Dienstag, 24. Januar 2017

Unser Mond

... und unsere Sonne !

Oder auch gerne Mondmärchen ...!

Eines Tages, als gerade niemand hinschaute, trat der Mond an die Sonne heran. "Entschuldigung" sagte er etwas verschüchtert, "darf ich dir eine Frage stellen?"
Verwundert schaute die Sonne auf den kleinen Mond herab, sie hatte ihn gar nicht bemerkt. "Was machst du hier?" fragte sie. "Du gehörst doch in die Nacht. Der Tag gehört mir." Das wiederum schüchterte den Mond noch viel mehr ein; er nickte kurz und verschwand. Doch nach kurzer Zeit redete er sich Mut zu, schließlich hatte er ein wichtiges Anliegen, welches ihm schon seit Jahren auf der Seele brannte. Und so ging er ein zweites Mal zur Sonne.


"Entschuldigung" rief er, diesmal mit einer etwas festeren Stimme, "ich hätte dich gern einmal etwas gefragt." Die Sonne konnte sich, als sie den Mond sah, ein Lächeln nicht verkneifen, war er doch um Längen kleiner als sie selbst. Allerdings fand sie es niedlich, wie er da stand und zu ihr hinaufblickte.
Sie beugte sich zu ihm herunter. "Wie kann ich dir denn helfen?" "Nun, ich frage mich schon seit Jahren, wieso ich nur in der Nacht da sein darf, und du am Tag. Und warum du weit länger zu sehen bist als ich. Das finde ich irgendwie gemein" sagte der Mond und schaute die Sonne erwartungsvoll an.
"Lieber Mond, das kann ich dir auch nicht sagen. Ehrlich gesagt, interessiert es mich auch nicht wirklich" erwiderte die Sonne. "Ich bin am Himmel zu sehen, gebe den Menschen Wärme und mache das Leben auf der Erde erst möglich. Deshalb muß ich am Tag da sein, weil sich das Leben am Tag abspielt." Mit diesen Worten wandte sie sich ab.
Dem Mond war das natürlich noch nicht genug, und er wollte sich mit dieser nichtssagenden Äußerung nicht zufrieden geben. Aber die arrogante Art der Sonne verängstigte ihn, und er beschloß, ein wenig Mitleid in ihr zu wecken. Erneut sprach er sie an: "Aber ist dir schon einmal aufgefallen, daß mich die Menschen auch brauchen? Sie haben aber nicht viel von mir, weil sie mich nur ein paar Stunden sehen können, und nachts schlafen die Menschen immer. Das finde ich etwas unfair" chniefte der Mond und drückte ein paar Tränen hervor, die sich auf ihren langen Weg zur Erde machten. Doch er schien mit seiner Mitleidsmasche keinen Erfolg zu haben, denn die Sonne wandte sich von ihm ab.
Schmollend zog sich der Mond also zurück. Mittlerweile hatte sich der Tag dem Ende zu geneigt, und die Sonne wurde glutrot. Der Mond ignorierte dieses Bild, welches er sonst jeden Abend voller Begeisterung bewundert hatte, und hatte eigentlich keine Lust mehr, wieder seinen Platz am Himmel einzunehmen und zu beobachten, wie sich die Menschenkinder nach und nach in das Traumland begaben. Er versteckte sich hinter einer großen Wolke und ließ die Menschen allein.


Als er dort nun einige Zeit traurig und verstört gesessen hatte, hörte er aus dem Nichts eine schwache Stimme: "Wo bist du?". Der Mond fühlte sich nicht angesprochen, trotzdem schaute er neugierig in den Nachthimmel, wo sich einige Sterne eingefunden hatten. "Wen sucht ihr?" rief er den Sternen zu. Einer von ihnen kam näher. "Dich!" antwortete der Stern mit einem Lächeln im Gesicht. "Wir sind doch nur wegen dir hier". "Wegen mir?" fragte der Mond, "wer braucht mich schon? Das Leben findet tagsüber statt, nachts schlafen die Menschen nur, ich stehe nur zur Zierde am Himmel. Aber damit ist Schluß, es bringt ja nichts". Mit diesen Worten kuschelte sich der Mond wieder in seine Wolke und fing an zu weinen.
Der Stern aber ließ sich so einfach nicht abspeisen. "Hast du schon einmal genau zur Erde geschaut? Ich habe noch nicht genau gezählt, es sind auch nicht besonders viele, aber ich kann ein paar Menschenkinder sehen, die nur auf dich warten!" Lustlos stieg der Mond wieder aus seiner Wolke empor, warf aber trotzdem einen kurzen Blick auf die Erde. Und tatsächlich, sie standen vor der Tür, saßen am Fenster, lagen wach und blickten nur an den Himmel. "Ob sie wirklich auf mich warten?" sagte der Mond zu sich selbst und war fast ein bißchen gerührt.
Doch sein Gespräch mit der Sonne hatte ihn zu sehr mitgenommen. "Für die paar Stunden lohnt es sich doch nicht, an den Himmel zu steigen" sagte er zu den Sternen, die mittlerweile zahlreicher geworden waren und erwartungsvoll in einem Kreis um ihn herumstanden. "Außerdem bin ich viel zu schwach, mein Licht ist gegen die Sonne ein Nichts, es wärmt nicht, und zum Leben braucht man mich auch nicht. Wäre ich nicht da, es würde sicher niemandem auffallen". Da waren die Sterne sprachlos, sie alle wollten dem Mond irgendwie klarmachen, daß dem alles nicht so ist, aber es schien niemand die richtigen Worte zu finden.
Schließlich faßte der Stern, der ihn vorher schon angesprochen hatte, seinen ganzen Mut zusammen, und sprach ihm vorsichtig Mut zu: "Wenn dich niemand vermissen würde, dann stünden dort unten nicht so viele Menschen und würden warten. Sie brauchen dich genauso zum Leben wie die Sonne, nur du kannst ihnen nämlich Trost spenden." "Wie das?" fragte der Mond und wischte sich verlegen die Tränen aus den Augen. "Wie kann ich die Menschen trösten?" "Das ist ganz einfach" erwiderte der Stern und zwinkerte ihm zu. "Wie du ja vorhin schon gesagt hast, schlafen die meisten Menschen nachts. Es gibt aber ein paar, die dies nicht tun. Sie sind in der Minderheit und mit ihren Problemen ganz allein, weil sie niemanden haben, dem sie sie erzählen können. Schließlich schlafen ja alle. Das sind die Mondkinder, die abends am Fenster stehen und nur auf dich warten, weil sie wissen, daß du für ein paar Stunden da sein wirst." Der Mond war sichtlich bewegt von der Ansprache des Sterns. So genau hatte er darüber noch nie nachgedacht. "Aber ich bin doch zu schwach, und ich würde doch gerne viel länger für diese Mondkinder da sein. Aber dann funkt mir die Sonne ja wieder dazwischen!" Jetzt war der Mond völlig verzweifelt, und fing wieder an zu weinen.


Da schoben sich ein paar Wolken vor den weinenden Mond und umarmten ihn, so daß ihm ganz warm wurde. Verwirrt blickte er auf. Der Stern nahm ihn in den Arm und flüsterte: "Die Wolken wollen nicht, daß deine Kinder dich weinen sehen. Deswegen verdecken sie dich. Und daß du nur ein paar Stunden da bist, macht dich erst recht zu etwas besonderem; wärst du immer da, würden sich die Menschen an dich gewöhnen und dich nicht mehr beachten." "Aber mein Licht ist doch viel zu schwach" rief der Mond verzweifelt, "wie kann da für alle Mondkinder genug Wärme übrig bleiben?" Da brach der Stern in schallendes Gelächter aus. "Hast du dich denn in all den Jahren niemals gefragt, warum wir Sterne dich jede Nacht an den Himmel begleiten? Selbst wenn du einmal nicht genug Kraft hast, sind wir da, um den Menschen zu zeigen, daß es dir noch gut geht."
Jetzt war der Mond auch überzeugt. Er ließ sich von ein paar Sternen an die Hand nehmen, und gemeinsam traten sie den Weg an den Nachthimmel an. Und wenn man ab und zu abends ganz genau hinschaut, dann kann man sehen, wie sich der Mond beschämt ein paar Freudentränen aus seinem Gesicht wischt und seinen Kindern zuwinkt, die auf der Erde jede Minute mit ihm genießen...

Liebe Grüße
Ben

Montag, 23. Januar 2017

Die Spannung steigt.

Unsere Anspannung übrigens auch ;-)


In 3 Tagen, also am Donnerstag, den 26.01.2017, wird unser neuer Roman erscheinen.

„Flausen im Kopf, Waldschrat im Herzen“

So heißt das Buch und wir hoffen, dass es euch gefallen wird.

Ihr habt das Cover noch nicht gesehen? Wie konnte das denn passieren?
Dann werden wir es mal schleunigst ändern.


Heute möchten wir keinen Schnippsel aus unserem Buch zeigen. Auch keine kleine Leseprobe. Nein, heute möchten wir das komplette erste Kapitel präsentieren! J

Viel Freude damit!

Zitze
Es klopfte an der Wohnungstür, als ich gerade meine letzten Klamotten in den Kleiderschrank räumte.
„Hey, Mäuschen. Kommst du klar? Oder brauchst du noch irgendwas?“, fragte mein Vater, nachdem ich ihn reingelassen hatte. Er wirkte ein wenig nervös, als er sich in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung umschaute.
„Nein, ich glaube, ich habe alles. Danke schön. Du hättest dir echt nicht so viel Mühe machen müssen. Ich bin doch schon groß, ich kann für mich allein einkaufen.“ Ich zwinkerte meinem Pa zu und meine Worte schienen ihn ein wenig zu beruhigen.
„Ach, lass mich meine Tochter doch mal ein bisschen verwöhnen. Ich hab dich so lange nicht gesehen, da wollte ich dir einfach gern eine Freude machen.“ Ja, das stimmte. Es war schon wieder viel zu lange her, dass wir uns gesehen hatten. Ich liebte meinen Pa sehr, doch wir trafen uns leider nur selten. Nach der Scheidung von meiner Mutter vor zehn Jahren war er von München in den hohen Norden, in ein Dorf in Schleswig-Holstein, gezogen. Seitdem war unser Kontakt aufgrund der Entfernung leider stark eingeschränkt. Auch wenn wir in den letzten Jahren viel telefoniert hatten, war es doch etwas ganz anderes, als sich zu sehen.
„Ach Papa!“, sagte ich und nahm ihn in den Arm. Fest drückte er mich an sich und gab mir einen Kuss auf die Haare.
„Ich freu mich so sehr, dass du endlich hier bist! Auch wenn es nur für drei Monate ist, endlich haben wir mal ein wenig Zeit für uns“, murmelte er, dann löste er unsere Umarmung und trat einen Schritt zurück. Wieder schaute er sich um.
„Und du bist sicher, dass du nichts weiter brauchst?“, fragte er erneut und ich nickte.
„Ganz sicher!“, antwortete ich.
„Fein, dann gehe ich mal … Die Arbeit ruft. Falls irgendwas sein sollte …“
„Dann brauche ich nur die Außentreppe hinunterzugehen“, unterbrach ich ihn. Er nickte lächelnd und ließ mich dann allein.
Ich ging in die Küche und öffnete den Kühlschrank. Na ja, „ein bisschen verwöhnen“ war wohl die Untertreibung des Jahres. Die Küchenschränke, der Kühlschrank und das Eisfach waren prall gefüllt mit all dem, was ich gerne aß. Ich hatte deutlich mehr, als ich brauchte, und wie es ausschaute, würde ich vieles davon gar nicht schaffen, bevor das Haltbarkeitsdatum ablief. Aber ich wusste, mein Pa meinte es gut. Es war seine Art, mir zu zeigen, wie sehr er mich liebte und wie sehr er sich freute, dass ich hier war.
Vor drei Monaten war mir die Idee gekommen, nach meinem Germanistik-Abschluss für ein paar Monate herzukommen. Ich wollte Zeit mit meinem Papa verbringen und mir in aller Ruhe überlegen, was ich mit meinem Studium anfangen und wo ich mich bewerben wollte. Was eignete sich dafür besser als ein kleines Dorf und die absolute Ruhe, die hier herrschte.
Mein Pa war von meiner Idee begeistert. Sofort hatte er angefangen, die kleine, leer stehende Einliegerwohnung über seiner Dorfkneipe herzurichten und bezugsfertig zu machen. Die Wände waren frisch gestrichen, das Parkett abgeschliffen und neu versiegelt. Er hatte neue, moderne Möbel für mich besorgt und sogar Gardinen in meiner Lieblingsfarbe aufgehängt. Auch wenn diese Wohnung nicht sonderlich groß war, war sie einfach traumhaft schön geworden. Ich fühlte mich von der ersten Sekunde an schon viel wohler, als ich es in meinem WG-Zimmer je getan hatte.

Als ich hier angekommen war, war mein kleines weißes Auto bis unters Dach voll gewesen mit Kisten und Koffern. Das Nötigste für die nächsten drei Monate hatte ich mit hierher genommen, der Rest meiner Sachen war in München eingelagert, bis ich mich endgültig entschieden hatte, wo ich zukünftig wohnen wollte. Jetzt machte ich mich daran, alles auszuräumen und in die Schränke zu verstauen.
Zwei Stunden später ging ich über die Außentreppe nach unten. Ich wollte meinem Vater in der Kneipe ein wenig Gesellschaft leisten. Auch wenn er bereits seit mittags geöffnet hatte, vermutete ich, dass nicht viel los sein würde. Wer setzte sich auch schon am Nachmittag in eine Kneipe?
Das rote Backsteingebäude mit den großen, weiß gerahmten Sprossenfenstern zur Straße hin wirkte einladend und gar nicht so verkommen und düster, wie man sich eine kleine Dorfkneipe so vorstellte.
Über der Tür hing ein hellgelbes Schild, auf dem in blauen Lettern der Name „Zitze“ stand. Ich konnte nicht genau sagen, ob es eine Anlehnung an unseren Nachnamen Zitzler war oder ob die Namensgebung nicht eher mit dem Landleben in Verbindung stand. Wahrscheinlich war der Name aber doch unserem Nachnamen geschuldet, immerhin wurde ich als Kind auch häufig damit geärgert. Daher musste ich ein wenig schmunzeln, als ich die Tür öffnete und eintrat.
Zu meiner Überraschung war schon einiges los, als ich im Gastraum ankam. Der Großteil der Tische war besetzt und auch am Tresen saßen bereits einige Gäste. Ich war noch nie hier gewesen, mein Vater hatte mich immer in München besucht, daher kannte ich seine Kneipe nur aus Erzählungen.
Überrascht schaute ich mich um. Wie von außen bereits zu erahnen gewesen war, entsprach auch das Innere nicht dem, was ich erwartet hatte.
Hell und freundlich wirkte der Laden. An den Wänden hingen wunderschöne Landschaftsaufnahmen in Schwarz-Weiß. Ein Trecker, der gerade ein Feld pflügte, ein Waldrand, hinter dem die Sonne aufging, eine Wildblumenwiese, ein einfacher hölzerner Lattenzaun. Doch schon auf den ersten Blick war zu erkennen, dass diese Fotos etwas Besonderes waren, und ich nahm mir vor, meinen Vater zu fragen, ob er sie gemacht hatte. Besonders gut gefiel mir ein Bild von einem Flusslauf am Waldrand. Obwohl es schwarz-weiß war, wirkte es so real und romantisch, dass ich mich am liebsten sofort an das Ufer gesetzt hätte.
„Hey, Sina! Schön, dass du kommst“, riss die Stimme meines Vaters mich aus meinen Betrachtungen. Er freute sich sichtlich, mich zu sehen, und so ging ich zu ihm hinüber an den Tresen.
„Magst du was trinken?“, fragte er, kaum dass ich auf einem der Barhocker Platz genommen hatte.
„Ja, gern. Aber bitte kein Bier!“ Mein Blick wanderte zu den Gläsern, die auf dem Tresen standen. Es war noch nicht mal 17 Uhr, für meinen Geschmack viel zu früh, um mit Alkohol anzufangen. Oder lag es daran, dass heute Samstag war und niemand mehr arbeiten musste?
Ich entschied mich für eine Cola light, und während ich trank, musterte ich die anwesenden Dorfbewohner. Hauptsächlich ältere Männer waren hier vertreten. An mehreren Tischen wurde Karten gespielt, andere hatten Würfelbecher vor sich stehen. In einer Ecke war ein Spielautomat an der Wand, vor dem einer der Herren sein Glück versuchte, den Jackpot zu knacken.
„Ist das hier immer so?“, fragte ich meinen Pa und deutete auf die Leute. „Oder gibt es hier so wenig Frauen?“
Mein Vater grinste.
„Nein, hier gibt es schon auch Frauen. Die Jungs sind fast alle verheiratet. Aber sie werden von ihren Frauen rausgeschmissen, damit sie nicht im Weg rumstehen, während das Abendessen vorbereitet wird. Das ist hier ganz normal. Warte mal ab, in einer Stunde sind die alle weg, dann ist hier Totentanz. Und nach der Tagesschau kommen sie zusammen mit den Frauen wieder, dann wird es voll hier.“
Ein wenig wunderte ich mich schon über diese merkwürdigen Gepflogenheiten, aber vielleicht war ich auch einfach nur viel zu sehr ein Großstadtkind.
Während ich meine Cola light trank, erzählte mir mein Vater, was es hier alles zu erleben gab. Wobei „erleben“ für ihn wohl eine andere Bedeutung hatte als für mich. Außer dieser Kneipe gab es in dem 500-Seelen-Dorf anscheinend nur noch eine kleine Bäckerei. Ansonsten war hier in der Gegend nichts außer Wald, Feldern, Bauernhöfen und Tieren. Okay, ich hatte nicht erwartet, dass es hier Diskotheken und Shoppingmalls geben würde, aber zumindest einen vernünftigen Supermarkt oder ein, zwei Bekleidungsgeschäfte. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Und nicht nur das, mein Vater lachte mich sogar aus.
„Sei froh, dass wir hier mittlerweile vernünftiges Internet haben. Vor anderthalb Jahren musste man sich hier noch mit einem 56k-Modem über die Telefonleitung einwählen“, erklärte er mir und ich lachte auf.
„Ja, genau. Sehr witzig, Papa. Veralbern kann ich mich selbst“, antwortete ich augenzwinkernd, doch einer der Männer am Tresen mischte sich sofort ein.
„Nee, Mädchen. Zitze verarscht dich nicht. Das war echt so.“ Eifrig nickend stimmte sein Sitznachbar zu.
„Jo! Aber wat soll’n wa hier auch mit so’n neumodischen Krams?“, fragte er in breitem Norddeutsch. Ein wenig geplättet musterte ich die beiden Männer und wunderte mich, wie man im Jahre 2017 noch derart hinter dem Mond leben konnte.
„Keine Angst, Mäuschen. Mittlerweile sieht es anders aus und in deiner Wohnung gibt es auch WLAN.“ Beruhigend legte mein Vater seine Hand auf meine und drückte leicht zu. Dankbar lächelte ich ihn an.
Auf einmal kam Bewegung in die Gäste. Es schien, als hätten sie sich alle abgesprochen, denn sie standen nacheinander auf, nickten meinem Vater freundlich zu und verließen das Lokal. Innerhalb von zehn Minuten war ich mit meinem Pa allein. Und nicht nur das war merkwürdig. Mir fiel auf, dass nicht einer der Gäste etwas für seine Getränke bezahlt hatte.
„Was ist denn jetzt?“, fragte ich verwirrt. Mein Vater deutete auf die große Bahnhofsuhr, die hinter dem Tresen an der Wand hing.
„Es ist sechs. Jetzt geht’s nach Hause, in einer halben Stunde steht das Abendessen auf dem Tisch.“ Breit grinsend polierte mein Pa an einem Bierglas, bevor er es in die Vorrichtung über dem Tresen hängte und nach dem nächsten griff.
„Ähm … okay … Aber wollen die nicht zahlen?“ Ich kam mir ziemlich dumm vor, als ich diese Frage stellte, erst recht, als mein Vater laut loslachte.
„Nö, die haben hier ihre Bierdeckel. Da schreib ich alles auf und einmal die Woche wird abgerechnet.“
Na, der hatte ja Vertrauen in seine Gäste. Aber gut, bei geschätzten 500 Einwohnern kannte vermutlich eh jeder jeden.


Wir hoffen, es hat euch gefallen und neugierig gemacht!
Wie gesagt ;-) Am 26.01.2017 steht unser Buch für euch bereit.

Liebe Grüße
Kerry & Ben


Samstag, 21. Januar 2017

Unser kleiner Flummi

... es könnte auch ein großer sein !

ABER "klein" ist bei Geschichten doch immer sehr viel schöner ... ;-)

Es war einmal ein kleiner Flummi, der in einem kleinen Laden an der Ecke im Regal lag.
Er hatte ganz viele leuchtende Farben, so wie ein ganz grosser Regenbogen.
Der kleine Flummi sass nun schon ganz lange in dem Regal, weil er eines tages aus dem Karton gefallen und in die Ecke des Regals gekullert war.


"Heute ja heute ist mein Glückstag" dachte der kleine Flummi "Heute werd ich gekauft".
Und tatsächlich... die Tür ging auf und herein kam eine Frau mit ihrem Jungen. Der kleine Junge heisst Lars. "nun" sagte die Frau "such dir was schönes aus". Und Lars schaute sich erst langsam im Laden um er kam an dem Regal mit den ganzen vielen Autos vorbei, an dem mit den Stofftieren, da wo die Fingerfarbe war und an so vielen schönen Sachen vorbei. Er schaute sich ganz genau die vielen Stofftiere an... Elefanten, Teddys, Elche, Affen und andere.
Plötzlich viel sein Blick in das Regal, wo der kleine Flummi lag. Er schaute ganz genau und sah den kleinen Flummi in der Ecke liegen und nahm ihn hervor. "den will ich haben" rief er und rannte mit dem kleinen Flummi in der Hand zu der Kasse.
Auf dem Weg nach Hause, ließ Lars den kleinen Flummi immer wieder hüpfen und fing ihn dann wieder und ließ ihn hüpfen und fing wieder... Der kleine Flummi freute sich so sehr, das er ganz doll auf und ab hüpfte, so gut wie er konnte.
Am Abend nahm Lars den Flummi mit ins Bett und träumte schon vom nächsten Tag, wo er den Flummi mit in den Kindergarten mitnehmen wollte...
Lars stand schon ganz früh am morgen auf und freute sich so doll, den kleinen Flummi den anderen Kindern im Kindergarten zu zeigen.
Im Kindergarten angekommen, zog er sich noch nicht einmal die Jacke aus sondern stürmte direkt zu den anderen und zog ganz stolz den kleinen Flummi aus der Tasche.
"oh" staunten die anderen Kinder, "der ist aber schön"


Nun gingen die Kinder raus und wollten alle mit dem Flummi spielen. Sie liessen ihn zu boden fallen und der kleine Flummi hüpfte und hüpfte immer auf und ab... ganz doll...
Der kleine Flummi freute sich ja so doll, das er endlich aus dem Laden war und gab sich mit dem Hüpfen ganz viel mühe. Und er hüpfte und hüpfte wie wild.
Plötzlich kam der kleine Flummi an eine kante.. und hüpfte in eine andere Richtung als er eigentlich wollte... und so kam es, das der kleine Flummi in ein grosses Loch viel und dort stecken blieb.
Als Lars dies bemerkte, rannte er sofort zu seinem kleinen Flummi und versuchte ihn aus dem Loch zu befreien... doch die Arme von Lars waren zu kurz.
Völlig verweint und dreckig kam Lars in den Kindergarten zurück.
"was ist denn passiert?" Fragte die Kindergartentante.
"Mein Flummi ist in ein Loch gefallen und ich kann ihn nicht rausholen" schluchzte der kleine Lars
Da nahm die Kindergartentante eine grosse Schaufel und ging mit Lars zu dem Loch, wo der kleine Flummi hineingefallen war.
Nun schaufelte und schaufelte sie ganz doll und siehe da, sie fand den kleinen Flummi und gab ihn dem Glücklichen Lars zurück.
"na da hast du mir aber einen schrecken eingejagt" flüsterte Lars zu den kleinen Flummi und steckte ihn schnell wieder in seine Hosentasche.
Als Lars an diesem Tag wieder zu Hause war, erzählte er die Geschichte und alle waren froh, das Lars den kleinen Flummi wieder hatte

Liebe Grüße und
nen bunten Tag!
Euer
Ben

Donnerstag, 19. Januar 2017

Liebe, Wahn ... Liebeswahn

Liebeswahnsinn

… ist nicht das Gegenteil einer Wahnsinnsliebe.

Aber dafür ist der Liebeswahnsinn ziemlich bescheuert!
Genauer gesagt, ich finde ihn ziemlich bescheuert.

Wie ihr ihn findet, was ihr meint, oder ob der Liebeswahnsinn etwas völlig normales ist, kann und will ich nicht entscheiden.
Ich habe lediglich meine Meinung dazu, und ich habe die Hoffnung, dass wir vielleicht gemeinsam ein anderes Wort für diesen Ausdruck Liebeswahnsinn finden.
Denn ich denke, dass das Wort ‚Liebe’ nicht wirklich in dieses Wort passt.
Vielleicht ist das Wort ‚Abhängigkeit’ besser geeignet?
Doch am besten warten wir mit der Entscheidung, bis wir mit unserer gemeinsamen Suche fertig sind.


Dann mal los:
Wenn aus Liebe eine Art von Abhängigkeit wird, oder eine Person, vielleicht sogar beide Menschen, ihr Leben aufgeben; wenn alles andere nicht mehr zählt, alle Menschen um einen herum zu nichtigen Randfiguren werden; wenn plötzlich alles Alte abgeworfen wird; wenn man sich isoliert oder sich isolieren lässt!
Dann ist das keine Wahnsinnsliebe, sondern  Liebeswahnsinn!

Sich zu lieben, ist das Schönste der Welt. Gemeinsam neue Welten zu entdecken macht Spaß. Auszubrechen, besser gesagt aufzubrechen, ist geil!
Doch es gibt Grenzen.
Seid ihr gerade erstaunt, dass das Wort Grenzen aus meiner Feder kam?
Dürft ihr auch sein.
Doch in diesem Fall gibt es diese Grenze wirklich. Man hat Menschen in seinem Leben, die einen ein ganzes Stück begleitet haben. Diese Menschen nennt man Freunde!
Und nur, weil man in einer neuen Beziehung ist, darf man sich nicht von diesen Freunden trennen.

Es gibt eine einzige Ausnahme, wann du dich von deinen Freunden trennen solltest. Wenn diese keine wirklichen Freunde waren oder sind. Du hattest dich mit ihnen abgegeben, weil du sonst allein gewesen wärst. Aber bitte sei dann auch so fair und sage es ihnen.

Doch zurück zum Liebeswahnsinn.
Dann bezeichne ich das als Liebeswahnsinn.

Noch bezeichne ich es so.
Ich hoffe, dass wir uns schon bald auf ein anderes Wort geeinigt haben!

Wenn mir normale Dinge nicht mehr genügen, wenn alles größer, höher, breiter, besser oder teurer sein muss: Dann ist man irgendwo gelandet, wo tatsächlich niemand landen sollte!
Selbstverständlich gilt für jeden Menschen, für jede Liebe folgendes:
Jeder ist seines Glückes Schmied.

Und wenn ich jetzt meinen Freund Franky zitieren darf:
„Doch wie in jeder Branche, gibt es auch im Berufszweig Schmied gute und extrem schlechte!“

Lassen wir die Menschen doch einfach in ihrem Liebeswahnsinn. Wir haben sowieso keine Chance, etwas zu ändern. Was wir machen können, ist lediglich folgendes: Wir können ihnen wünschen, dass sie nicht zu sehr auf die Fresse fallen.
Allerdings ist die Frage, warum wir ihnen das wünschen sollten? Immerhin sind wir diesen Menschen doch egal geworden.

Möchtet ihr eine Antwort auf die Frage von eben?
Ich glaube, dass wir es ihnen aus folgendem Grund wünschen sollten:
Wir haben die gemeinsame schöne Zeit nicht vergessen und Menschen, die einmal unsere Freunde gewesen sind, sollten wir zwar verabschieden können, wir müssen sie allerdings nicht gleich hassen.

Außerdem haben sich diese Menschen verändert, nicht wir!

P.S: Wie wollen wir das Wort nun nennen?
Abhängigkeitswahnsinn vielleicht?

Mittwoch, 18. Januar 2017

Ab wann ist es für einen Neustart zu spät?

E ... wie Einfach ... !

Ist meine Meinung dazu.

Und falls ihr es anders sehen solltet, stellt euch die Frage am Ende von meinem Text doch BITTE erneut.

Meiner Meinung nach ist es niemals zu spät um neu zu beginnen. Täglich, um genauer zu sein stündlich oder minütlich, hat man an jedem Tag seines Lebens die Möglichkeit neu zu starten. Von einer Sekunde auf die andere kann man Dinge ändern, oder zumindest versuchen etwas zu verändern. Kleinere Dinge funktionieren häufig sofort, einige brauchen etwas Zeit und nur für wenige - die ganz großen- sollten wir einen längeren Zeitraum einplanen.


Allerdings ist ja nicht das Erreichen eines Ziels der Zeitpunkt, an dem man etwas neu beginnt. Ich glaube, dass der Augenblick, in dem man den ersten Schritt zur Veränderung startet, mit dem Moment unserer Veränderung gleichzusetzen ist.
Tatsächlich fällt mir spontan nichts ein, was sich nicht neu beginnen könnte. Logischerweise entfallen alle diese Dinge, die nicht zu ändern sind.

Alles was wir in der Vergangenheit getan haben können wir nicht wiederholen und somit auch nicht rückgängig machen. Wenn wir uns über Dinge ärgern müssen wir dies weiter tun. Es gehört zu uns und unserem Leben dazu. Ganz sicher hat jeder von uns einige Momente, die wir lieber nicht erlebt hätten und sie aus unserem Leben streichen würden. Und doch sind wir durch diese Augenblicke zudem Menschen geworden, der wir heute sind.

Und genau jetzt sind wir wieder da angekommen, dass ich behaupten kann, dass wir jederzeit uns und somit auch unser Leben neu beginnen können. Wie gesagt, die Vergangenheit gehört zu uns, liegt allerdings auch hinter uns! Streichen können wir aus ihr nichts und doch können wir Dinge, die wir an uns nicht mehr mögen, verändern. Können neu beginnen und in Aufgaben starten die uns Freude machen.

Ob es Ausnahmen gibt?
Vielleicht eine Ausnahme.
Die Liebe ist ein Punkt in unserem Leben, bei dem es nicht immer leicht ist etwas neu zu beginnen. Eine neue Liebe zu beginnen ist fast zu jeder Zeit möglich. Aber wenn zwei Menschen schon einige Versuche gestartet haben, immer wieder scheitern, sollten Sie eventuell einsehen, dass sie nicht für einander geschaffen sind.
Dies ist meine ganz persönliche Meinung und ob ich recht mit ihr habe, vermag ich nicht zu beurteilen.


Egal wie alt ich auch sein mag und ich glaube sogar egal wie krank ich bin, kann mich nicht aufhalten in etwas Neues zu starten. Manchmal sind Grenzen gesetzt und einige Grenzen sind bedingt durch Krankheiten sehr sicher auch höher als andere. Und doch haben wir die Möglichkeit kleine Dinge zu ändern. Schritt für Schritt unserem großen Ziel entgegen zu gehen. Logischerweise muss dieses große Ziel realistisch sein. Wenn wir aber realistische Ziele gesetzt haben und Stück für Stück den Weg dorthin beschreiten, werden wir es auch schaffen.

Ich glaube, dass viele Menschen einen falschen Denkansatz bei diesem Thema haben. Tatsächlich ist es so, dass viele glauben einige Dinge nicht mehr zu können. Nicht mehr zu können weil sie zu alt oder zu krank sind.
Häufig liegt es daran, dass andere Menschen in ihre Träume ausreden. Ihnen sagen, dass sie es sowieso nicht schaffen werden. Dass sie es nicht können und, dass sie doch zufrieden sein sollen wie es derzeit ist.

Doch woher wissen die anderen Menschen was mir gut tut? Und woher wissen diese Personen, was ich noch zu leisten imstande bin. Der einzige Mensch der sich in seinem Tun selbst beschneiden kann, sind wir selbst.
Wenn wir der Meinung sind, dass wir mit unserem Leben zufrieden sind und ihn nichts Neues mehr starten möchten, dann ist alles gut!


Allerdings könnten wir es.
Ja, wir könnten in jedem Moment den wir erleben dürfen etwas Neues beginnen. Niemals ist es dafür zu spät!

Habt nen tollen Tag

Euer
Ben



Montag, 16. Januar 2017

Die Klingel klingelt ;-)

Oder, was so alles passieren kann

... wenn man ganz schön aufgeregt ist ... !

Aber nie im Leben hätte ich es zugegeben ... Mal ehrlich, warum sollte ich aufgeregt sein?
Ausgerechnet ich, der vor NICHTS & NIEMANDEM Angst hat ... ;-)

Aber lest doch einfach selbst ...




Klingeln ist schön

>>So ein Quatsch. Sag mir doch, warum ich aufgeregt sein sollte?<<
>>Eventuell wegen nachher?<<
>>Nein. Auf keinen Fall.<<
>>Und warum tigerst Du seit kurz vor sechs Uhr durch die Wohnung?<<, Carlos grinste.
>>Ich hatte zuletzt einfach zu viel Schlaf.<<
>>Genau.<<, nun grinste Carlos nicht mehr. Er lachte!

Es klingelte und ich öffnete Franky die Tür.
Mit einer großen Tüte Brötchen in der Hand kam er herein und sah mich fragend an.
>>Wieso habt ihr schon Brötchen?<<
>>Gute Frage. Ich dachte ja, weil Nick aufgeregt ist und deshalb nicht mehr schlafen konnte. Aber dies scheint nicht der Grund zu sein.<<, Carlos hatte sich, jetzt wieder grinsend, eingemischt.
>>War Nick etwa Brötchen holen?<<
>>Ja.<<
>>Dann ist er aufgeregt.<<
>>Ihr könnt mich mal. Alle beide.<<
>>Wenn sich dann deine Aufregung legt, machen wir es sogar. Aber nur um Dir zu helfen.<<
>>Danke Franky. Ich verzichte!<<

Der Kaffee war fast fertig und Carlos begann damit, die Brötchen aufzuschneiden. Ich hatte inzwischen den Tisch gedeckt und eigentlich stand unserem Frühstück nichts mehr im Weg.
Doch dann klingelte es wieder. Wir sahen uns an und während meine Freunde sitzen blieben, ging ich zur Tür. Als ich durch den Spion sah, konnte ich niemanden erkennen und so drückte ich auf den Summer, um die Hauseingangstür zu öffnen.

Einen Augenblick später standen Lina und Christa, bewaffnet mit einer riesigen Brötchentüte, in meiner Wohnung.
>>Wir haben euch doch nicht etwa geweckt? Lina war so aufgeregt wegen heute Nachmittag und wollte euch unbedingt mit Brötchen überraschen.<<
>>Nicht nur Lina ist aufgeregt.<<, Franky konnte sich den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verkneifen und während es sagte, klopfte er mir auf die Schulter.
>>Du auch?<<, Lina war neugierig.
>>Nein meine Kleine. Ich bin nicht aufgeregt. Carlos und Franky glauben es nur.<<
>>Ach so. Komisch, ich wäre bestimmt aufgeregt.<<

Die Brötchentüte legten wir auf den Küchentresen. Es wären schon vorher viel zu viele Brötchen gewesen und nun hätten wir unser ganzes Haus, zumindest unsere Etage zum Frühstück einladen können.
Carlos holte einen Becher für Christa und goss ihr einen Kaffee ein. Ich war dabei, für Lina einen Kakao zu machen und musste aus ihrer Brötchentüte das Mohnhörnchen rausfingern.
Auf meine Frage, was sie auf das Mohnhörnchen geschmiert haben wollte, reagierte Lina nicht. Sie hatte Bobby entdeckt und war schwer beschäftigt.
>>Was frisst die?<<
>>Alles an Obst und Gemüse. Am liebsten aber Löwenzahn.<<

Bevor ich Lina aufhalten konnte, war die Wohnungstür Tür wieder zu und Lina durch sie hindurch verschwunden. Der Kaffee dampfte und als wir gerade in die Brötchen beißen wollten, klingelte es.
Lina stand mit einem großen Haufen Löwenzahn wieder auf dem Balkon und legte ihn Bobby direkt vor die Nase.
>>Bist Du jetzt soweit kleine Lady?<<
>>Ich bin keine Lady.<<
>>Attacke jetzt. Setz dich hin. Ich habe Hunger.<<, bei meinen Worten zwinkerte ich Lina zu.

Endlich konnten wir tatsächlich mit dem Frühstück starten. Tatsächlich schaffte ich es, meine erste Brötchenhälfte mit Honig zu bestreichen und war kurz davor, von meinem Brötchen abzubeißen.

 Doch dann klingelte es schon wieder.
Leicht verwirrt sahen wir uns an. Es waren bereits alle da, die auf die Idee kommen konnten, uns zum Frühstück zu überraschen.
Carlos war es, der aufstand und die Tür öffnete. Die Tür war noch gar nicht richtig geöffnet und doch konnten wir schon hören, wer davor stand.
>>Überraschung.<<, hörten wir zwei Stimmen laut und deutlich rufen.

Franky sah mich an und während ich aufstand, um unseren Besuch zu begrüßen, standen unsere Mütter bereits mitten im Wohnzimmer.
Mit einer dicken Umarmung wurden Franky und ich von unseren Müttern begrüßt. Sie wollten doch auf keinen Fall den heutigen Nachmittag verpassen. Es war selbstverständlich, dass sich unsere Mütter mein heutiges Event nicht entgehen lassen konnten. Aus diesem Grund waren sie bereits gestern Nachmittag nach Sylt gekommen und hatten in einem Hotel eingecheckt. Gebucht hatten sie nur für zwei Tage, da sie Franky und mich ja schon bald für zwei Wochen besuchen kommen wollten.
>>Na mein Kleiner, bist Du ordentlich aufgeregt wegen nachher?<<

Bevor ich antworten konnte, musste ich warten, dass die Anderen mit ihrem Lachen aufgehört hatten. Meine Freunde und Christa lachten, da ich schon wieder meine heutige Lieblingsfrage beantworten musste. Lina lachte aus einem anderen Grund.
>>Du Nick, Deine Mama sagt Kleiner zu Dir. Genau wie Du es immer bei mir machst. Du sagt doch auch ganz oft Kleine wenn Du mich rufst.<<
>>Stimmt.<<, mir war es bisher gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich übernimmt man von seinen Eltern doch viel mehr, als einem bewusst war.
>>Nein Mama, ich bin nicht aufgeregt. Es gibt doch gar keinen Grund.<<

Eine Antwort bekam ich nicht. Der Blick meiner Mutter genügte allerdings, um zu erkennen, dass sie mir natürlich nicht glaubte.
>>Ihr habt ja schon Brötchen.<<, Frankys Mutter war sichtlich darüber enttäuscht, als sie eine riesige Brötchentüte aus dem Stoffbeutel zog.
>>Ja. Aber ist nicht schlimm. Wir frieren die restlichen Brötchen einfach ein und brauchen so die nächsten Jahre keine Brötchen mehr kaufen gehen.<<
>>Gute Idee mein Junge.<<, Frankys Mutter verstand die Ironie in seinem Satz nicht. Aber es ihr zu erklären, hatten wir jetzt keine Lust. Wir wollten endlich mit dem Essen beginnen.
Auch wenn wir es nicht wollten, unsere Mütter begannen sofort mit dem Aufräumen und Abwaschen. Einerseits war es zwar schön, die Sachen erledigt zu haben. Doch andererseits war unsere gemütliche Frühstücksatmosphäre sofort dahin.
>>Mütter halt.<<, flüsterte mir Franky ins Ohr. An unserem Grinsen konnte Carlos erahnen, worüber wir uns amüsierten.

Franky trocknete ab und Carlos stellte das Geschirr wieder in den Schrank. Ich wollte gerade, zusammen mit Lina, die vollgekrümelten Tischsets auf dem Balkon ausschütteln, als ich unterbrochen wurde. Zuerst dachte ich, dass einer meiner Freunde einen Witz gemacht hatte. Doch beide waren noch immer in ihre Aufgaben vertieft und standen in der Küche. Lina war bei mir auf dem Balkon und Christa sah sich die tollen Fotos von Franky an.
Niemand hatte einen Witz gemacht. Die Türklingel war echt und so machte ich mich ein weiteres Mal auf den Weg zur Tür.

Vor der Tür stand ein fremder Mann und als ich seine riesige Brötchentüte sah, musste ich lachen. Der Typ sah mich einigermaßen verwundert an, lachte aber auch.
>>Falsche Tür.<<
>>Ich glaube nicht.<<
>>Ich glaube aber schon.<<
>>Bist Du nicht Nick?<<

Jetzt lachte ich nicht mehr, sondern sah den Fremden leicht irritiert an. Hatte einer meiner Freunde doch eine Witz gemacht und eben einem Kumpel ne SMS geschickt. Hatten sie den Typen aus Gag beauftragt, mit ner Brötchentüte bei uns aufzutauchen? Einfach nur aus Spaß, da wir bereits jetzt halb Sylt mit Brötchen hätten versorgen können.

Klar war es so. Anders konnte es gar nicht sein. Was sollte der Typ hier ansonsten wollen?
>>Dann komm mal rein und setz dich.<<
Ich stellte ihn unsere Mütter, Christa und Lina vor. Als er Franky und Carlos ansah, sagte ich nur,
>>Ihr kennt euch ja.<<, und zwinkerte ihm zu.
>>Nein, ich kenne die beiden nicht. Aber ich vermute, dass es Franky und Carlos sind. Ich habe schließlich schon viel von euch gehört.<<, er streckte seine Hand aus und begrüßte meine beiden Freunde mit einem,
>>Hi, ich bin Micha.<<
Gerade, als ich ein „Verarscht euch selbst.“ In den Raum werfen wollte, klingelte es erneut.
>>Was ist hier eigentlich los?<<, völlig überrascht sah Carlos mich an und ich wusste in diesem Moment, dass er mit den „Klingelstreichen“ nichts zu tun hatte.

Was blieb mir anderes übrig, als zur Tür zu gehen?
Als ich sie geöffnet hatte, sah ich in ein strahlendes Gesicht.
>>Hallo mein Star.<<
>>Was willst Du denn hier?<<
>>Na, dass nenne ich aber mal ne tolle Begrüßung. Komm her, ich drücke dich aber trotzdem.<<
Britta umarmte mich und drückte mir eine Flasche Sekt in die Hand. Als wir zusammen ins Wohnzimmer gingen wurden wir relativ sparsam von allen angesehen.
Von fast allen. Da Micha der einzige war der Britta kannte, ging seine Neugier natürlich in Richtung null.

Erst als ich Britta allen anderen als meine Verlegerin vorgestellt hatte, machte es bei mit klick. Natürlich war wusste ich jetzt, wer Micha war. Ich hatte auch schon viel über ihn gehört, allerdings noch nie gesehen. Micha war Brittas Mann.

Den Sekt nahm Britta mir wieder aus der Hand. Sie gab die Flasche stattdessen an Franky weiter und als ich sie fragend ansah, hörte ich,
>>Du musst heute noch arbeiten. Denk daran, erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Aber sag mal Nick, bist Du eigentlich sehr aufgeregt?<<

Statt einer Antwort von mir, hörte sie ein Lachen von allen anderen. Zu oft hatten sie die Frage heute schon gehört.


Übrigens, falls Euch meine kleine Geschichte gefallen haben sollte ...
Sie ist ein Kapitel aus meinem Buch

Männertour - Umzug nach Sylt



Habt nen bunten Tag ...
Und seid nicht zu aufgeregt ...

Ich bin es auch nicht ... ;-)

Euer

Ben

Sonntag, 15. Januar 2017

Große ... oder auch kleine, Risiken

... muss man manchmal eingehen

Denn nur, wer wagt, kann auch gewinnen!

Doch wer von weiß eigentlich, bis zu welcher Grenze, ein Risiko eingegangen werden darf ...?


Gibt es da eine Tabelle ...?
Kann man das Risiko an irgendetwas festmachen ...?
Ja, gibt es irgendetwas, was uns STOPP sagen lässt?

Klar, die Vernunft ...!
Aber was ist, wenn die Angst gegen die Vernunft gewinnt ...?
Oder was ist, wenn der Mut gegen die Vernunft gewinnen sollte ...?

Hat dann das Schicksal für uns entschieden?
Wenn es so sein sollte, dann bräuchten wir doch gar kein Risiko ... dann könnten wir uns doch immer auf das Schicksal verlassen ...

Hm, ein schwieriges Thema ... FINDE ICH !

Nehmen wir doch mal das Casino ...
Stellt euch vor, ihr geht mit eurem Geld (zumindest mit einem Teil davon) in eine Spielbank ...
NEIN ... Bitte NICHT gleich "sowas mache ich nicht" schreien ...!
IHR sollt es euch doch lediglich nur vorstellen ... ;-)
UND in unserer Vorstellung, können wir doch alles machen ... !!!

Wir stehen in der Spielbank und sehen diese ominöse Kugel rollen ...
Es ist späte Nacht ...
... und WIR sind DIE letzten Spieler an Tisch 1, im Großen Saal.
WIR setzen den letzten Riesen und wissen nicht auf welche Zahl wir setzen sollen ...!
Wir haben nämlich bereits alle Zahlen durch und auf allen haben wir bisher verloren.
Ja, wir wissen, wenn wir jetzt verlieren, haben alles verloren ...
Ja, vielleicht sind wir sogar selbst verloren.


Als wir die Hand ausstrecken um den letzten Riesen zu setzen, wissen wir, dass es jetzt klappen muss ...wir setzen auf den höchsten Sieg und auf die tiefste Qual ... WIR setzen alles auf die 17
und die 17 fällt -
und mit einem Streich haben WIR das füfunddreißigfache Geld.

Fünunddreißig Riesen und alle starren UNS an.
Und was machen wir? ALLE SCHAUEN UNS AN ...!!!
Wir lassen alles auf der 17! Hat man sowas schon gesehn?
Und dann geht nichts mehr und wir hören uns gegenseitig flehen ..:!
Komm rüber Kugel ... Kugel komm rüber.
Das Spiel ist doch nie vorbei - Kugel komm rüber.
Noch einmal die 17 und wir sind frei.

Tja, wären wir soweit gegangen ...?
Hätten wir überhaupt den Weg ins Casino eingeschlagen ...?
Ganz schnell kann man -natürlich mit sehr viel Glück- aus einem Riesen, 35 Riesen machen ...
Ebenso schnell, ist dieses Geld aber auch weg ... !

Doch wenn man tatsächlich das Risiko eingegangen ist ... wenn man plötzlich das 35-fache Geld hat ... lässt man dann das Geld auf dem Tisch ...
Hat man diesen Mut?
35.000 x 35 = 1.225.000 ...!!!
Und das alles in Euro ...

Tja ... man hätte ausgesorgt ... zumindest dann, wenn man sich nicht blöde anstellt ...! ;-)

Aber ... um auf meine Frage zurückzukommen ...
Ist so was mutig ... ist es naiv ... oder fordern wir das Schicksal heraus ...?
Ich meine, wenn das Schicksal es gut mit uns meinen würde, wäre diese Variante doch gar nicht so verkehrt ... ;-)


Man muss ja nicht zwingend alles auf eine Zahl setzen ... ;-)
Es gibt ja auch gerade/ungerade ... und rot oder schwarz ... LACH

Wie auch immer ... ich WETTE, dass sich bereits jeder darüber schon Mal Gedanken gemacht hat ...!

ODER?

Habt nen tollen Tag !

Euer

Ben