem Wetter nette und lustige Menschen treffen kann. Nein, heute bin ich an meinem Ort, einem Ort, den nicht mal meine Freunde kennen und möchte nur für mich sein. Nur für mich, an diesem ganz besonderen Ort, den mir meine Oma Anna in frühesten Kindheit bereits einmal gezeigt hatte. Außerdem ist dieser Ort schon deshalb ein besonderer Ort, da er durch seine interessante und für eine Großstadt besondere Landschaft auffällt. Genau aus diesen beiden Gründen ist dieser Ort „mein“ Ort geworden und wenn ich, wenn auch in letzter Zeit leider nicht so oft, hier bin, genieße ich diesen Ort bei jedem Besuch mehr.

Eine kleine unauffällige Kopfsteinpflasterstraße führt mich vorbei an Tennisplätzen und traumhaft schönen Einzelhäusern. Nach einigen Kurven und Abzweigungen lenkt sie mich direkt zu einem kleinen Parkplatz. Dieser Parkplatz ist vor lauter Bäumen, Hecken und wild herumliegenden Ästen kaum als Parkplatz zu erkennen und so steht auch heute kein anderes Auto hier, als ich mit meinem kleinen schwarzen Suzuki Jeep auf den Parkplatz fahre und mich für einen Platz genau in der Mitte, zwischen den großen hohen Buchen entscheide. Während ich nach oben sehe und dabei überlege, ob an dieser Stelle Vögel ihre verdaute Nahrung in meinem offenen Jeep verteilen könnten, klingelt mein Handy. >>Keine Rufnummernübermittlung<< ärgere ich mich und so lass ich das Handy einfach Handy sein und ignoriere das Klingeln, da ich wenig Lust auf irgendwelche, mit Pech sogar total belanglose, Telefongespräche habe. Nach kurzer Zeit hört mein Handy tatsächlich auf die Melodie „Ja ich habe solche Sehnsucht, ich verliere den Verstand, ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerland“ zu spielen und mein heimlicher Anrufer kann sich mit der Mailbox meines Handys begnügen.
>>Moin, Moin! Benjamin Bertram ist nicht zu sprechen, er liegt gerade faul in der Sonne oder jagt seinen Träumen nach. Bitte melde dich später wieder, damit er die Kosten für den Rückruf sparen kann.<<

 
Ich finde diesen Text ziemlich gut und außerdem wirkt er teilweise sogar. Viele meiner Freunde und Bekannte legen auf und rufen später, ohne meine Mailbox benutzt zu haben, einfach wieder an. Doch diesmal hat jemand meine Mailboxfunktion genutzt. Ich bekomme nämlich gerade, kurz nachdem mein Handy endlich verstummt war, eine SMS meines Telefonanbieters mit dem Hinweis, dass mir eine Nachricht hinterlassen wurde. Neugierig wie ich bin, wähle ich noch vor dem aussteigen die Nummer meiner Mailbox und höre eine sehr vertraute Stimme die mir sagt
>>Hallo Ben! Schade, dass ich nur die Blechkiste erwische. Ich hatte Sehnsucht nach Deiner Stimme und wollte sie deshalb schnell mal hören. Wobei, gehört habe ich sie ja. Nur nicht so wie ich es mir gewünscht hätte. Es war trotzdem schön. Meine Gedanken gehören uns, Du fehlst mir, Küsschen und bis nachher.<<

Ich lächle vor Freude und schon habe ich wieder alle meine wundervollen Gedanken im Kopf. Alle diese Gedanken, weswegen ich heute genau an diesen Ort gefahren bin. Ich sage leise zu mir >>Danke für alles schöne Frau. Schön, dass es dich gibt!<< und stelle mein Handy auf das Profil Lautlos ohne Vibration ein, bevor ich es wieder in meiner Hosentasche verschwinden lasse.

Nach einem weiteren Blick in die Baumgipfel entscheide ich mich dafür, mein Auto so stehen zu lassen und steige aus. Automatisch lenken mich meine Gedanken und lassen mich ganz langsam vom Parkplatz, über die kleine Kopfsteinpflasterstraße, in Richtung Flusslauf gehen. Nur unbewusst nehme ich die Grundstücke am Ende der Straße wahr. Es sind Grundstücke, die an Parkanlangen erinnern und direkt, nur durch riesige Hecken, Sträucher und kunstvoll errichteten Zäune getrennt, an das Naturschutzgebiet am Alsterlauf anschließen. Wer hier wohnt, muss mindestens dreimal im Lotto gewonnen haben, eine mehr als gutlaufende große Firma besitzen oder auf eine nicht unbedingt erlaubte, dafür aber sehr lohnende Tätigkeit zurückgreifen können. Wobei ich den hier ansässigen Hausbesitzern natürlich keinerlei kriminelle Tätigkeiten unterstellen möchte.

Der Blick von hier oben ist einfach genial. Links und rechts sieht man Bäume, die teilweise bis in den Himmel zu wachsen scheinen. Vor mir ein Abgrund, der mich mit seinen vielen verschieden Färbungen an das Morsumer Kliff auf Sylt erinnert. Weit unten, zwischen verwinkelten und romantisch anmutenden Wegen, ist der Flusslauf zu erkennen. Kleine alte, teilweise morsch wirkende Brücken, verbinden die auf beiden Seiten des Flusslaufes führenden Wege miteinander und geben so, diesem ohnehin einzigartigen Anblick seine endgültige Note. Der Weg führt mich, an steilen Abhängen entlang, in Schlangenlinie hinunter zum Flusslauf. Auf meinem Weg nach unten liegen mir viele von Stürmen abgebrochene Zweige und Äste im Weg. In den Steilwänden sind kleine und große Höhlen zu sehen und wenn ich nicht wüsste, dass ich mich in Hamburg befinde, würde ich auf Bärenhöhlen tippen. Es gibt Stolperfallen aus Baumwurzeln und einige gemeine, vom Regen ausgespülte, Löcher stellen sich mir in den Weg. Man könnte glauben, die Natur hätte extra diese Unebenheiten aufgebaut, damit sich niemand diesem unberührten Fleckchen Erde nähern kann. Aber alle diese Dinge gehören hierher. Dies alles zusammen macht die Gegend zu „meinem“, nein zu „unserem“ Ort.

Das Wasser hier unten ist klar und sogar verschiedene Fische sind zu sehen. Wenn Oma Anna jetzt bei mir wäre, könnte sie mir bestimmt sagen, um welche Fischarten es sich handelt. Das eine dort müssten, wenn ich mir Ihre Erklärungen richtig gemerkt habe, Rotaugen sein. Richtig sicher bin ich mir aber nicht. Durch viele große Steine und im Wasser liegende Baumstämme haben sich teilweise kleine Wasserfälle und Stromschnellen gebildet. Dort hinten in der kleinen Biegung steht im seichten Wasser ein Reiher und wartet regungslos darauf, mit seinem langen Schnabel den nächsten Fisch zu ergattern. Der Flusslauf ist hier höchstens vier Meter breit und in der Mitte vielleicht ein, höchstens eineinhalb Meter tief.
Die Sonnenstrahlen, die es geschafft haben sich durch den dichten Himmel der Baumkronen zu kämpfen, spiegeln sich im Wasser und erzeugen ein einmaliges Bild aus Schatten und Licht. Hier unten herrscht eine eigenartige Stille, die mir ein Gefühl von Vertrautheit und innerlicher Ruhe vermittelt. Dies alles sind Gefühle, die ich in meinem Leben normalerweise nicht in diesem Maße empfinde und daher überlege ich, ob es an meinen Gefühlen für diesen Ort oder an dem Ort selber liegen mag.

<<Es wird wohl ein Gemisch aus beiden sein<<, denke ich mir und wundere mich trotzdem!

Wie so oft ist keine Menschenseele hier. Weshalb dieser Platz immer so einsam und leer ist kann ich nicht verstehen. Die Erklärung kann nur sein, dass den Menschen die Straße dort oben zu versteckt und der Weg hierher bestimmt zu beschwerlich ist. Was denen an wunderbarer Natur und Einsamkeit entgeht, können sie ja nicht wissen und mir ist es sowieso viel lieber hier alleine zu sein.
Als ich bei einem meiner letzten Besuche mit Musik im Ohr auf einem alten umgestürzten Baum gesessen und mir die Gegend angesehen hatte, konnte ich nicht anders als die Musik auszuschalten und die Kopfhörer abzunehmen. Ich wollte keine anderen Töne hören. Ich wollte, nein ich musste die Geräusche der Natur in mich aufsaugen und meinen Gedanken dazu freien Lauf lassen.

Meine Gedanken flogen mir durch den Kopf. Kreutz und quer hatte ich Bilder aus meinem bisherigen Leben vor Augen und genau in diesem Moment wurde mir klar, dass ich vor vielen Jahren schon einmal hier gewesen bin. Ich bekam meine Eingebung durch den alten Baum, der genau hinter mir stand und sich bisher allen Stürmen zu wehr gesetzt hatte.

Vor diesem Baum hatte vor langer Zeit eine Holzbank gestanden, von der einige wenige Überreste noch zu sehen sind. Dieser Baum, die kleine Flussbiegung und die steilen Wände. Zusammen ergab dieses ein Bild in meinem Kopf, in dem ich mich als kleiner Knirps mit meiner Oma Anna hier befand und wir uns an einem Baum verewigt hatten.
Da meine Oma Anna immer, wenn wir unterwegs waren eine Handtasche mit Taschentüchern, etwas Geld, Bonbons, und einem Taschenmesser bei sich hatte, schnitzten wir damals in einen Baum die Buchstaben „A“ für Anna und „B“ für Benjamin ein. Ich war mir jetzt ganz sicher, dass es dieser Baum gewesen ist und erhob mich von meinem Platz.

Langsam und mit einem komischen Gefühl im Bauch ging ich auf den Baum zu. Noch war nichts von unserem Kunstwerk zu erkennen.
>>Da ich damals noch nicht in die Schule gegangen bin und ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein muss, kann nach so vielen Jahren unser Kunstwerk ja auch nicht mehr so gut zu erkennen sein<<, dachte ich mir und ging noch dichter an den Baum heran. Jetzt konnte ich etwas sehen. Verwittert und an einigen stellen mit Moos bedeckt konnte ich unsere eingeritzten Buchstaben erkennen. Ich bekam eine Gänsehaut und als ich dabei war, die Buchstaben vom Moos zu befreien, zitterte mir die Hand.
>>Wäre Oma Anna doch hier und könnte unsere Vergangenheit mit mir erleben<<, wünschte ich mir und nahm mir vor, es ihr bei meinem nächsten Besuch auf jeden Fall zu erzählen.

>>Bisher ist außer Hasi Oma Anna die einzige Person in meinem Leben, die alle meine Erlebnisse genau kennt. Sie ist außer Hasi die einzige Person, der ich alle meine Gedanken, Pläne und Träume anvertraut habe<<, sage ich leise zu mir selber, während ich mich verträumt auf einen großen Baumstamm direkt am Wasser setze. Mein verschwommenes Spiegelbild konnte ich im Wasser erkennen und genau wie dieses Spiegelbild vor einiger Zeit, verschwimmen nun meine Gedanken und aus dem jetzt lande ich dort, wo es irgendwie alles mit uns begonnen hatte.

 

Hat es gefallen?

Ich würde mich freuen ...

Sollte jemand an einem Buch Interesse haben ... wer bei mir bestellt, bekommt es auch mit einer Widmung ...


Habt nen bunten Abend!

 

Euer

Ben 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen